Riedering, Rohrdorf und Prutting: Wer vom Hochwasser stark getroffen wurde

  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Die drei Orte liegen nicht weit auseinander. Sie ziehen Bilanz nach dem Dauerregen vom 3. und 4. August. In Riedering heißt es: „Überhaupt kein Vergleich mit 2013“.

Rohrdorf/Riedering – Um 4 Uhr trieb es Hartmut Voeckler aus dem Bett. Da stand sein Keller im Rohrdorfer Ortsteil Achenmühle schon unter Wasser. „Die Feuerwehr kam, hat aber erstmal nichts unternommen. Es gab wichtigere Einsätze“, schildert Voeckler.

Zunächst selbst den Keller ausgepumpt

Er hat eine eigenen Pumpe, die arbeitete schnell an der Grenze der Belastbarkeit, „die kämpft gerade schwer“. Kam aber gegen die Wassermenge nicht an, Tiefkühltruhe, Waschmaschine und Boiler überlebten den Wassereinbruch nicht. 

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Im Laufe des Vormittags kam die Feuerwehr Grainbach aus der Nachbargemeinde, schleppte Sandsäcke in Voecklers Garten, damit der gerade ausgepumpte Keller nicht wieder voll läuft, denn die Rohrdorfer Achen stieg noch mal. Seinen zweiten Urlaubstag hatte sich Voeckler auch anders vorgestellt.

Die Männer der Feuerwehr Grainbach sorgten in Achenmühle dafür, dass Sandsäcke einen gerade leergepumpten Keller schützten.

Wasser in der Segelflieger-Halle

Rudolf Leitmannstetter, der Vogtareuther Bürgermeister, hatte im Gegensatz zu etlichen seiner Kollegen einen relativ normalen Tag – der Ort liegt auf dem Innhochufer. „Und bei Zaisering hat der Bauhof glücklicherweise letzte Woche einen Graben geräumt, der uns sonst heute vielleicht Probleme gemacht hätte.“ So stand nur die Segelfliegerhalle am Flugplatz kurzfristig unter Wasser.

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In Stephanskirchen weiß man, dass nach solchen Regenfällen gerne mal der Inn über die Ufer tritt, von Dramatik war am späten Vormittag im Rathaus nichts zu spüren – zumal auch der Simssee voll aber friedlich war.

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Mobile Sperren gesetzt

In Prutting trat der Dorfweiher Mösl über die Ufer, Schule und Turnhalle wurden vorsichtshalber mit mobilen Sperren geschützt, zwischendurch wurde es auf ein paar Straßen eng, aber „nichts Dramatisches passiert“, hieß es aus dem Rathaus.

In Prutting richtete der übergelaufene Dorfweiher zum Glück keine Schäden an.

Riederings Bürgermeister Christoph Vodermaier wurde schon um halb fünf von besorgten Bürgern aus dem Bett geholt. Sein Fazit am späten Nachmittag: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“. Das große neue Regenrückhaltebecken in der Nähe des Wertstoffhofes hielt, „da wäre noch reichlich Platz gewesen“, so Vodermaier.

Probleme macht der Bach im weiteren Verlauf, wo der Hochwasserschutz noch ausgebaut werden soll – im kommenden Jahr. „Es gab Überschwemmungen, aber kein Vergleich mit 2013“, so ein erleichterter Bürgermeister.

Rubriklistenbild: © Voeckler

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