Riedering: Bau der Sporthalle liegt gut in der Zeit

Aufs Dach gestiegen: Bauleiter Alfons Rieder (links) und Josef Millauer begutachten den Fortschritt der Dachdecker-Arbeiten für die Sporthalle. Ruprecht

Es ist das teuerste Bauprojekt, das die Gemeinde Raubling je gestemmt hat: die neue Sporthalle. Im Oktober soll sie bezugsfertig sein. Trotz Corona.

Raubling – Einmal auf das Dach eines Rohbaus gestiegen, ergeben sich ungeahnte Perspektiven. Die Aussicht auf die heimischen Berge ist prächtig, und die Aussicht für das Buprojekt erscheint ebenso vielversprechend. Die Rede ist vom Neubau der 2,5-fach Schulsporthalle in Raubling.

Einzigartiges Großprojekt

Eine Investition von veranschlagten 7,3 Millionen Euro ist bisher einmalig in Raublings Gemeindegeschichte. Regelrecht wachsen sieht man den Rohbau des Großprojekts neben der Michael-Ende-Schule und dem evangelischen Kinder- und Jugendhaus „Raupennest“ an der Straße Im Einfang. „Ein Objekt in der Größenordnung wie die neue Schulsporthalle hatten wir noch nie“, sagt Bürgermeister Olaf Kalsperger und spricht damit an, wie wichtig der Neubau für die Entlastung der bestehenden Hallen ist.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Mit dem Baufortschritt zeigen sich auch Bauleiter Alfons Rieder von der Planungsgruppe Strasser in Traunstein, und Josef Millauer von der Gemeinde Raubling, zuständig für den Hochbau, bisher recht zufrieden. „Im vergangenen Jahr konnten wir den Rohbau winterdicht bekommen, die Fassaden samt Dämmung und das Setzen der Fenster wurden soweit fertiggestellt, dass wir ab Januar heizen konnten“, sagt Rieder.

Mineralwolle zur Wärmedämmung

Derzeit wird am Wärme- und Verbundsystem im Außenbereich gewerkelt, bei dem eine 140 Millimeter starke Mineralwolle zur Wärmedämmung verarbeitet wird. „Bisher sind wir bis auf zwei Wochen Verzögerung trotz Corona-Krise voll im Zeitplan und darüber sehr zufrieden“, sagen Rieder und Millauer unisono. Millauer kommt derzeit etwa alle drei Tage auf die Baustelle, vor der Corona-Krise sei er täglich vor Ort gewesen. Auf die Frage nach einer Hebfeier sagt er: „Vor dem Winterbeginn war es nicht möglich, da wurde nur daran gedacht, um das Gebäude winterfest zu bekommen. Einer vorgesehen kleinen Handwerker-Feier im März machte Corona einen Strich durch die Rechnung.

Lesen Sie auch: Schulen bereiten sich vor

Hochinteressante Arbeiten finden derzeit auf dem Dach statt. Auf einer Fläche von 2200 Quadratmetern wird ein Edelstahlblech verlegt. Darunter verbirgt sich in den Holzdachelementen wie im Sandwich-System eine Dämmung von 240 Millimetern Stärke. Die Blechbahnen, die bis zu 32 Meter lang sind und mit einem Schwertransporter angeliefert werden mussten, werden laut des Bauleiters auf insgesamt rund 2000 Haften eingeklemmt. Nachdem sich in luftiger Höhe nur die berechtigten Handwerker aufhalten, sei die Gefahr der Virus Ansteckung als äußerst unwahrscheinlich anzusehen.

Auf die Sicherheitsvorkehrungen und Abstandseinhaltung angesprochen, verweisen die Bauleiter auf die allgemeingültigen Maßnahmen und geben aber auch zu bedenken, dass auf dem Bau andere Voraussetzungen als im Büro vorzufinden sind. Die Handwerksbetriebe, die überwiegend aus dem Umkreis von etwa 50 Kilometer kommen, sind eigenverantwortlich für den Virusschutz zuständig.

Spielfläche liegt bei 45 mal 23 Metern

Lesen Sie auch:Raubling: Solider Haushalt mit Fragezeichen

Das Gebäude hat eine Grundfläche von 46 mal 43 Metern und die Spielfläche in der Halle eine Größe von 45 mal 23 Metern. Was die Schüler und Sportler besonders freuen dürfte, ist die Tatsache, dass neben den gängigen Hallensportarten auch Wettbewerbe im Hallenfußball, Handball und Volleyball durchgeführt werden können. Die neue Schulporthalle soll die Hallenkapazitäten der beiden bestehenden Hallen für den Schul- und Vereinssport entlasten. Derzeit gehen Rieder und Millauer davon aus, dass die Halle bis Oktober bezugsfertig sein wird.

Gemeinde wird Zuschuss erhalten

Beim ersten offiziellen Spatenstich vor einem Jahr war Raublings Rathauschef Olaf Kalsperger von der Investitionssumme in Höhe von rund 7,3 Millionen Euro ausgegangen und in dieser Größenordnung dürfte sie sich auch einpendeln. „Bei einer solch hohen Summe ist es äußerst schwierig, sie genau einhalten zu können. Nach dem jetzigen Stand liegen wir um etwa fünf Prozent über den Plankosten, das erscheint mir vertretbar“, sagt der Bürgermeister. Nachdem der Neubau als Schulsporthalle entsteht, sei er auch förderungsfähig. Letztendlich ist Bürgermeister Kalsperger der Überzeugung, dass sich nicht nur die Schule, sondern auch die Ortsvereine über diesen Meilenstein, die neue 2,5-fach Schulsporthalle, freuen werden.

Kommentare