Neubau an der Tinninger Straße

Riedering: Letzte Weichen für neuen Edeka-Supermarkt gestellt – Bauantrag genehmigt

Wo jetzt noch das Werbeschild steht, wird nun, so der Beschluss des Riederinger Gemeinderates, ein Lebensmittelmarkt mit zwei Büros, neun Wohnungen und einer Tiefgarage gebaut. Für diesen Standort hatten sich die Riederinger bei einem Bürgerentscheid vor zwei Jahren mehrheitlich ausgesprochen.
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Wo jetzt noch das Werbeschild steht, wird nun, so der Beschluss des Riederinger Gemeinderates, ein Lebensmittelmarkt mit zwei Büros, neun Wohnungen und einer Tiefgarage gebaut. Für diesen Standort hatten sich die Riederinger bei einem Bürgerentscheid vor zwei Jahren mehrheitlich ausgesprochen.
  • vonElisabeth Kirchner
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Der Gemeinderat Riedering hat mehrheitlich für einen Edeka-Markt an der Tinninger Straße gestimmt. Vor zwei Jahren. Nach vielen Diskussionen und einigen Gutachten ist es nun so weit: Der Bauantrag ist genehmigt.

Riedering – Mit Zwei-Drittel-Mehrheit votierte der Riederinger Gemeinderat sowohl für die Satzung für den Bebauungsplan „Sondergebiet Lebensmittelmarkt Riedering – südöstlich der Mehrzweckhalle“ als auch für den Bauantrag des Lebensmittelmarktes mit zwei Büros, neun Wohnungen und einer Tiefgarage.

Schon seit Jahren ist die Nahversorgung in Riedering ein viel diskutiertes Thema, in einem Bürgerentscheid vor zwei Jahren stimmten die Riederinger schließlich für den Markt mit Wohnungen nahe des Ortszentrums. Mehrmals wurde der Bebauungsplan ausgelegt und geändert, in der jüngsten Sitzung nun ging es erneut um eingegangene Stellungnahmen.

Behörden haben keine Bedenken

Architekt Ferdinand Feirer-Kornprobst fasste diese zusammen. 23 Träger öffentlicher Belange hatten keine Bedenken oder meldeten sich gleich gar nicht. Und auch die Bedenken von sieben weiteren Behörden erforderten keine Änderungen im Bebauungsplan, so Feirer-Kornprobst.

Die Abteilung Hoch- und Tiefbau des Landratsamtes beispielsweise merkte das Freihalten von Sichtdreiecken an. Solche Details der Querungshilfe werden, so der Architekt, sind nicht Bestandteil des Bebauungsplanes, sondern werden im Zuge der Detail- und Ausführungsplanung mit dem Sachgebiet Hoch- und Tiefbau abgestimmt. Gegen die Stimmen von Irmgard Wagner (SPD) und Sebastian Hamberger (WGS) votierte das Gremium dafür, dass die Anmerkungen der Behörden keine weitere Änderung des Bebauungsplanes notwendig machten.

Gemeinderäte teilen Bedenken eines Anwohners nicht

Eine weitere Stellungnahme kam von einem Bürger, der unter anderem über eine Verschattung seines Grundstücks durch den Neubau und ein zu erwartendes höheres Verkehrsaufkommen klagte. In dem Schreiben wurde auch nach der Einhaltung des Artenschutzes und der Notwendigkeit von Wohnungen über dem Supermarkt gefragt. Feirer-Kornprobst verwies auf die verschiedenen Gutachten hinsichtlich Verkehr und Verschattung – laut Gutachten nicht einmal im Winter gegeben – sowie die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung.

Durch die Verschiebung des Baus um drei Meter nach Süden (dies hatte der Bauwerber nach der letzen Sitzung zugesichert, Anm. der Red.) würden alle Belange, die der Einwender vorgetragen habe, nochmal verbessert. Und generell bestehe in Riedering Bedarf an Mietwohnungen. Gegen die Stimmen von sechs Räten quer durch alle Fraktionen stimmten die übrigen 15 Gemeinderäte dafür, dass diese Bedenken keine Änderungen im Bebauungsplan erforderten. Auch der Satzungsbeschluss erging mit 15:6.

Mehr Parkplätze als zwingend nötig

Danach stand der Bauantrag für den Neubau des Lebensmittelmarktes auf der Tagesordnung. Laut Feirer-Kornprobst seien die Festsetzungen des Bebauungsplanes eingehalten. Die Zufahrt über die Tinninger Straße sei gesichert, „die Nachbarunterschriften sind nicht vorhanden,“ und ein prüffähiger Entwässerungsplan sei noch nachzuweisen.

Thomas Grüber (CSU) hakte bei den 19 als Überschuss ausgewiesenen Stellplätzen nach, woraufhin sich eine lange und hitzige Debatte entspann. Sebastian Hamberger (WGS) beispielsweise befand, dass es „immer zu viele Parkplätze bei allen Supermärkten“ gebe, während Christine Kreuz (FW) darauf verwies, dass zu Stoßzeiten immer Park-Chaos beim Supermarkt herrsche.

Irritation über Kritik an zu vielen parkplätzen

Josef Loferer (FW) meinte: „Mich stört, dass es jetzt stört“, die Parkplatzanzahl sei „ein unverständlicher Einwand.“ Karl Rothmayer (SPD) sah eine Entzerrung des Parkaufkommens, da der Supermarkt schließlich nahe Kindergarten, Grundschule und Mehrzweckhalle stehe. Das sei „eine win-win-Situation.“

Entscheidung der Bürger umsetzen

Dr. Georg Kasberger (CSU) äußerte sich ähnlich: Monatelang habe man debattiert, jetzt müsse man das Ganze „mal zu Ende bringen.“ Richard Mühlbauer (FBP) verwies auf den Bürgerentscheid, bei dem sich die Mehrheit der Riederinger für den Standort Tinninger Straße ausgesprochen habe: „Ich bin nicht dafür gewesen, aber ich mache es für die Bevölkerung.“ Mit 15:6 erteilten die Gemeinderäte dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen.

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