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Preise werden auch angepasst

Anruf-Sammeltaxis in Riedering: So drastisch schränkt die Gemeinde das Angebot ein

Ast-Fahrten können unter Telefon 08031/15144 gebucht werden.
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Das Angebot des Anrufsammeltaxis (AST), das seit fast vier Jahren den ÖPNV mit 45 Haltestellen im Riederinger Gemeindegebiet bereichert, soll ab 1. Dezember stark reduziert werden.
  • VonElisabeth Kirchner
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Mit dem Anrufsammeltaxi legt der Riederinger Gemeinderat gewissermaßen eine Vollbremsung hin. Die Kosten des Angebots der Stadtwerke Rosenheim wurden dem Gremium zu hoch. Ab Donnerstag, 1. Dezember, wird das Angebot deshalb stark eingeschränkt. Auch bei den Preisen wird sich etwas ändern.

Riedering - Das Angebot des Anrufsammeltaxis (AST), das seit fast vier Jahren den ÖPNV mit 45 Haltestellen im Riederinger Gemeindegebiet bereichert, soll ab 1. Dezember stark reduziert werden: Statt knapp 20 Stunden Rufbereitschaft täglich die ganze Woche über nun nur noch Bereitschaft von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr.

Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWG) hatte vor der Abstimmung im Gemeinderat den Sachstand zusammengefasst. Im August dieses Jahres hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, den Vertrag zum 30. November 2022 vorsorglich fristgerecht zu kündigen und sich mit den Stadtwerken Rosenheim über eine neue Kostenstruktur und einen Wiedereinstieg (Fortführung) beim AST zu beraten. Hatten die Kosten 2019 noch rund 40.000 Euro ausgemacht, so fallen heuer nach einer Hochrechnung knapp 100.000 Euro an Kosten für die Gemeinde an.

Beliebt bei Berufspendlern

Von den entstehenden Kosten je Fahrt werden rund drei Viertel durch die Gemeinde Riedering bezuschusst. Zudem werde das AST immer beliebter, auch für Berufspendler, die einen erheblichen Anteil an diesen Kosten verursachen, betonte Bürgermeister Vodermaier. In Zusammenarbeit mit dem Betreiber habe man nun nach Lösungen gesucht.

Zeit begrenzen und Kosten senken

Eine Möglichkeit ist, das Angebot zeitlich zu beschränken und so die Jahreskosten zu reduzieren. Kämmerer Wolfgang Eberle hatte dafür die prognostizierten Jahreskosten berechnet. So kommen auf die Gemeinde bei sechs Tagen von 9 bis 17 Uhr AST-Fahrbereitschaft Kosten in Höhe von 41.000 Euro pro Jahr zu. Mit einem Angebot Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr komme man auf 26.000 Euro. Um diese Prognose zu verifizieren, müsste man allerdings den Fahrbetrieb ein weiteres Jahr mit entsprechender zeitlicher Reduzierung weiterlaufen lassen.

Die Tarifzonen des Anrufsammeltaxis reichen im Riederinger Gemeindegebiet bis weit in den Osten.

Fahrpreise vor allem auf langen Strecken anheben

Außerdem müssten die Fahrpreise auf jeden Fall die Mehrkosten auf Grund der kürzlich erfolgten Ausschreibung kompensieren und entsprechend angepasst werden. „Ferner sollten Kosten für besonders weite Entfernungen auf Grund unserer Gemeindegröße weiter angehoben werden,” so Kämmerer Eberle. Bürgermeister Vodermaier betonte, dass man sich in der Verwaltung viele Gedanken über Einsparmöglichkeiten gemacht habe. Fahrten mit dem AST aus Rosenheim könnten allerdings nicht beschränkt werden, das sei Teil des AST-Angebots.

„Sammeltaxi“ war die letzten Jahre falsch

Marianne Loferer (CSU) begrüßte den Vorschlag einer zeitlichen Beschränkung. Auch Richard Mühlbauer (FBP) schloss sich dieser Ansicht an. Alternativ könne er sich auch Beförderungsgutscheine für Nutzer, die auf den ÖPNV angewiesen sind, vorstellen. Nachtschwärmer kämen billiger davon, wenn sie ein Taxi nähmen. Matthias Pummerer (FWG) schlug vor, Fahrten zu kombinieren. Bürgermeister Vodermaier erkläre, dass während Corona immer nur ein Passagier pro Fahrt erlaubt war. Derzeit seien es 1,3 Passagiere pro Fahrt, der Begriff “Sammel” sei also falsch gewählt. Sepp Lindner (BWNG) sah das ähnlich.

Thomas Grüber (CSU) wandte ein, dass sich der damalige Gemeinderat für den AST ausgesprochen habe, um den ÖPNV zu verbessern. Er regte an, einen eigenen Bus fahren zu lassen. Mit dem dürfe man dann nicht nach Rosenheim, hielt Bürgermeister Vodermaier diesem Gedanken entgegen. In einem stimmte er Grüber zu: „Der ÖPNV ist bei uns leider schlecht.” Dr. Georg Kasberger (CSU) befand, dass sich der Landkreis es einfach mache. „Das AST-Experiment ist leider gescheitert.”

Schließlich verständigte sich der Gemeinderat auf eine einjährige Testphase mit reduzierten Fahrzeiten von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr. Gleichzeitig sind die Fahrpreise so anzuheben, dass für die Gemeinde keine Mehrkosten auf Grund der Neuvergabe entstehen. Die Fahrpreise für Fahrten über 4 oder 5 Zonen sind der Strecke angemessen zu erhöhen. 13 Gemeinderäte stimmten für diesen Vorschlag, sechs Gemeinderäte stimmten dagegen.  

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