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Wer dahinter steckt und was nun passiert

Verdächtiges Schild am Badeplatz in Pietzing: Gibt es eine illegale Angelzone am Simssee?

Bitte für Sportfischer freihalten: Wer hat dieses Schild an der Weide des Simsseeufers in Pietzing befestigt?
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Bitte für Sportfischer freihalten: Wer hat dieses Schild an der Weide des Simsseeufers in Pietzing befestigt?
  • VonPaula L. Trautmann
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„Ufer-Angelzone für Sportfischer, bitte freihalten“ steht auf einem Schild am Badeplatz Pietzing. Ende April entdeckte OVB-Leser Dieter Haidn diesen Hinweis „am südlichen Ende des Badeplatzes an der wunderschönen, alten Strandweide“. Er glaubt, dass das Schild illegal angebracht wurde. Über einen Monat hat er dem Landratsamt Zeit gegeben, der Sache nachzugehen.

Pietzing/Simssee – „Ich denke, dass es sich um eine unglaubliche Anmaßung eines ‚Sportlers‘ handelt, die wohl eher im ungesetzlichen Bereich anzusiedeln ist“, schreibt Haidn in einer E-Mail. Er sieht das Schild als einen „Ausdruck unseres Zeitgeistes“, heutzutage würden allerlei Dinge oder Orte in Besitz genommen. Es handele sich um einen „Baumfrevel“, die ganze Konstruktion sei „vielfach mit der Weide verschraubt“.

„Noch immer unangetastet“

Zudem findet es Haidn fahrlässig, wenn im Schwimmerbereich geangelt werden darf. Es bestehe die Gefahr, dass sich Schwimmer durch verlorene oder abgerissene Haken verletzen. Deshalb bat er das Landratsamt zu handeln. Auf seine E-Mail bekam er die Antwort, dass die Angelegenheit geprüft werde. Einen Monat später ist das Schild Haidn zufolge „noch immer unangetastet“. „Mahlen Landkreis-Mühlen immer langsam?“, fragt er.

Das Schild ist Landratsamtsprecher Michael Fischer zufolge jedoch nicht auf einem Grundstück des Landkreises. Der Landkreis habe nur Anteile am südlichen Simssee. Daher könne die Liegenschaftsverwaltung nicht entscheiden, ob es dort hängen darf. Denn das Grundstück gehört dem Seebesitzerverband.

Fische beißen besser bei schlechtem Wetter

Geschäftsführerin Verena Bauer zufolge entschied sich der Verband für die Zone, da die Sportfischer am Ufer sonst „relativ wenig Platz“ haben. Darum seien einige Fischer im Schilf gestanden, das sei jedoch zu schützen, weil dort Wasservögel brüten. Die Angler stünden meist ohnehin nur bei schlechtem Wetter oder bei Regen am Ufer. Die Fische würden dann „besser beißen“. „Wir angeln nicht, wenn es 25 Grad hat, die Sonne runter sticht und die Leute beim Baden sind“, sagt die Geschäftsführerin. Die Fischer würden Ruhe bevorzugen, ohne die sie keine Chance hätten, etwas zu fangen. Sie würden meist um 5 Uhr morgens oder 9 Uhr abends und kurz vor, während oder nach Regenschauern angeln – wenn keine oder kaum Badegäste da sind.

Dem Verband gehe es darum, einen Platz für die Sportfischer zu schaffen, an dem keine Stand-Up-Paddles oder Surfbretter im Weg liegen. Bauer versteht das Problem von Dieter Haidn nicht: „Es ist von Vorteil, dass man das Angeln auf eine Stelle beschränkt. Eigentlich dürften die Fischer am ganzen Badestrand stehen.“

„Wir wollen ein gutes Miteinander“

Es sei aber nicht schön für die Angler, wenn die Badegäste in „ihrem“ Bereich schwimmen. Und für die Badegäste sei es wiederum nicht schön, wenn die Fischer zwischen ihnen angeln. „Wir wollen ein gutes Miteinander. Angler und Schwimmer sollen gut nebeneinander auskommen“, sagt Bauer. Der Verband wolle keinen Ärger stiften, im Gegenteil. Er wolle auch die Natur schützen, damit die Angler nicht ins Schilf gehen. „Wir dachten, das ist eine super Lösung. Der Badeplatz ist ja wirklich groß.“

Nach Angaben von Bauer habe der Verband das zuvor mit dem Landratsamt und dem Kioskpächter abgesprochen. Sprecher Michael Fischer zufolge seien sich das Landratsamt und der Pächter jedoch einig gewesen, dass „mit dem Schild für eine Uferangelzone eher Schwierigkeiten zu erwarten wären“. Sie hätten befürchtet, dass Angler aufgrund des Hinweises auf ihr „Recht“ pochen, also angeln während Personen baden. „Verletzungen von Badegästen durch die Angelausrüstung wären zudem nicht auszuschließen“, sagt Fischer. Zur Beschädigung des Baumes äußerte er sich nicht.

Landratsamt bittet um Regel ohne Schild

Den von Dieter Haidn beanstandeten „Baufrevel“ kann die Geschäftsführerin des Seebesitzerverbands auch nicht beurteilen. Sie wisse nicht, an welchem Baum das Schild hängt, da sie es nicht selbst montiert hat. „Ich denke, dass es schon passen wird, so wie es hängt“, sagt Bauer.

Zu passen scheint es für Dieter Haidn jedoch nicht. Sprecher Fischer zufolge habe nun auch das Landratsamt beim Seebesitzerverband darum gebeten, die bisherige Regelung beizubehalten – ohne Schild.

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