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Experten im Gemeinderat

Der Tinninger See wird Zug um Zug besser: Maßnahmen gegen zu viele Nährstoffe greifen

Je wärmer das Wasser im Tinninger See wird, desto höher ist die Phosphorbelastung.
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Je wärmer das Wasser im Tinninger See wird, desto höher ist die Phosphorbelastung.
  • VonElisabeth Kirchner
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„Wir sind auf gutem Weg:“ Riederings Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWG) freute sich sichtlich, dass sich die Wasserqualität des Tinninger Sees in den letzten fünf Jahren deutlich gebessert hat. Nachlassen im Bemühen um weniger Nährstoffeintrag sei keine Option.

Riedering – Die Zusammenarbeit mit der Fachbüro Ecozept aus Freising, mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) und der limnologischen Fakultät der LMU München habe Erfolge gezeigt, so Vodermaier. Der Rathauschef betonte aber auch, dass es wichtig sei, weiterzumachen.

Im Juli 2016 hatte der damalige Gemeinderat beschlossen, dem Büro Ecozept den Auftrag für die Bestandsaufnahme und die Verbesserung der Wasserqualität am Tinninger See zu erteilen. Nunmehr stellten Dipl.Ing. agr. Edeltraud Wissinger vom Fachbüro Ecozept und Dr. Hadumar Roch vom WWA ihren Abschlussbericht vor.

18 Bewirtschafterim Einzugsbereich

Im Einzugsbereich des Tinninger Sees liegen 18 Bewirtschafter – neun Öko- und neun konventionelle Betriebe – sowie drei Ackerflächen und es gebe kaum Streuwiesen, so die Fachfrau. In den vergangenen Jahren habe man gemeinsam viel unternommen, es gab Beratungen, Begehungen und Versammlungen mit allen Betroffenen.

Die Auflagen Lagerung und Ausbringen organischer Dünger, sowie der Bau und Betrieb von Siloanlagen wurden verschärft. Das und die veränderte Bewirtschaftung habe viel gebracht, so Richard Mühlbauer (FBP), der betonte, dass eine Verbesserung eben auch „Zeit und Geduld“ brauche. Er sowie Rats- und Landwirtskollege Domenikus Summerer (CSU) äußerten sich sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit Edeltraud Wissinger.

In den letzten rund zehn Jahren wurden zudem die Ortsteile Gögging und Tinning an die Kanalisation angeschlossen. Messungen hätten ergeben, dass der Phosphor-Eintrag über den Laubfall gering sei, so Wissinger.

Der Quarzsand und die Mähkuh

In Kooperation mit der LMU habe die Gemeinde Quarzsand ausgebracht, Wasserpflanzen werden mittels einer Mähkuh oder von Hand entnommen, und ein Interessensverein habe sich gegründet.

Andreas Hirzinger (CSU) erkundigte sich, was von den Maßnahmen Mähkuh und Quarzsand zu halten sei. Einmal mit der Mahd angefangen, müsse man das immer weiterbetreiben, so Wissinger. Das Ausbringen von Quarzsand sei Neuland, da sei es „noch zu früh für seriöse Ergebnisse“, so Dr. Roch.

Technische Lösungen und Infotafeln

Wissinger empfahl, technische Lösungen für die Ableitung von Wasseraustritten und Drainageausläufen zu suchen, die Düngungsabstände zu Gräben an Hangflächen zu markieren und die extensiven Flächen beizubehalten. Auf Infotafeln könne man am Badeplatz und am Wanderweg um den See über die eingeleiteten Maßnahmen informieren. Christine Kreuz (FWG) und Marianne Loferer (CSU) befürworteten das Anbringen von Infotafeln.

Ein Zulauf ist noch problematisch

Dr. Roch vom WWA übernahm den technischen Part. An insgesamt acht Messstellen rund um den See habe man an vier Terminen zwischen September 2021 und Februar 2022 die Zuläufe untersucht und analysiert. Problematisch sei eine Zulaufstelle am nordöstlichen Ufer. Dort habe man eine hohe Phosphor-, Orthophosphat- und Ammonium-Konzentration festgestellt. Wasserfarbe und Algenbewuchs seien optisch auffällig, erklärte der Wasser-Experte. Auch am Westufer gebe es noch Klärungsbedarf. Anhand alter Pläne erkenne man zwar eine Häufung von Drainagen, aber eben leider auch an einer Stelle – allerdings nur im September – einen Ausreißer mit einer höheren Phosphat-Konzentration. Mittels Berauchung (Dabei wird ein definierter Bereich des Kanalsystems kurzfristig abgesperrt und mit einem geruchlosen, umwelt- und gesundheitsverträglichen Signalnebel gefüllt, der aus den ungewünschten Anschlüssen austritt, Anm. der Red.) habe man auch nichts erkennen können. Das WWA werde im Frühjahr nochmal diese Stelle beproben.

Zuläufe sind kaum noch Belastung

Auf Nachfragen von Dr. Georg Kasberger (CSU) bestätigte Dr. Roch, dass bei den nördlichen Zuläufen vermehrt Grundwasser zulaufe. Matthias Pummerer (FWR) freute sich, dass es nur noch kleine Baustellen gebe, und fragte: „Es ist also nicht so schlecht?“ Dr. Roch erklärte, dass der See jetzt im Frühjahr relativ nährstoffarm sei, aber dass sich im Laufe des Jahres der Phosphor-Gehalt erhöhe. Grundsätzlich seien die Zuläufe aber keine Belastung.

Das Fazit des Bürgermeisters: „Wir müssen auch weiterhin was tun,“ und das nicht nur mit mehr Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Zusammenarbeit mit der LMU gehe man neue Wege. Aber: „Wir sind auf gutem Weg.“

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