Reischenharter See: Quarzmehl sorgt für glasklares Wasser

Gerd Mappes ist stolzüber die großen Erfolge, die das Sanierungskonzept verzeichnen kann: Das Wasser im See ist glasklar. ruprecht

Seit 25 Jahren erfolgt am Reischenharter See eine hoch qualifizierte Gewässersanierung. Quarzmehl wird zweimal im Jahr in den See eingebracht. „Nachhaltige Gewässersanierung ist nur erfolgreich Hand in Hand mit der Natur“, sagt der zuständige Baubiologe Gerd Mappes der NaturSinn KG aus Riedering.

Raubling/Reischenhart – Klares Wasser, gepflegte Uferbereiche und als Hintergrund die Berge der Nordalpen. Besonders jetzt in der Corona-Krise ist der Bereich um den Reischenharter See in der Gemeinde Raubling eine Oase der Erholung.

Dazu trägt auch die Wasserqualität einen beträchtlichen Teil bei. Das kommt nicht von ungefähr. Er selbst macht sich öfter im Jahr ein Bild von der Wasserqualität und zur Hand geht ihm am Reischenharter See Kioskpächter Josef Hackner, der bei der Ausbringung des Quarzmehls behilflich ist. „Fast 75 Prozent unserer Seen sind laut Umweltbundesamt in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand, was sich meist durch übermäßigen Algen- und Pflanzenwuchs, geringe Sichttiefe, Verschlammung oder immer öfter auftretende Blaualgen zeigt, weiß Mappes zum Zustand der Gewässer.

In ständiger Sorge um das Gleichgewicht

Deshalb sei eine regelmäßige Sanierung so wichtig wie die Inspektion bei einem Auto. Ursache ist in der Regel ein zu hoher Nährstoffeintrag aus dem Umfeld, das Gewässer gerät zunehmend aus dem natürlichen Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie Mähen, Ausbaggern oder Belüften greifen lediglich symptomatisch und kurzfristig, sind kostenintensiv und erzielen kein nachhaltiges Ergebnis.

Die NaturSinn International KG aus Augsburg setzt mit ihren natürlichen Präparaten hingegen auf die Zusammenarbeit mit der Natur. Durch die regelmäßige Einbringung speziell behandelten Quarzmehls im Rahmen eines auf das jeweilige Gewässer abgestimmten Behandlungsplans wird die vorhandene Mikrobiologie aktiviert und unterstützt. Der Gesundungsprozess durch den damit eingeleiteten Abbau der überschüssigen Nährstoffe beginnt, auch wenn die Belastungsursachen noch gar nicht hinreichend reduziert werden konnten.

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Am Reischenharter See wird dieses Verfahren seit nunmehr 25 Jahren erfolgreich angewendet, Gerd Mappes zeichnet für die Behandlung und Betreuung verantwortlich, das Ergebnis sieht man im Wasser spiegeln. Die regelmäßigen mikrobiologischen Untersuchungen des Wassers durch das Gesundheitsamt Rosenheim sind ohne Beanstandungen. Die Badegäste haben in diesem Naherholungsgebiet von Raubling zugenommen, was natürlich auch Bürgermeister Olaf Kalsperger besonders freut. „Vor gut 25 Jahren war der See stark verkrautet, schwimmen und fischen waren keine Freude mehr, durch die Sanierung hat das Wasser, bestätigt vom Gesundheitsamt, sehr gute Qualität. Das Konzept gibt Mappes recht.

Die Gemeinde Raubling kann mit dem Freibad Großholzhausen und dem Reischenharter Natursee zwei erstklassige Bade- und Erholungsmöglichkeiten anbieten“, freut sich das Rathausoberhaupt.

Kein Wunder auch, dass die Mitglieder der Parsberger Anglerfreunde e.V. aus dem Nachbarlandkreis Miesbach den See gepachtet und hier ihrem Hobby gerne nachgehen.

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„Echt super finden wir hier die Voraussetzungen was auch der regelmäßigen Sanierung und Pflege geschuldet ist“, so Kioskpächter Hackner, der auch Vorstandsmitglied im Parsberger Verein ist.„Die zahlreichen Anglerfreunde aus der Gegend Miesbach könnten auch jederzeit den näher gelegenen Schliersee oder andere bekannte Seen vorziehen, nein, sie kommen an „ihren Reischenharter See“, das sagt alles über die Qualität. Jährlich im Herbst werden beispielsweise Forellen, Karpfen oder Zander neu eingesetzt.

Tageskarten zum Fischen

Eigentlich können am Kiosk Tageskarten zum Fischen erworben werden. Derzeit ist aber auch hier leider das gesamte Gelände einschließlich Seekiosk wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres gesperrt. Hackner ist der „See-Mann“ für alles, er kümmert sich nicht nur um den Kioskbetrieb, sondern auch speziell um die Sauberhaltung des Uferbereichs.

Hackner lobt ausdrücklich die optimale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Verwaltung, speziell mit Ron Markert vom Bauamt als kompetenten Ansprechpartner. Bei Einbruch der Dämmerung sieht er schon hin und wieder einen Biber huschen, der vom Nachbar Fluss dem See einen Besuch abstattet und auch seine Spuren hinterlässt.

Im Sommer blühen an einer bestimmtem Uferstelle prächtige Seerosen, sie sind das Sahnehäubchen auf ein natürliches Landschaftsbild vor der Alpennordkette, das immer wieder gerne als Fotomotiv für besondere Anlässe gefragt ist.

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