Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Risse und Verformungen im Dachgewölbe: Klosterkirche Reisach geschlossen

Weil Risse in der Raumschale des Gewölbes festgestellt wurden, ist der Hauptraum des Kloster Reisachs vorerst geschlossen. Wie das Staatliche Bauamt Rosenheim mitteilte, sei ein Herabfallen von Putz nicht auszuschließen.
+
Weil Risse in der Raumschale des Gewölbes festgestellt wurden, ist der Hauptraum des Kloster Reisachs vorerst geschlossen. Wie das Staatliche Bauamt Rosenheim mitteilte, sei ein Herabfallen von Putz nicht auszuschließen.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
    schließen

Seit Ende Juli ist der Hauptraum der Klosterkirche Reisach geschlossen. Grund dafür sind sichtbare Verformungen mit einhergehender Rissbildung in der Raumschale des Gewölbes. Laut einer Pressemitteilung des Staatlichen Bauamtes ist ein Herabfallen von Putz nicht auszuschließen.

Oberaudorf – Deshalb soll der Hauptraum so lange geschlossen bleiben, bis ein „detaillierter Befund nach der näheren Begutachtung der Bauteile“, vorliegt. Wie lange sich diese Untersuchungen noch hinziehen und wie umfangreich sie angelegt werden müssen, ist noch nicht abschätzbar“, sagt Ursula Lampe, Pressesprecherin des Staatlichen Bauamtes.

Die Prüfungen seien „langwierig“

Anfang dieses Jahres sei damit begonnen worden, die Bausubstanz des gesamten Klosters nach und nach auf Verkehrssicherheit und auf das Einhalten öffentlich-rechtlicher Bestimmungen zu prüfen, erklärt Lampe auf Nachfrage. Die Prüfungen würden nicht nur die Frage beinhalten, ob unmittelbare Gefahren durch herabfallende Bauteile bestehen, sondern noch viele weitere. Zum Beispiel ob es Schadstoffe gibt, die verbaut wurden oder wie der Zustand der Strom- und Wasserleitungen ist. Auch ob ausreichend Rettungswege vorhanden sind und wie es sich im Falle eines Brandes verhält, müsse geklärt werden.

Darüber hinaus werde auch geprüft, ob Um- und Anbauten ordnungsgemäß genehmigt oder genehmigungsfähig seien. Alleine schon wegen der Größe der Liegenschaft seien solche Prüfungen „langwierig“, erläutert Lampe. Zudem müssten die Bestandsunterlagen teilweise sehr aufwendig zusammengetragen werden.

Kosten für die Sanierung von Kloster Reisach unklar

Die Begutachtungen würden sich vermutlich noch bis in den Herbst hinein ziehen. „Zusätzlich müssen die in der Raumschale des Kirchengewölbes festgestellten Risse noch einmal eingehender untersucht werden. Inwieweit die Gebäudeteile des Klosters sanierungsbedürftig seien, müsse untersucht werden. Konkretere Sanierungspläne gebe es bislang bei der stark beschädigten Turmfassade. Man prüfe bereits restauratorische Maßnahmen. „Zudem finden erste Abstimmungen mit der Denkmalpflege statt“, so Lampe.

Zu den Sanierungskosten konnte die Pressesprecherin keine Details nennen: Die Entscheidung und Prüfung obliege der Regierung von Oberbayern beziehungsweise dem Freistaat Bayern.

Die vorsorgliche Schließung des Hauptraums ist auch ein großer Verlust für die Oberaudorfer Pfarreien und das Dekanat Inntal: „Für die Katholische Kuratie ist diese Maßnahme nach der Schließung des Klosters am 1. Januar dieses Jahres ein weiterer schmerzlicher Verlust.

Bevölkerung hofft auf baldige Lösung

Die Klosterkirche ist aufgrund der Größe ein wichtiger Kirchenraum der Kuratie. Besonders in der jetzigen Zeit ist die Raumgröße in Bezug auf die Corona-Vorschriften von Bedeutung“, teilte Rudolf Hitzler, Verwaltungsleiter der Pfarrverbände Brannenburg-Flintsbach und Oberes Inntal, auf Nachfrage mit. Sorgen bereiten vor allem die kirchlichen Feste und Feiern wie Erstkommunion und Weihnachten, die in kleineren Kirchen weitaus schwieriger umzusetzen seien: „Die Kuratie hofft nun sehr, dass sich der erste Befund der Schäden in der Klosterkirche nicht erhärtet und bald wieder für die Menschen zugänglich sein wird“, sagt Hitzler.

Der Bevölkerung liege es am Herzen, dass eine gute und nachhaltige Lösung gefunden werde. Auch hoffe man, dass das Vereinsleben, dass durch die Schließung der Klosterräume zum Stillstand gekommen sei, bald wieder stattfinden könne. „Das Kloster Reisach war viele Jahrzehnte Mittelpunkt für das kulturelle und geistliche Leben im Inntal und dem benachbarte Tirol“, so Hitzler.

Eckdaten zum Kloster Reisach

Erbaut wurde die barocke Klosterkirche in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (von 1737 bis 1739). Eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes sei letztmalig 1974 erfolgt, teilte die Behörde mit. Ende des vergangenen Jahres hat die Ordensgemeinschaft „Teresianische Karmel“ ihr Nutzungsrecht aufgegeben, seither befindet sich das Kloster im Besitz des Freistaates (wir berichteten).

Kommentare