Regional, saisonal, guad: Schlemmer-Mittagessen für Vogtareuther Schulkinder

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Prima für die Pause – aber als Mittagessen nicht so toll. Da gibt es in der Mittagsbetreuung der Schule ab September Besseres: Warmes mittagessen von einem Spezialisten für Kinder-Catering.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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  • Johannes Thomae
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Die Kindergartenkinder schlemmen schon. Und die Grundschüler bald auch. In der Vogtareuther Schule gibt es ab September Mittagessen. Bio und Regional für vier Euro. Prompt sind dort mehr Kinder angemeldet.

Vogtareuth – „Sooo guad“ finden die kleinsten Vogtareuther in den Kindergärten Zaisering und Vogtareuth ihr Mittagessen. Ab September können dann auch die etwas größeren, die Kinder in der Mittagsbetreuung der Grundschule, ins Schlemmen und Schwärmen geraten. Denn dann liefert Achim Bender mit seinem „Food Butlers“ auch dort das Essen.

Kinder angemeldet wegen des Essens

Zehn Kinder sollten es sein, die mittags essen, „die hatten wir gleich beieinander“, sagt Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG). „Es gab auch Eltern, die extra wegen des Essens ihr Kind für die Mittagsbetreuung angemeldet haben.“ Nach den guten Erfahrungen in den beiden Kindergärten suchte die Gemeinde gar keinen anderen Anbieter, auch weil die Zusammenarbeit problemlos sei, wie der Bürgermeister sagt.

Spezialist für Kinder-Küche

Bender, der jahrelang mit vegetarischem Essen bei Festen und Festivals unterwegs und erfolgreich war, hat sich mit seiner Firma auf Essen für Kinder von der Krippe bis zur Schule spezialisiert. Er kocht nach eigenen Angaben mit regionalen Bio-Zutaten, saisonal und nach wie vor viel vegetarisch. Und mogelt auch mal exotischere Essen unter Kinderklassiker wie Spaghetti mit Tomatensauce, Fleischpflanzerl oder Kaiserschmarrn – um Neugier zu wecken.

Funktioniert: „Da essen die Kinder auf einmal mit Begeisterung Sachen, die sie zuhause wegschieben würden“, erzählt Leitmannstetter schmunzelnd. Er schaut gerne mal bei seinen kleinsten Bürgern vorbei, wenn die sich zum Mittagessen setzen und kennt deren Begeisterung. Vier Euro für ein Hauptgericht mit Vor- oder Nachspeise zahlen die Eltern.

Mittagsbetreuung bis 14 Uhr

24 Kinder sind im kommenden Schuljahr für die Mittagsbetreuung angemeldet. Bis 14 Uhr wird gespielt, gebastelt, werden Hausaufgaben gemacht und künftig auch gegessen. Aber zuerst toben sich die Kinder aus, „im Raum von der Trachtenjugend ist Platz, da können sie nach dem langen Stillsitzen herumrennen – da ist ganz schön was los“, so Leitmannstetter.

Wann gegessen wird, das will die Gemeinde den drei Betreuerinnen nicht vorschreiben, „das muss sich einspielen“, so der Bürgermeister. Die Gastronomiespülmaschine hat die Gemeinde schon gekauft, Geschirr und Besteck stehen noch auf der Einkaufsliste.

Fünf Tage die Woche für 60 Euro im Monat

Der Gemeinderat hat jetzt im zehnten Jahr der Mittagsbetreuung die erste Gebührenerhöhung beschlossen. Wer sein Kind nur einen Tag pro Woche in die Mittagbetreuung schickt, zahlt künftig zwölf statt bisher neun Euro im Monat, für Kinder, die fünf Tage die Woche bis 14 Uhr in der Schule bleiben, sind es 60 Euro. Ohne Mittagessen.

Räte nehmen Defizit in Kauf

Kostendeckend ist das nicht, „wir legen drauf“. Die Betreuerinnen sind bei der Gemeinde angestellt. Nebenkosten, Reinigung und alles was so anfällt mit eingerechnet, bleibt ein Defizit im niedrigen fünfstelligen Bereich. Mit der Gebührenerhöhung ab September versuche man, die Summe stabil unter 20 000 Euro zu bekommen, so Leitmannstetter. Kostendeckend muss es nicht sein, findet der Gemeinderat. Er stimmte der von der Verwaltung vorgeschlagenen moderaten Gebührenerhöhung einmütig zu.

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