Raublings neuester Hingucker: Künstler „Nasca Uno“ hat Fassadengemälde an Wohnhaus kreiert

Ein riesiges Fassadengemälde schmückt seit einigen Wochen das Wohnhaus neben der „Bäckerei und Leckerei Schmid“ an der Rosenheimer Straße in Raubling. Erschaffen hat es Künstler „Nasca Uno“.
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Ein riesiges Fassadengemälde schmückt seit einigen Wochen das Wohnhaus neben der „Bäckerei und Leckerei Schmid“ an der Rosenheimer Straße in Raubling. Erschaffen hat es Künstler „Nasca Uno“.
  • vonFranz Ruprecht
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Auf einer vormals „nackerten Wand“ prangt seit einigen Wochen ein Fassadengemälde am Wohnhaus neben der „Bäckerei und Leckerei Schmid“ in Raubling. Nicht wenige nehmen das Kunstwerk vor ihre Kameralinse, um es abzulichten. Künster „Nasca Uno“ hat damit einen richtigen Hingucker geschaffen.

Raubling – „Ich habe mich schon längere Zeit über eine Wandkunst informiert, weil die Hauswand nicht mehr ansehnlich war“, erklärt der Bäcker- und Konditormeister Michael Schmid. Er wollte kein „Gekritzel“, sondern sozial kritische Motive und Lebewesen, die mit der Natur im Zusammenhang stehen. „Ein wichtiger Aspekt war für mich auch, dass der Künstler aus der lokalen Szene kommt wie Nasca Uno.“

Künstler mit peruanischen Wurzeln

In München geboren, in Berlin zuhause und in Raubling aufgekreuzt – Nasca Uno (28) – mit bürgerlichem Namen Armin Eßert-Mendocilla – ehrt seine peruanischen Wurzeln durch seinen Namen, der aus der ausgestorbenen Nazca-Kultur Südperus stammt.

Doch wie kam es zu einem Zusammentreffen zwischen dem Künstler und Schmid? „Eine Cousine vom Michi ist bei meiner Mutter in Baldham bei München beruflich beschäftigt, und dort sind wir ins Gespräch gekommen“, schildert der Künstler. „Ich machte mir eine Skizze, und nach einer Woche Sprüh- und Malerarbeit prangt es nun an Michis Gebäude.“

Tiger soll Tier- und Naturschutz ansprechen

Beim Betrachten des Gemäldes fällt der Blick auf den Tiger. Dieser soll die majestätischen Tiere verkörpern, die in den früheren Jahrhunderten als Machtsymbol von Kaisern und Königen dargestellt wurden. In erster Linie soll der Tiger aber den Tier- und Naturschutz ansprechen: „Den Menschen scheint nicht bewusst zu sein, dass unsere Umwelt sehr fragil geworden und diese Tierart vom Aussterben bedroht ist.“

Eine Sanduhr in Form einer Eule in der rechten Hand des Mädchens visualisiert den langsamen, sicheren Ablauf der Gletscherschmelze, die durch den Klimawandel verursacht wird. Rechts oben im Gemälde versucht das Mädchen, den Laubfrosch bei einem Waldbrand zu retten – eine Anspielung auf den Raubbau und Rodungen von Wäldern.

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Die Figur rechts unten stellt einen „Garuda“ aus der indischen Mythologie dar. „Er ist eine Art Göttlichkeit und Heilsbringer der Menschheit“, so der Künstler.

Fassadengemälde erzeugt riesige Resonanz

Mit bürgerlichem Namen heißt der Künstler Armin Eßert-Mendocilla.

Schmid ist mittlerweile „x-fach“ auf das Fassadengemälde angesprochen worden. Ob persönlich oder per Facebook: „Es gibt eine riesige Resonanz, und ich merke, dass sich die Leute darüber Gedanken machen, weil es Fragen aufwirft.“ Das dunkelhäutige Mädchen könne man zum Beispiel sinnbildlich auf Raubling beziehen, das vor einigen Jahren auch Brennpunkt für Asylbewerber gewesen sei. „Außerdem habe ich seit vielen Jahren Asylbewerber bei mir in der Backstube beschäftigt, derzeit sechs. Der Marokkaner Achmed ist nun bereits 15 Jahre bei mir und inzwischen Backstubenerster. Also gibt es für mich dazu eine gedankliche Brücke“, berichtet Schmid erfreut.

Mix aus Karikatur und Realismus

Als Autodidakt hat sich Nasca Uno im Laufe der Jahre zu einem Künstler entwickelt, der sowohl in Auftrag gegebene als auch selbst initiierte Kunstwerke auf der ganzen Welt malt. Beeinflusst von amerikanischen und japanischen Comic- und traditionellen Malern, verwendet er hauptsächlich in der Natur vorkommende Farben, die Realismus und karikaturistische Elemente miteinander verbinden.

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Mit abstrakten Elementen und natürlichen Fragmenten in seinen komplizierten Stücken fügt er der Dynamik des Kunstwerks einen optisch ansprechenden Kontrast hinzu. Einige Werke des Künstlers waren bereits beim Musikfestival „Lollapalooza Berlin“, dem „Artbase Festival“ bei Neustrelitz oder beim Streetart Festival in Nürnberg zu sehen. Und jetzt eben auch in Raubling.

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