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„Wir haben schlechte Erfahrungen gemacht”

Kein Platz in der Halle? Darum müssen Flüchtlinge am Raublinger Gymnasium in Containern duschen

Die Flüchtlinge, die in der Turnhalle des Raublinger Gymnasiums untergebracht sind, können die Duschen in im Gebäude nicht benutzen.
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Die Flüchtlinge, die in der Turnhalle des Raublinger Gymnasiums untergebracht sind, können die Duschen in im Gebäude nicht benutzen.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Seit den Herbstferien ist die Turnhalle am Raublinger Gymnasium mit Flüchtlingen belegt. Einige Asylbewerber dürfen allerdings die Duschen im Gebäude nicht nutzen, sondern müssen in separate Container ausweichen. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitung verrät die Schulleitung den Grund. 

„Es ist nicht das erste Mal, dass unsere Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird”, berichtet Sport- und Religionslehrer Burkard Schiedermair. Er ist Teil der erweiterten Schulleitung und erinnert sich, dass die Halle bereits vor sieben Jahren umfunktioniert wurde. Schon bei der Flüchtlingswelle im Februar 2015 griff der sogenannte „Winter-Notfallplan“ des Landkreises Rosenheim und tausende Asylbewerber wurden auf Notunterkünfte verteilt. 

Inventar wurde beschädigt

Die Lehren, die man in Raubling damals gezogen hat, seien nun der Grund, dass diesmal Duschcontainer des Rosenheimer Landratsamtes vor der Turnhalle aufgestellt wurden. „Wir haben damals schlechte Erfahrungen gemacht. Das Inventar war nach der Aufnahme der Flüchtlinge stark beschädigt und musste teilweise ersetzt werden“, berichtet Schiedermair. Daher sei es diesmal nur den Familien erlaubt, die sanitären Anlagen innerhalb des Gebäudes zu nutzen. Alle anderen müssten rund zehn bis 15 Meter über das Schulgelände zu den Containern laufen. 

Größere Komplikationen gibt es dadurch aber nicht, wie das Schulleitungsmitglied versichert. „Bisher läuft alles ruhig. Wir haben bisher von keiner Seite Probleme”, meint Schiedermair, der den reibungslosen Ablauf auch auf die Erkenntnisse aus dem Jahr 2015 zurückführt. 

Schon vor den Herbstferien informierte das Landratsamt über die notwendige Belegung der Turnhalle. Innerhalb der letzten drei Wochen sind laut Pressesprecher Michael Fischer 57 Flüchtlinge in Raubling angekommen, 28 von ihnen sind aus der Ukraine. Insgesamt könnte die Sporthalle mit bis zu 280 Plätzen belegt werden. „Nach dem Stand vom 24. November befinden sich im Landkreis Rosenheim 4213 Flüchtlinge”, sagt Fischer. Dem Landkreis stünden dabei 249 Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung. 

Duschcontainer kommen häufig zum Einsatz

Dass dabei speziell bei Sporthallen Dusch- und WC-Container zum Einsatz kommen, hat laut Fischer, neben den Sorgen einer Beschädigung, noch weitere Gründe. „Die Duschen sind in der Schulturnhalle nur über die Umkleideräume erreichbar. Ein Umkleideraum wird vom Sicherheitsdienst allerdings als Büro und Lagerraum benötigt.“ Ein anderer werde freigehalten, falls kurzfristig eine Separierung aufgrund einer Quarantäne notwendig ist. Außerdem hätte die Erfahrung gezeigt, dass nicht alle Frauen Gemeinschaftsduschen benutzen wollen. Dementsprechend  häufig kommen laut dem Landratsamtssprecher solche Container auch bei anderen Unterkünften in der Region zum Einsatz. 

Während die Nutzung am Gymnasium Raubling für die Flüchtlinge inklusive Duschcontainer geregelt ist, fällt der Sportunterricht in der Halle für die Schüler weg. Doch das Gymnasium bekommt Hilfe. „Wir können auf die Raublinger Michael-Ende-Schule und die Realschule in Brannenburg ausweichen”, meint Schiedermair. 

Elternbeirat im Gespräch mit dem Landrat

Ein Dauerzustand soll diese Lösung jedoch nicht bleiben, wie die Elternbeiratsvorsitzende Karin Wagner betont. „Das Ausweichen in die beiden Schulen funktioniert gut, allerdings bleibt von der Doppelstunde nicht mehr viel übrig.” Gerade bei der Fahrt nach Brannenburg gehe viel Zeit verloren. Die meisten Eltern zeigen laut Wagner jedoch Verständnis. Nach einem Telefongespräch mit dem Rosenheimer Landrat Otto Lederer wüssten die meisten, wie schwer es ist, alternative Unterkünfte zu organisieren. „Er hat uns auch versichert, dass die Turnhalle so schnell wie möglich wieder zur Verfügung gestellt werden soll”, meint Wagner.

Für den Winter macht sie sich, genauso wie Sportler Schiedermair, aber nur wenig Hoffnung. „Natürlich ist das nicht schön, aber irgendwer muss die Räume zur Verfügung stellen, um den Flüchtlingen zu helfen”, meint der Sportlehrer. Aktuell versuche man teilweise noch auf den Sportplatz auszuweichen. Mit sinkenden Temperaturen wäre die Schule aber mittlerweile zu 95 Prozent auf die Halle angewiesen. Wann genau die Schüler wieder in den normalen Sportunterricht zurückkehren können, weiß laut Schiedermair allerdings niemand, egal ob Schulleitung, Gemeinde oder Landratsamt. 

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