Am Neujahrstag

Rätselraten über verendetes Gamskitz am Heuberg: Ein Wolf soll nicht im Spiel gewesen sein.

Jagdpächter Georg Höhensteiger aus Rohrdorf ist sich sicher: „Das war definitiv kein Wolf.“
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Jagdpächter Georg Höhensteiger aus Rohrdorf ist sich sicher: „Das war definitiv kein Wolf.“
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Am Neujahrstag hat Bergwanderer Richard Eder ein verendetes Gamskitz am Heuberg unterhalb der Bergwiesen vom Kitzstein gesichtet. Weil der komplette Bauch „aufgerissen“ gewesen sei, mutmaßt Eder, dass ein Wolf am Werk war. Aber Jagdpächter Georg Höhensteiger gibt Entwarnung: „Das war defintiv kein Wolf.“

Nußdorf/Heuberg – Als Richard Eder aus Stephanskirchen sich am Freitag am Neujahrstag zu einer Bergtour Richtung Heuberg aufmachte, bot ihm morgens am Fahrweg unterhalb der Bergwiesen vom Kitzstein, ein grausamer Anblick: Gegen zehn Uhr sah er dort eine verendete junge Gams liegen. „Der ganze Bauch war aufgerissen und die Knochen schauten raus“, schilderte Eder gegenüber unserer Zeitung und schickte als Beweis ein Foto an die OVB-Heimatzeitungen.

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Er, Eder, könne sich nicht vorstellen, dass das Tier von einem Fuchs so zugerichtet worden ist. Denn die Gams sei „komplett ausgeweidet“ gewesen. Vielleicht war da ein Wolf am Werk, mutmaßt der Stephanskirchener.

Bild lässt keine Rückschlüsse zu

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) begutachtete das Foto auf Nachfrage und erklärte, dass anhand des Bildes keine Rückschlüsse auf die Todesursache gezogen werden könnten.

Bürgermeister Sepp Oberauer erklärte auf Nachfrage, dass in den vergangenen Jahren in der Nußdorfer Gegend bislang nie ein Wolf gesichtet wurde. „Das Wolfsproblem haben wir erst jetzt“, sagt er im Hinblick auf die jüngsten Wolfssichtungen im Landkreis Rosenheim. Georg Höhensteiger aus Rohrdorf ist Jagdpächter des Gemeinschaftsjagdreviers Nußdorf. Einen Tag später hat auch er das tote Gamskitz begutachtet. Und der Rohrdorfer ist sich sicher: „Das war definitiv kein Wolf.“ Dafür seien die Fußabdrücke, die im Schnee rings um das Tier noch zu sehen waren, viel zu klein. Sehr wahrscheinlich sei das Tier von einem Fuchs angefallen worden, denkt er.

Dass eine Gams in der Nähe des Heubergs aufgefunden wurde, sei nicht verwunderlich: „Wir haben einen Gämsenbestand in Heuberg.“

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