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KURPARK SOLL RUHEZONE BLEIBEN

Pumptrack-Strecke in der Oberaudorfer Ortsmitte bekommt Gegenwind

Die Jugendlichen in Oberaudorf wünschen sich einen Pumptrack. Weil sich eine solche Anlage auch touristisch gut in den Ort fügen würde, stellt sich nur noch die Standort-Frage. Der Kurpark, so viel wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung deutlich, sei auf jeden Fall der falsche Ort.
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Die Jugendlichen in Oberaudorf wünschen sich einen Pumptrack. Weil sich eine solche Anlage auch touristisch gut in den Ort fügen würde, stellt sich nur noch die Standort-Frage. Der Kurpark, so viel wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung deutlich, sei auf jeden Fall der falsche Ort.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Ein Pumtrack am Kurpark? Das war zumindest die Überlegung von Bürgermeister Matthias Bernhardt. Er wollte den Jugendlichen, die sich an den Ortsrand gedrängt fühlen, mehr Gehör verschaffen und brachte den Vorschlag in den Gemeinderat ein. Doch die Mehrheit des Gremiums sieht den Standort kritisch.

Oberaudorf – Ein Pumptrack steht schon lange auf der Wunschliste von Bürgermeister Matthias Bernhardt (FWO). Zum einen soll eine solche Sportanlage die Attraktivität des Tourismusortes steigern, und zum anderen sollen auch Einheimische, allen voran Jugendliche, davon profitieren. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wollte Bernhardt einen möglichen Standort vorschlagen – vorzugsweise am Kurpark. Aber ein Großteil des Gremiums stellte sich quer. Mit einheitlichem Beschluss wandert die Angelegenheit nun in den Ausschuss für Dorfentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft, Soziales und Tourismus. Dort soll erneut über drei mögliche Standorte beratschlagt werden.

Keine ausreichende Vorab-Information

Schon zu Beginn der Sitzung kritisierte Gemeinderäten Susi März (FWO) die Vorgehensweise des Bürgermeisters. Denn, wie sie fand, sei das Gremium über diesen Tagesordnungspunkt vorab nicht ausreichend informiert worden. „Erst informiert man, dann berät man und dann beschließt man“, machte sie deutlich. In ihren Augen hätte diese Angelegenheit zunächst einmal im Dorfentwicklungsausschuss behandelt werden müssen. Bei einem 40 000 Euro-Projekt hätte sie sich gewünscht „mehr mit ins Boot“ geholt zu werden.

Dieser Meinung war auch Martin Baumann (CSU): Als Jugendreferent würde er einen Pumptrack „voll und ganz“ unterstützen. Mit dem Standort sei er aber nicht einverstanden. Der Kurpark stehe für Kunst, Kultur und Musik. Das sei der falsche Ort für so ein Vorhaben.

In Erklärungsnot

Überdies schloss er sich März‘ Aussage an, dass ihn der Tagesordnungspunkt „Pumptrack Kurpark“ überrumpeln würde. Er sei bereits von einigen Bürgern auf dieses Thema angesprochen worden und dadurch in „Erklärungsnot“ gekommen – weil er schlichtweg nicht wusste, wie die Worte „Pumptrack“ und „Kurpark“ zueinander passen würden.

Bernhardt stellte klar, dass nichts dagegenspreche, die Angelegenheit nochmals im Dorfentwicklungsausschuss zu behandeln. Auch der Verwaltung sei bewusst, dass das angrenzende Gelände neben dem Kurpark als Pumptrack-Standort nicht optimal sei. „Aber tendenziell fühlen sich die Jugendlichen an den Ortsrand gedrängt, die wollen sich zentraler treffen.“ Um deren Interessen zu wahren, fand er es wichtig, den Vorschlag in den Gemeinderat zumindest einzubringen.

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Als alternativen Standort hätte Bernhardt ansonsten den Sportplatz in der Nähe der Bergwacht ins Auge gefasst. Auch Franz Hefter (Bayernpartei) kann sich einen Pumptrack am Kurpark nicht vorstellen: „Kurpark bedeutet für mich Ruhe.“ Für ihn sei eine solche Sportanlage eher am Hocheck denkbar. „Das müssen die Kinder auch einsehen, der Krach ist im Ort eher ungut.“

Alois Holzmaier (CSU) plädiert für das Sportzentrum als Standort. „Der Drang der Kinder ist da“, sagte er. Die Idee, einen Pumptrack zu errichten, habe also ihre Berechtigung. Aber Holzmaier machte auch deutlich, dass die Jugendlichen schon „dort hinkommen, wo sie hinwollen“, eine solche Anlage deshalb nicht unbedingt im Ortszentrum realisiert werden müsste.

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Nachdem sich immer mehr abzeichnete, dass das Gelände neben dem Kurpark von der Mehrheit abgelehnt wird, schlug Bernhardt vor, die Angelegenheit im Dorfentwicklungsausschuss am 13. Juli zu besprechen.

Magnus Waller (CSU) drängte aber, die Sache zeitnah zu behandeln. „Wir müssen bissl vorwärts kommen.“ In seinen Augen sei ein Pumptrack „touristisch absolut gut“. Martin Baumann (CSU) hielt dagegen, dass der Dorfentwicklungsausschuss aber genau für solche Fälle da sei und die Angelegenheit dort in Ruhe besprochen werden sollte. Stephan Bruhn (FWO) warf ein, dass man außerdem zuerst einmal mit den Standort-Eigentümern sprechen müsste.

Verwaltung soll Standorte wählen

Stefan Hirnböck (FWO) wünschte sich, dass der Ausschuss die möglichen Standorte, die die Verwaltung bis dahin auswählen und vorlegen soll, dann auch direkt vor Ort besichtigt – um sich ein konkretes Bild machen zu können.

Auf Nachfrage erklärte Bernhardt, dass es schwierig sei, mit dem Gremium eine – wie von manchen Gemeinderäten gewünscht – Vorabsprache zu führen. Denn dann wäre der Öffentlichkeitscharakter nicht mehr gewahrt: „Wir werden schauen, wie wir das umsetzen.“ Im Prinzip sei er mit dem Ergebnis aber zufrieden: „Eine Debatte hat ja stattgefunden.“ Und das sei das Ziel gewesen.

Was ist Pumptrack?

Pumptracks sind geschlossene Rundkurse mit Wellen und Kurven. Die Anlage kann von Rädern aller Art befahren werden: Mountainbikes, Skate- und Longboards, BMX oder Inline Skates. Beim Überfahren der Hügel und den dadurch entstehenden Zieh- und Drückbewegungen des Körpers (Pumpen) nimmt das Rad Geschwindigkeit auf, ohne dass man Treten muss.

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