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Pop-Up-Biergarten und Kommunenfunk

Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß über sein erstes Jahr im Amt

Johannes Thusbaß in seinem Amtszimmer. Die Einarbeitungszeit hat er als „sehr positiv“ empfunden.
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Johannes Thusbaß in seinem Amtszimmer. Die Einarbeitungszeit hat er als „sehr positiv“ empfunden.
  • VonJohannes Thomae
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„In Prutting wählen wir keine Farben, sondern Menschen.“ Diesen Satz hat Johannes Thusbaß im Wahlkampf oft wiederholt. Dass es in der Kommunalpolitik nicht um Parteien geht, sondern um Personen und darum, wie sich diese für den Ort engagieren ist auch nach wie vor seine Überzeugung.

Prutting – Wir wollten wissen, wie er, der 32-Jährige , der ohne vorherige Gemeinderatserfahrung in das Bürgermeisteramt gewählt wurde, sein erstes Amtsjahr erlebt hat.

2020 – Ihr erstes Amtsjahr, vor allem aber auch ein Corona-Jahr. Wie haben sie es erlebt?

Johannes Thusbaß: Das Jahr hatte zwei Seiten. Auf der einen war die Tatsache, dass die Kontakte zu den Bürgern eingeschränkt waren. Die meisten Feste, fast alle Veranstaltungen, auf denen man als Bürgermeister normalerweise präsent ist, fielen aus. Damit auch die Möglichkeit, mit vielen Bürgerinnen und Bürgern auf einmal ins direkte und unmittelbare Gespräch zu kommen. Das war sehr schade, denn wer wissen will, wo die Leute der Schuh drückt, muss mit ihnen reden können. Das ist ja gerade für jemand, der neu ins Amt gekommen ist, besonders wichtig. Auf der anderen Seite blieb dadurch mehr Zeit für die Einarbeitung, was sehr positiv war: Eine Gemeindeverwaltung ist eine durchaus komplexe Angelegenheit, dieses Instrument muss man gut kennen, um aus ihm nicht nur Töne, sondern richtige Musik herauszubringen.

Dann sind sie gewissermaßen der Dirigent dieses Orchesters?

Thusbaß: Ja. Ich muss, um im Bild zu bleiben, nicht perfekt Tuba oder Klarinette spielen können, aber ich muss eine recht genaue Vorstellung davon haben, wie das Stück als Ganzes klingen soll. Anders formuliert: Ich sehe den Bürgermeister als jemand, der eine klare Idee von der Zukunft des Ortes haben muss. Die konkrete Umsetzung entwickelt sich dann aus der Diskussion mit dem Gemeinderat heraus.

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Eine Diskussion, die ja nach ihrem Wunsch nicht von der Parteizugehörigkeit, sondern von guten Ideen geprägt werden soll.

Thusbaß: Das funktioniert auch bestens. Im Pruttinger Gemeinderat spielen die Parteien tatsächlich keine Rolle, hier geht es wirklich um Argumente. Erst so kann der Gemeinderat auch wirklich die Rolle übernehmen, die ihm meiner Meinung nach zukommt: Er soll zusammen mit dem Bürgermeister das Bindeglied sein zwischen einer Gemeindeverwaltung, die sich aus professionellen Fachleuten zusammensetzt und den Bürgerinnen und Bürgern, ihren Anliegen und Wünschen.

Die klare Vorstellung von Pruttings Zukunft, von der Sie sprachen. Wie sieht sie aus?

Thusbaß: Das große Pfund, mit dem kleinere Orte meiner Meinung nach wuchern können, ist, dass in ihnen dörfliche Strukturen und Traditionen noch erhalten sind. Diese zu bewahren und nach Möglichkeit zu stärken, ist für mich eine ganz zentrale Aufgabe.

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Welche Strukturen meinen Sie?

Thusbaß: Ein schönes Beispiel ist dafür unser Pop-up-Biergarten: Da ist eine Idee, wie wir uns ein kleines dörfliches Highlight schaffen und bei der Umsetzung arbeiten dann alle zusammen. Ohne viel Bürokratie, ohne viel Aufwand, gewissermaßen auf Zuruf. Dörflich eben. Und das Ergebnis ist eine Versammlungsmöglichkeit, bei der die Pruttinger noch ein bisschen mehr zusammenwachsen können.

Was heißt das konkret für die Ortsentwicklung?

Thusbaß: Dass wir versuchen, das Wachstum des Ortes maßvoll zu halten. Die Neubürger sollen sich in den Ort und seine Befindlichkeiten integrieren können.

Dennoch steht da der Bedarf nach mehr Wohnraum, vor allem bezahlbaren Wohnraum auch für Alleinstehende, womit man am Ende an mehrgeschossigem Wohnungsbau, also vielen Neubürgern , nicht vorbeikommt.

Thusbaß: Das ist richtig, bleibt aber insgesamt doch eher die Ausnahme. Wo wir solche Projekte andenken, geht damit ja Hand in Hand der Versuch, auch dort ein aktives Orts- und Versammlungszentrum zu schaffen,, beziehungsweise wiederzubeleben. Der Gemeinderat ist sich einig, dass das Wachstum der letzten Jahre nicht so fortgesetzt werden soll. Für mich ist und bleibt die Nähe der Bürger untereinander aber auch eine offene und erreichbare Verwaltung ein zentrales Thema.

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Deshalb auch der „Kommunenfunk“?

Thusbaß: Ja. Dieser Newsletter ist die ideale Möglichkeit, um alle Pruttinger schnell über alles informieren zu können. Diese Transparenz zahlt sich aus, da bin ich mir sicher, denn nur eine offene Gemeinde lädt zum Mitmachen ein.

Auch zum Mittragen?

Thusbaß: Auch zum Mittragen. Denn die Tatsache, dass wir zum Beispiel momentan dabei sind, alte Beiträge und Gebühren abzurechnen, ist eben gut begründet worden. Zukunftsideen sind nur möglich, wenn die grundlegenden Voraussetzungen, also die kommunalen Pflichtaufgaben gelöst sind: Die Erweiterung des Kindergartens, die Sanierung des Hochbehälters, der Straßenunterhalt – all das kostet Geld. Nur auf einer soliden Finanzbasis kann man aber dann auch Neues andenken.

Sie sind von ihrem ersten Amtsjahr und den ja für Sie anfänglich ungewohnten Ansprüchen und Aufgaben also noch nicht ernüchtert?

Thusbaß: Ganz im Gegenteil. Die Einarbeitungszeit ist abgeschlossen, auch Corona scheint man in den Griff bekommen zu können. Für die nächsten Jahre heißt es: Auf geht’s, pack ma o.

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