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KONSTRUKTIVER AUSTAUSCH

Pruttinger Ortsteilgespräch in Niedernburg: Lauter Ruf nach einem Dorfwirt

Großes Interesse bestand bei den Niedernburgern bezüglich eines neuen Dorfteilzentrums, das Kern einer zukünftigen Wohnbebauung sein soll.
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Großes Interesse bestand bei den Niedernburgern bezüglich eines neuen Dorfteilzentrums, das Kern einer zukünftigen Wohnbebauung sein soll.
  • VonJohannes Thomae
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Den unmittelbaren Kontakt mit den Bürgern zu suchen – das hat sich Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) zu Beginn seiner Amtszeit vorgenommen. Bislang war dies coronabedingt kaum möglich. Jetzt soll es aber sechs Pruttinger Ortsteilgespräche geben. Den Anfang hat Niedernburg gemacht.

Prutting – Dass die Gesprächsreihe in Niedernburg startet, kommt nicht von ungefähr. Beim Wahlkampf im Februar 2020 hatten viele Bürger aus dem Pruttinger Westen angegeben, dass sie sich als Pruttinger zweiter Klasse sähen. „Jeder andere Ortsteil wird beim Namen genannt, nur wir sind immer bloß ‚die Drenteren‘ oder ‚die im Westen‘“ so hatte ein Niedernburger seinem Frust Luft gemacht. Eine Äußerung, die Bürgermeister Johannes Thusbaß richtiggehend erschreckt habe, sagte er. Auch, dass sich etliche Niedernburger eher Vogtareuth oder Stephanskirchen zugehörig fühlten als Prutting, machte ihn betroffen.

Er habe sich deshalb damals sehr aufmerksam notiert, was den Bürgern auf dem Herzen lag. Darum nahm die geplante Schaffung eines Pruttinger Ortsteilszentrums auch viel Raum im Ortsteilgespräch ein, an dem etwa 70 Niedernburger teilnahmen. Der frühere Dorfmittelpunkt, der Botenwirt, existiert seit Langem nicht mehr. Damit sind nicht nur die Niedernburger Schützen in gewisser Weise heimatlos geworden, auch sonst fehlt ein Treffpunkt für die Bürger – von einer größeren Versammlungsmöglichkeit ganz zu schweigen.

Neuen Treffpunkt für Bürger schaffen

Ein Haus zu errichten, das diese Funktionen übernehmen kann, ist deshalb inhaltlicher wie räumlicher Kern eines zukünftigen Neubaugebietes rund um das Gelände der ehemaligen Dorfgaststätte. Hier arbeitet die Gemeinde gerade an Konzepten für einen entsprechenden Bebauungsplan. Eine Aussicht, die zumindest bezüglich des Dorfzentrums von den Niedernburgern sehr begrüßt wurde.

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Mehr Skepsis gab es gegenüber der geplanten Wohnbebauung. Je nach Variante werden es 37 oder 24 Wohneinheiten sein. Schon die kleinere Anzahl an Einheiten fanden etliche Teilnehmer des Ortsteilgespräches zu groß. Das seien für den kleinen Ort einfach zu viele Neubürger auf einmal. Bürgermeister Thusbaß beschwichtigte die Anwohner. Wachstum werde es in Zukunft in der ganzen Gemeinde nur noch in kleineren Schritten geben, das gelte auch für das geplante Wohngebiet in Niedernburg. Diese soll sich in Etappen und auf mehrere Jahre verteilt entwickeln, mithilfe einer gestaffelten Grundstücksvergabe.

Umleitung über St 2359 großes Thema

Im Gespräch ging Thusbaß auch auf das beständige Sorgenkind der Niedernburger ein, die Staatsstraße 2359. Sie führt mitten durch den Ort und muss demnächst auch noch als Umleitungsstrecke für Bauarbeiten auf der B15 herhalten. Hier versuche man, an jeder nur möglichen Stellschraube zu drehen, versicherte der Bürgermeister. Ein erster Erfolg: die Verkürzung des Umleitungszeitraumes von vier Monaten auf zweieinhalb Monate.

Außerdem versuche die Gemeinde, für diese Zeit zumindest eine temporäre Querungshilfe genehmigt zu bekommen. Größere und dauerhafte Veränderungen seien zumindest absehbar, ab 2024 sei eine größere Sanierung der Staatsstraße geplant.

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Insgesamt empfanden alle Beteiligten das Ortsteilgespräch als überaus positiv. Die Bürger sahen sich ernst genommen und fanden es zum Beispiel sehr anerkennenswert – wie es eine Bürgerin lobend formulierte – dass der Bürgermeister die Sorgen und Wünsche aus dem jüngsten Gespräch tatsächlich als Arbeitsaufträge angesehen habe.

Bürger an Dorfzentrum beteiligen

Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister wiederum haben erneut ein unmittelbares Stimmungsbild erhalten und wollen sich deshalb auch bemühen, die Konzepte für den geplanten Bebauungsplan rund um den Botenwirt besser zu kommunizieren. Möglich, dass die Vision des Bürgermeisters, die Niedernburger könnten sich beim Aufbau des zukünftigen Dorfzentrums aktiv mitbeteiligen, Wirklichkeit wird. So, wie es auch beim Bau des Dorfstadels in Prutting der Fall war.

Peter Wagenstetter jedenfalls, der Vorsitzende des Schützenvereins Niedernburg, meinte, mit dem geplanten Dorfzentrum biete sich eine Riesenchance für Niedernburg, die man sich nicht entgehen lassen dürfe.

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