Pruttinger Gemeinderat uneins: Sanierung oder Neubau des Kindergartens Mariä Himmelfahrt?

Der Kindergarten Mariä Himmelfahrt in Prutting muss zunächst brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht werden. Ob der Kindergarten saniert wird oder ob es doch einen Neubau geben wird, darauf konnten sich die Gemeinderäte noch nicht einigen.
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Der Kindergarten Mariä Himmelfahrt in Prutting muss zunächst brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht werden. Ob der Kindergarten saniert wird oder ob es doch einen Neubau geben wird, darauf konnten sich die Gemeinderäte noch nicht einigen.

Das Mobiliar ist nicht mehr zeitgemäß, das Büro zu klein und die Brandschutzstandards werden nicht erfüllt. Die Rede ist vom Pruttinger Kindergarten Mariä Himmelfahrt. Deswegen hat sich der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Von Tina Blum

Prutting– Beim Brandschutz hat die Gemeinde keine Wahl. Lebhaft diskutiert wurde jedoch die Sanierung des Hauses.

Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) erläuterte dem Gremium, dass der Bau-, Umwelt- und Entwicklungsausschuss Ende Juli den Kindergarten besichtigt hat, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Wir haben festgestellt, dass der Brandschutz an mehreren Stellen nicht gegeben ist. Das müssen wir so schnell wie möglich erledigen“, sagte er. Die Kosten dafür übernehme die Gemeinde, ein Beschluss dazu sei nicht zu fassen, da es verpflichtend sei.

Kindergarten ist in die Jahre gekommen

Derzeit besuchten laut Thusbaß 142 Kinder die Betreuungsstätte. Zudem merkte der Bürgermeister an, dass schon vor einiger Zeit ein Bauantrag des Kindergartens für ein neues Büro im Gemeinderat zurückgestellt worden sei, da man zunächst die brandschutzrelevanten Arbeiten planen wollte. Auch nicht unwichtig: der Zustand des Kindergartens.

Zweiter Bürgermeister Dr. Mathias Huber (CSU) eröffnete die Diskussion mit seinen Eindrücken, die er bei der Besichtigung des Kindergartens gesammelt hatte: „Neben dem Brandschutz sind mir jede Menge Dinge aufgefallen, die nicht zeitgemäß sind“, erläuterte er.

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Zukunftsorientiertes Konzept erwünscht

Er merkte an, dass angesichts des Wachstums der Gemeinde „zukunftsorientiert gedacht“ werden müsse. „Nicht immer nur kurzfristig zusammenflicken. Das wäre rausgeschmissenes Geld“, meinte Huber und bekam dafür Zustimmung von Peter Brunner (CSU/Parteifreie).

Stefan Schöne (FWB) warf die Idee eines Neubaus in den Raum. „Klar, es gibt Förderungen. Aber hier geht es um das Wohl der Kinder, da muss man tiefer in die Tasche greifen“, sagte er.

Dritte Bürgermeisterin Agnes Bucher (FWB) berichtete, dass der alte Kindergarten in Riedering nicht abgerissen, sondern zum Hort umfunktioniert wurde. „Immer mehr Kinder besuchen eine Mittagsbetreuung. Vielleicht wäre das auch eine Option für uns.“ Zudem solle man auch ans Personal denken. Denn auch die Mitarbeiter fühlten sich in einem schönen und modernen Umfeld wohler.

Hohe Kosten in Corona-Zeiten

Die breite Zustimmung zum Neubau zerschlug Tobias Wimmer (FWB), der auf die hohen Kosten verwies. Neben dem beschlossenen Projekt des Seniorenheims, das in Corona-Zeiten mächtig zu Buche schlage, sei der Ausbau des alten Kindergartens zu einem Hort ebenfalls auch nicht umsonst. Christoph Vorderhuber (ULP) schlug eine dezentrale Lösung für den Kindergarten vor.

Statt eines zentralen Hauses plädierte er für einzelne kleine Gruppen in verschiedenen Ortsteilen mit einer übergeordneten Kindergartenleitung. Kritik an der Idee kam von Markus Schäffner (ULP), der anmerkte, dass Kinder nur einen bestimmten Zeitraum in den Kindergarten gehen und so nicht immer gleich viele Kinder in den Ortsteilen betreut würden.

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Kindergarten im Seniorenheim?

Sebastian Harster (CSU) schlug vor, den Kindergarten in das geplante Seniorenheim zu integrieren. „Ein sehr zukunftsorientiertes Konzept“ stimmte Bürgermeister Thusbaß zu, er habe sich darüber auch schon Gedanken gemacht. „Allerdings ist das Grundstück auf allen vier Seiten begrenzt“, erklärte er. Viel Platz für einen Garten bliebe dabei nicht.

Ob Sanierung des bestehenden Gebäudes oder doch lieber Neubau, darauf konnten sich die Gemeinderäte nicht festlegen. Einigkeit unter den Räten herrschte jedoch beim Bau eines neuen Büros. Aus Kostengründen lehnten die Räte diese Option geschlossen ab und schlugen die Möglichkeit eines Containers vor.

Zuerst müsse entschieden werden, ob das bestehende Gebäude saniert wird oder doch ein Neubau kommt. Einen Beschluss dazu stellte das Gremium zurück.

Gremium beschließt Errichtung eines Waldkindergartens

Ebenfalls auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Errichtung eines Waldkindergartens. Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) erläuterte, dass derzeit Gespräche mit den Anwohnern geführt würden, um einen geeigneten Standort für den Kindergarten zu finden. Weil der Kindergarten Mariä Himmelfahrt von der Auslastung auf Anschlag sei, könnte der Waldkindergarten die Spitzenlast ausgleichen. Stimmen aus dem Gremium fragten nach der Infrastruktur, auch ausreichende Parkmöglichkeiten sollten dabei bedacht werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass, sobald es konkreter würde, die infrastrukturelle Erschließung erarbeitet werden soll. Gemeinderätin Barbara Stein (FW) merkte an, dass man sich auch die Nachbargemeinden bezüglich eines Standortes und bei der Auswahl eines Trägers ins Boot holen sollte. Das Gremium stimmte einstimmig für die Errichtung des Waldkindergartens.

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