Großer Bedarf

Pruttinger Bürgermeister Johannes Thusbaß: „Es braucht den Waldkindergarten“

Die Gemeinde sieht sich in Zugzwang bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze: Ihr bislang einziger Kindergarten Mariä Himmelfahrt (unser Bild) ist voll belegt, fürs nächste Jahr müssten Kinder bereits abgewiesen werden.
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Die Gemeinde sieht sich in Zugzwang bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze: Ihr bislang einziger Kindergarten Mariä Himmelfahrt (unser Bild) ist voll belegt, fürs nächste Jahr müssten Kinder bereits abgewiesen werden.
  • vonJohannes Thomae
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Das Ringen um den Waldkindergarten in Prutting geht weiter. Die Gemeinde ist aufgrund der großen Nachfrage nach Kindergartenplätzen im Zugzwang – und wartet auf Nachricht aus dem Rosenheimer Landratsamt.

Prutting – „Es ist nach wie vor so: Bekommen wir heute grünes Licht vom Landratsamt, können wir morgen anfangen“ sagt Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß. Er meint damit den geplanten Waldkindergarten der Gemeinde, für den ein bestehendes Imkerhäuschen auf einem Grundstück bei Haberspoint kostensparend genutzt werden könnte.

Öffnung im Herbst erforderlich

Das Problem dabei: Das Haus ist als Imkerhaus genehmigt, eine Umwidmung zu einem nicht landwirtschaftlich genutzten Gebäude in diesem Außenbereich nach Ansicht des Landratsamtes baurechtlich schwierig. Wie berichtet, scheitert die Umwidmung nach Ansicht des Landratsamtes auch daran, dass ein nicht landwirtschaftlich genutztes Gebäude in dieser Lage mittlerweile nur noch in einer Größe von 25 Quadratmetern genehmigt werde, während das bestehende Haus doppelt so groß ist.

Eine Genehmigung erfolge auch nur dann, wenn es sich um eine Lager- oder Schutzhütte ohne Aufenthaltsraum handelt. Landrat Otto Lederer versprach deshalb Ende Januar, sich selbst um das Problem zu kümmern, doch die Gemeinde habe seither noch nichts Neues gehört. Nun ist Bürgermeister Johannes Thusbaß zwar klar, dass der Landrat viel, gerade in Coronazeiten auch Unaufschiebbares auf dem Schreibtisch hat, dennoch läuft auch ihm die Zeit davon. „Wir müssen spätestens im Herbst aufmachen, egal auf welcher Basis“ sagt er.

Denn der einzig weitere Kindergarten, den Prutting hat, der Kindergarten Mariä Himmelfahrt, ist schlichtweg voll.

„Bei der letzten dortigen Vorstandssitzung wurde klar, dass schon jetzt sechs Kinder keinen Kindergartenplatz bekämen, wenn wir den Waldkindergarten nicht eröffnen würden“, stellt der Bürgermeister fest. Deshalb versuchen Gemeinde und der zukünftige Betreiber das Waldkindergartenprojekt mit Macht voranzubringen: Die Personalsuche ist am Laufen, auch Anmeldungen für die neue Kindergartengruppe sind schon möglich.

Und immer noch hofft man in der Gemeinde inständig darauf, dass es irgendwie gelingen könnte, das bestehende Gebäude zu nutzen. Bauverordnungen seien das eine, der normale Menschenverstand sei bisweilen etwas Anderes, meint der Bürgermeister.

„Das ist keine Privatangelegenheit“

„Wir hätten hier ein Haus, das sich ohne kostenintensive Umbauten ideal eignen würde, mit seinen fünfzig Quadratmetern sogar zukunftsfähig wäre, weil dort bei Bedarf auch zwei Kindergartengruppen Platz fänden. Es ist den Pruttingern einfach schwer klarzumachen, dass man trotz dieser speziellen Ausgangslage an Verordnungen nicht vorbeikommt.“

Schließlich, so die Ansicht vieler Bürger, gehe es hier ja nicht um die private Angelegenheit eines Einzelnen, sondern um ein Vorhaben, das ausschließlich der Allgemeinheit zugutekäme.

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