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Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel

Kooperation mit 16 Gemeinden: So will sich Prutting energetisch fit für die Zukunft machen

Prutting will, wie viele andere Gemeinden auch, die Straßenbeleuchtung auf LED umstellen und so Strom sparen. Dieses dpa-Foto entstand in einer Gemeinde in Sachsen-Anhalt.
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Prutting will, wie viele andere Gemeinden auch, die Straßenbeleuchtung auf LED umstellen und so Strom sparen. Dieses dpa-Foto entstand in einer Gemeinde in Sachsen-Anhalt.
  • VonJohannes Thomae
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Gemeinsam sind wir nicht nur stark, sondern auch schlau. So könnte man die Idee beschreiben, die hinter dem Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel steckt. Und die Prutting in die Lage versetzen soll, sinnvoll Energie zu nutzen – und zu sparen.

Prutting – Eine Veränderung unserer Energiestruktur ist dringend nötig und das nicht erst seit der Ukrainekrise, diese macht die anstehenden Probleme nur richtig deutlich.

Diese Veränderung ist aber von kleineren Gemeinden, wie etwa Prutting mit seinen rund 3000 Einwohnern, im Alleingang nur schwer zu stemmen. Die nötigen Entscheidungen erfordern Fach- und Tiefenwissen, das in den Verwaltungen verständlicherweise nicht einfach so gegeben ist. Dieses Wissen über Berater einzukaufen ist in der Regel teuer, eine Sicherheit, dabei auf die optimale Beratungsfirma gesetzt zu haben, nicht gegeben. Der Weg aus diesem Problem: ein Zusammenschluss von mehreren Gemeinden.

Verbund aus 16 Gemeinden

Dieser Zusammenschluss macht unter anderem eigenes Fachpersonal möglich, das weiß, wo kleinere Gemeinden der Schuh drückt, welche Schwierigkeiten sie bei der Bewältigung der Energiezukunft haben und welche Möglichkeiten zur Problemlösung es gibt. Das Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel ist ein solcher Zusammenschluss, offiziell gegründet im Januar letzten Jahres, dem derzeit 16 Gemeinden aus den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Rosenheim und Traunstein angehören.

Aufbau und Entwicklung seit 2015

Die Vorbereitung für dieses Regionalwerk und der Aufbau von Fachwissen dauert aber schon viel länger: Seit 2015 ist man, ausgehend von der Keimzelle, der Gemeinde Kirchanschöring, dabei, das Projekt zu entwickeln. Ab dem kommenden Jahr – dem nächstmöglichen Einstiegszeitpunkt – wird auch Prutting dazugehören.

Dieser einstimmige Beschluss fiel bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Schon in der Sitzung davor hatte Hans-Jörg Birner, Bürgermeister der Gemeinde Kirchanschöring und derzeit Vorsitzender des Regionalwerks, das Konzept vorgestellt.

Nahwärme-Netze sind ein Schwerpunkt

Einer der zahlreichen Schwerpunkte dabei: der Aufbau von gemeindlichen Nahwärme-Versorgungsnetzen. Dies ein Bereich, mit dem sich Prutting schon seit einiger Zeit auseinandersetzt. Gerade hier ist die Voraussetzung aber eine verlässliche Analyse des jeweiligen Potenzials. Das Regionalwerk hat darin bereits jetzt Erfahrung und auch die nötige „Manpower“: Fachleute die nicht nur am grünen Tisch planen, sondern aus eigener Erfahrung wissen, was umsetzbar ist und was nicht. Die Einstiegsvoraussetzung in das Regionalwerk, eine einmalige „Einlage“ von 30 000 Euro deshalb, so die einhellige Meinung des Gemeinderates, bestens investiertes Geld.

Pioritäten setzen bei Energieprojekten

Noch in der gleichen Gemeinderatssitzung wurden zudem weitere Felder aufgetan, in der man vom Fachwissen des Zusammenschlusses profitieren können wird. Gemeinderätin Barbara Stein hatte Bürgermeister Johannes Thusbaß darauf aufmerksam gemacht, dass die Gemeinde bereits im Jahr 2015 einmal ein „Energiecoaching“ durchgeführt hatte, das die Verbesserung der Energiesituation zum Ziel hatte. Die Untersuchung wurde vom damaligen Gemeinderat zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht weiter umgesetzt. Das jetzige Gremium beschloss, die bereits geleistete Vorarbeit nun auszunutzen und Optimierungsprojekte an der damaligen Analyse auszurichten. Als erstes will man eine Prioritätenliste erstellen, an deren Spitze die Vorhaben stehen, die entweder besonders viel Energie sparen helfen oder besonders schnell auszuführen sind. Ein Projekt, auf das beides zutrifft, wurde noch auf der Sitzung beschlossen: die Umrüstung der Pruttinger Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen.

Auf Vorarbeiten weiter aufbauen

Die mögliche Stromersparnis ist hier auf jeden Fall erheblich. Die Analyse aus dem Jahr 2015 hatte ergeben, dass über die Hälfte des kommunalen Stromverbrauchs auf die Straßenbeleuchtung entfällt. Bei der Umsetzung aller weiteren Punkte, darüber bestand absolute Einigkeit im Gemeinderat, wird die Unterstützung des Regionalwerks von großem Vorteil sein. Dies gilt nicht zuletzt beim Erkennen von denkbaren Lösungsansätzen, die 2015 noch nicht gegeben waren: Etwa der Einrichtung eines „virtuellen Kraftwerkes“ das die durch heimische Photovoltaikanlagen erzeugte Energie für die eigene Gemeinde nutzbar macht.

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