Gemeinde will Rücklage schaffen

Mit sinkenden Steuereinnahmen gerechnet: Prutting plant Haushalt um Corona herum

Finanziell hat Prutting – anders als auf diesem Bild vom Augusthochwasser – festen Boden unter den Füßen. Und damit auch ein hundertjährliches Hochwasser in Zukunft keine Überschwemmungen mehr verursacht, sind im Haushalt 650 000 Euro für den Hochwasserschutz eingeplant.
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Finanziell hat Prutting – anders als auf diesem Bild vom Augusthochwasser – festen Boden unter den Füßen. Und damit auch ein hundertjährliches Hochwasser in Zukunft keine Überschwemmungen mehr verursacht, sind im Haushalt 650 000 Euro für den Hochwasserschutz eingeplant.
  • vonJohannes Thomae
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Haushaltsplanung ist derzeit für alle Gemeinden schwierig. Die Pruttinger haben ihren Haushalt so aufgestellt, dass er möglichst pandemieresitent ist: Gewerbesteuereinnahmen knapp kalkuliert, dafür Grundstück kaufen und verkaufen.

Prutting – Noch immer ist nicht völlig abzusehen, wie sich das Corona-Jahr 2020 auf den Haushalt auswirkt, denn die endgültigen Steuerbescheide für die Firmen werden ja erst in diesem Jahr erstellt. Und die kommenden Monate bieten ebenfalls mehr Unsicherheiten als Klarheit: Werden die Impfungen greifen und ab wann, und wie wird die Entwicklung auf die Wirtschaft durchschlagen?

Bauland wird gekauft und wieder verkauft

Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Prutting beschlossen, sich selbst eine zusätzliche und vergleichsweise kalkulierbare „Rücklage“ zu schaffen. Man wird dieses Jahr Kredite in Höhe von fast drei Millionen Euro aufnehmen, die zu einem Großteil – in Höhe von 2,4 Millionen Euro – in Grundstückskäufe gesteckt werden.

Bei den Grundstücken handelt es sich um Bauland für Wohnungen, vor allem aber für Gewerbeflächen, die man in den Folgejahren wieder verkaufen möchte. Mit den Einnahmen wird nicht nur der jetzt aufgenommene Kredit gedeckt, sondern es können für die kommenden Jahre auch zusätzliche Finanzreserven geschaffen werden.

Erschließungen der letzten fünf Jahre werden abgerechnet

Ein weiterer Posten sind die Kanal- und Straßenerschließungsbeiträge für die letzten fünf Jahre. Ihre Abrechnung hat man in Angriff genommen, die entsprechenden Zahlungen werden verteilt über die nächsten ein bis zwei Jahre eingehen.

Einkommenssteueranteil bleibt stabil

Fürs laufende Jahr setzt man bei den Gewerbesteuereinnahmen 1,3 Millionen an und ist damit noch vorsichtiger als letztes Jahr. Da hatte man die ursprüngliche Annahme aus dem Januar 2020, die bei 1,75 Millionen lag, noch im Frühjahr auf 1,5 Millionen reduziert, die tatsächlich auch fast genau erzielt werden konnten. Da demgegenüber der Einkommenssteueranteil im letzten Jahr vergleichsweise stabil blieb, rechnet man auch dieses Jahr mit etwas über zwei Millionen Euro. Positiv auch, dass im letzten Jahr eine Zuführung zu den Rücklagen in Höhe von fast 650 000 Euro erfolgen konnte.

Gerüstet für die großen Investitionen

Mit diesem Betrag und mit der Darlehensaufnahme ist die Gemeinde trotz reduzierter Einnahmen gut gerüstet für die großen Investitionen, die im laufenden Jahr anstehen. Es sind dies vor allem die Sanierung des Hochbehälters für die Trinkwasserversorgung, die nicht mehr verschoben werden kann und mit 650 000 Euro zu Buche schlägt. Zusammen mit den Rechnungen, die noch aus dem vergangenen Jahr anstehen – für die Anlage des neuen Brunnens, und den Bau des Brunnenhauses – summieren sich die Ausgaben auf rund eine Million.

Hochwassersschutz rund ums Mösl

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Hochwasserschutz: Die Bilder vom August letzten Jahres, bei der das „Mösl“ dabei war, sich Teile des Ortes zu erobern, hat jeder noch im Kopf. Da derartige Starkregenereignisse in Zukunft wohl eher häufiger denn seltener werden, möchte man sich möglichst schnell für ein 100-jährliches Hochwasser rüsten, für die entsprechenden Schutzmaßnahmen sind 650 000 Euro angesetzt.

Investitionen in den Nachwuchs

Eine wichtige Investition in die Zukunft ist nach Ansicht von Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) und dem Gemeinderat auch jeder Cent, der für den Pruttinger Nachwuchs ausgegeben wird. Deshalb sind 50.000 Euro für Sanierungsarbeiten im Kindergarten vorgesehen und 60.000 Euro für die Betriebstechnik der Schule. Angeschafft werden auch Luftfiltergeräte für jedes Klassenzimmer, die voraussichtlich mit weiteren 40.000 Euro zu Buche schlagen. Daneben will die Gemeinde auch in Zukunft die IT-Einrichtung der Schule tatkräftig unterstützen, schon im letzten Jahr waren Klassenzimmer digitalisiert und Notebooks zur Verleihung angeschafft worden. Ein ansehnlicher Betrag, nämlich 100.000 Euro ist auch für die Kinderspielplätze eingerechnet. Geplant ist, damit nicht nur einen dritten Spielplatz zu errichten, sondern auch für die bestehenden neue Spielgeräte zu beschaffen.

Viel Geld für die Infrastruktur

Nicht vernachlässigt werden darf der Unterhalt der bestehenden Infrastruktur. Ein großer Posten ist hier der Straßenunterhalt, für den 550 000 Euro vorgesehen sind. Hier werden auch in den nächsten Jahren noch Maßnahmen anstehen. Nicht zuletzt wegen etwaiger Sanierungen im Bereich des Kanalnetzes. Eine Kamerabefahrung des Netzes fand schon statt, die Auswertung wird zeigen, wo man hier tätig werden muss.

Haushalt einstimmig verabschiedet

Da der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 14,2 Millionen Euro im Haushaltsausschuss intensiv vorberaten worden war, konnte er auf der letzten Gemeinderatssitzung schnell und einstimmig angenommen werden.

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