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145 JAHRE FREIWILLIGE FEUERWEHR IN SÖLLHUBEN

„Professionelle Notfallmanager“

Früh und weithin hörbar wurde der Festtag eröffnet. Thomae
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Früh und weithin hörbar wurde der Festtag eröffnet. Thomae

Man schreibt das Jahr 1872: Deutschland hat seit zwei Jahren einen Kaiser, Bayern noch seinen König Ludwig, die Mass Wiesenbier kostet nach wie vor 32 Pfennig – und Söllhuben hat nun eine eigene freiwillige Feuerwehr.

Riedering – 145 Jahre Feuerwehr sind natürlich ein Grund zum Feiern und die Söllhubener taten es über zwei Tage hinweg, mit einem Bier- und Weinfest am Samstag und am Sonntag mit Gottesdienst sowie anschließendem Fahnenzug zum Frühschoppen beim Feuerwehrhaus.

Söllhuben steht damit in einer Reihe von Feuerwehrjubiläen, die es die nächsten Jahre zu feiern gibt. Das hängt damit zusammen, dass die Bayerische Regierung in den 60- und 70er-Jahren des vorletzten Jahrhunderts bei den Bezirksämtern massiv auf die Gründung freiwilliger Wehren drängte. Im Bereich Söllhuben gab es noch bis in die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts etwa alle drei Jahre einen Großbrand. Mittlerweile hat sich das Aufgabenfeld aber verlagert. Brände gibt es immer weniger, dafür wird immer öfter die technische Hilfe der Feuerwehren bei Unfällen benötigt.

Ganz jung – verglichen mit der 145 jährigen Geschichte – ist das Arbeitsfeld der sogenannten „First Responder“, die für die Gemeinde Riedering 2001 eingerichtet wurden und von Söllhuben aus betreut werden. Mit solchen Einheiten versuchen mittlerweile viele Feuerwehren die Zeit zwischen einer Notfallmeldung und dem Eintreffen von Rettungswagen oder Notarzt zu überbrücken. Gerade in ländlichen Gebieten kann es manchmal bis zu fünfzehn Minuten dauern, bis der Rettungswagen kommt – der First Responder, der näher vor Ort ist, schafft das schneller.

„Profis“ war auch das Stichwort für Gemeindereferent Tobias Gaiser bei seiner Ansprache im Wortgottesdienst: Feuerwehrleute seien nicht einfach Samariter, sie seien mehr: professionelle Notfallmanager. „Die helfen nicht nur, weil sie es wollen, sondern auch, weil sie es können.“ Wenn sich jeder, so meinte er, nach seinen Fähigkeiten irgendwo im Vereinsleben eines Dorfes einbrächte, wäre dieses auf dem Weg zu einer fast idealen Gemeinschaft.

Söllhuben ist in dieser Hinsicht durchaus gut aufgestellt, die Feuerwehr hat 240 Vereinsmitglieder, davon 60 aktive Feuerwehrfrauen und -männer. Es verfügt darüber hinaus über ein reges Vereinsleben. Das bewiesen auch die vielen Ortsvereine, die mit ihren Fahnenabordnungen zum Jubiläum gekommen waren. Gemeinsam mit den Gästen, den Feuerwehren aus den übrigen Riederinger Gemeindeteilen und aus den benachbarten Orten gaben sie ein wirklich buntes Bild.

Bleibt die Frage, warum man denn das 145. Jubiläum feierte und nicht wartete, bis die 150 Jahre voll wurden? Die Antwort ist einfach: Feuerwehren „retten, bergen, löschen, schützen“ nicht nur, sie sind von jeher auch ein wichtiger Teil der örtlichen Feierkultur: Weil in Söllhuben dieses Jahr aufgrund der Sanierung der Endorfer Straße das Dorffest ausfallen muss, sprang die Feuerwehr mit ihrem Jubiläum ein und sorgte mit dem Bier- und Weinfest am Samstag, dass Söllhuben dieses Jahr nicht ohne Fest sein muss.

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