Platzprobleme im Pruttinger Rathaus: Besprechungen in der Küche

Der gepflegte Vorplatz vor dem Pruttinger Rathaus müsste nach einem Entwurf von 2011 einem Anbau weichen. Davon hielten die Gemeinderäte aber nichts.
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Der gepflegte Vorplatz vor dem Pruttinger Rathaus müsste nach einem Entwurf von 2011 einem Anbau weichen. Davon hielten die Gemeinderäte aber nichts.
  • vonTina Blum
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Im Pruttinger Rathaus ist es zu eng geworden. Mit der Gemeinde ist auch die Verwaltung gewachsen, zusätzliche Räume gibt es aber nicht. Nun hat sich der Gemeinderat mit der Möglichkeit eines Anbaus beschäftigt.

Prutting – Geschäftsleiter Georg Plankl beschrieb den Gemeinderäten die beengte Situation: „Es fehlen Besprechungsräume und auch ein Auslegungsraum für Unterlagen“, berichtete er dem Gremium. Einige Mitarbeiter nutzten dafür inzwischen die Küche. Im Hinblick auf das Gemeindewachstum betonte Plankl, die Wichtigkeit eines zukunftsorientierten Baus. Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) verwies darauf, dass ein Anbau bereits vor einigen Jahren Thema gewesen sei.

Er präsentierte den Räten einen Entwurf von Mai 2011. „Ich habe bereits mit einem Planungsbüro gesprochen, ob der Entwurf auf diese Weise noch umsetzbar wäre“, erläuterte er. Die Kostenschätzung: etwa 275 000 Euro. Und der Vorplatz am Eingang des Gebäudes mitsamt des Brunnens müssten dem Neubau weichen. „Vielleicht müssten wir uns auch beim Amt für Ländliche Entwicklung erkundigen, ob wir einen Teil des Zuschusses zurückzahlen müssten“, so Thusbaß.

Skepsis bei altem Entwurf von 2011

Allerdings stand das Gremium dem Entwurf von 2011 skeptisch gegenüber. „Der Platz ist so schön gestaltet, einen Anbau an dieser Stelle kann ich mir optisch nicht vorstellen“, meinte Peter Brunner (CSU/Parteifreie). Tobias Wimmer (FWB) lehnte den vorgeschlagenen Entwurf ebenfalls ab. „Vier zusätzliche Zimmer à 20 Quadratmeter helfen jetzt. Aber was ist in zehn Jahren?“

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Christoph Vorderhuber (ULP) sprach die Möglichkeit der dezentralen Erweiterung an. „Ich habe auch schon darüber nachgedacht, das Bauamt zum Bauhof auszulagern“, entgegnete Bürgermeister Thusbaß. Allerdings seien die Dienstwege für Besprechung dadurch weiter.

Es folgten Vorschläge bezüglich Aufstockung nach oben hin und weitere Diskussionen um die Kosten, auf die man in Corona-Zeiten besonders achten müsse. Im Gremium herrschte Zustimmung über die Notwendigkeit eines Anbaus, aber auch Einigkeit darüber, dass dieser nicht am Vorplatz sein soll. Stefan Schöne (FWB) stellte einen Antrag auf eine Machbarkeitsstudie. Einstimmig sprachen sich die Räte dafür aus, dass nach weiteren Möglichkeiten für eine bauliche Erweiterung gesucht werden soll.

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