PFAFFENHOFENER BAUPROJEKT IM SCHECHENER GEMEINDERAT

Planungen für Kita nehmen Form an

Erste Skizzen der geplanten Kindertageseinrichtung in Pfaffenhofen. Planungsgruppe Strasser GmbH
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Erste Skizzen der geplanten Kindertageseinrichtung in Pfaffenhofen. Planungsgruppe Strasser GmbH

Erste Skizzen der neuen Kita in Pfaffenhofen wurden bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schechen vorgestellt. Simon Bauer von der Planungsgruppe Strasser aus Traunstein erklärte dem Gremium die aktuellen Entwürfe.

Schechen – Die neue Einrichtung soll auf einem gemeindeeigenen Grundstück südlich des bestehenden Kindergartens „Spatzennest“ in Pfaffenhofen entstehen. Das Gebäude mit seiner Ost-West-Ausrichtung verfügt laut der Vorplanung über einen Hauptzugang an der Westseite sowie einen Verbindungsgang zum bestehenden Kindergarten. Der Gang soll sich durch den dortigen Baumbestand schlängeln, um diesen weitestgehend erhalten zu können. Lediglich ein Apfelbaum müsse weichen, erklärte der Planer. Die Verbindung wurde eingeplant, weil einige Räume im neuen Gebäude von beiden Kindergärten genutzt werden sollen. „So können die Kinder trockenen Fußes hinübergehen“, so Bauer. Der Gang soll gepflastert werden, allerdings nicht voll eingehaust. Der Planer könnte sich etwa eine Holzverschalung vorstellen, sodass für die Kinder auch ein überdachter Ort zum Spielen entstehe.

Das neue Gebäude verfügt über zwei Geschosse und ist nicht unterkellert. Unter anderem sei der Wasserstand im Untergrund dafür zu hoch. Nach ausdrücklichem Wunsch von Gemeinde und Kita-Leitung seien die beiden Krippen-Gruppen oben untergebracht worden, da es dort ruhiger sei. Im ersten Geschoss finden zwei Kindergartengruppen ihren Platz. Neben den beiden Gruppenräumen sind dort unter anderem ein gemeinsamer Sanitärraum sowie zwei Intensivräume für Bastelstunden oder Ähnliches vorgesehen.

Die Gruppenräume sind Richtung Süden ausgerichtet und haben Zugang zum Garten. Ein Behinderten-WC ist so eingeplant, dass man es auch von außen erreichen kann. Der Speise-, Koch- und Essbereich ist für dreimal acht Kinder ausgelegt und soll wechselnd belegt werden. Nach Rückfrage von Gemeinderätin Maria Pindl (CSU) ist die Küche nicht für die Selbstversorgung gedacht, sondern man werde wahrscheinlich mit einem Catering arbeiten. Laut Planer seien die Anforderungen für eine sonst nötige Industrieküche so hoch, dass sich nicht nur Änderungen im Grundriss, sondern auch Mehrkosten von rund 300 000 Euro ergeben würden.

Der Essbereich wird durch eine flexible Trennwand von einem Mehrzweckraum getrennt. Dieser ist für sportliche Aktivitäten gedacht. Wird die Wand entfernt, entsteht ein großer Raum, etwa für Feste mit den Familien. Eine Treppe, ein Aufzug sowie zwei Außentreppen führen in das obere Geschoss. Die Außentreppen ermöglichen es den Krippen-Kindern, in den Garten zu gelangen, ohne durch das ganze Haus zu müssen. Neben den beiden Krippen-Räumen gibt es im Obergeschoss zwei getrennte Sanitärräume mit Wickelmöglichkeit sowie einen gemeinsamen Schlafbereich. Das sei laut Planer sinnvoll, weil dann eine Erzieherin aufpassen könne und die andere frei für andere Tätigkeiten sei. Oben ist außerdem das Büro sowie WCs für die Mitarbeiter vorgesehen.

Das Gebäude verfügt über ein Satteldach, auf dem man eine Fotovoltaikanlage installieren könnte. „Damit könnte man das Gebäude rechnerisch auf einen Null-Energie-Standard bringen“, so Planer Bauer. Vorgesehen sind eine Luftwärmepumpe, eine Fußbodenheizung sowie eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sein Entwurf sieht ein massives, verputztes Sockelgeschoss vor, und oben einen Ziegelbau mit einer Holzverkleidung. Leichtigkeit könnte das Gebäude durch ein nicht völlig geschlossenes Balkongeländer sowie unterschiedliche Öffnungsgrößen der Fenster bekommen.

Den Terminplan skizzierte er wie folgt: Für die geplante Fertigstellung im September 2020 müsste man im Mai 2019 mit dem Bau beginnen. Dafür müsste die Genehmigungsplanung im Dezember starten. Die Gesamtkosten-Schätzung inklusive einer Fotovoltaikanlage bezifferte er auf rund 4 079 000 Euro.

„Da zieht es mir ja die Schuhe aus“, meinte Gemeinderat Josef Weber junior (CSU) angesichts dieser Summe. Planer Bauer erklärte, dass es sich bei dem Gebäude nicht um ein einfaches Wohnhaus handele, sondern bei Kindertageseinrichtungen ganz andere Anforderungen herrschten. Außerdem seien die Marktpreise derzeit so hoch. Im Grunde habe sich an dem Gebäude in Hinblick auf die Vorplanungen nicht viel geändert. 60 Prozent von den zuwendungsfähigen Kosten würden überdies bezuschusst. Zweiter Bürgermeister Peter Lechner, der Bürgermeister Hans Holzmeier vertrat, nannte die Entwürfe eine „gute Planung“. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Vorplanung ohne Änderungen zu übernehmen.

Die Betreuungslage in der Gemeinde ist angespannt. Im Kindergarten „Spatzennest“ in Pfaffenhofen, im Kinderhaus „Sonnenschein“ in Hochstätt sowie in einer neuen Kleinkindgruppe sind alle Plätze belegt. Im Mai hatte sich der Gemeinderat darauf geeinigt, übergangsweise eine Kita-Gruppe in einer mobile Containeranlage unterzubringen, die inzwischen bereits in Betrieb ist.

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