Piratinnen entern das Kirchenschiff: Bildergalerie vom Faschingsumzug in Neubeuern

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Piraten erstürmten beim Faschingszug in Neubeuern die Gams-Hochburg und richteten ihre Kanonen auf politisch Kurioses und regional Amüsantes. 13 bulldoggezogene Wagengefährte trumpften auf, begleitet von 11 Fußvölkern.

Von Petra Reischl-Zehentbauer

Neubeuern - Die Gastgilden aus Bernau, Endorf, Prutting und Rohrdorf heizten die Stimmung um die Brunnenbar und dem Faschingsgrill gewaltig an, bevor sie das Münchner Markttor zum beeindruckenden Einzug öffneten.

Allen voran zog das mächtige Hauptschiff von dem Prinzenpaar Fabian und Barbara und das Peter Pan-Begleitschiff der Jungprinzen, welche die Flagg übernahmen. Die Crew begleiteten die Kinder des Kindergartens Zwergerlburg, gewappnet als motivierte Nachwuchspiraten.

Das Kreuzfahrtschiff Aida geht in Neubeuern CO2-neutral zu Wasser

Der Inn brach aus und schwappte im Klimawandel am gestrigen Sonntag bei 14 Grad im tiefsten Winter hoch bis an die Kuppe des Inntal-Findlings und spülte so manche Tiefseebewohner und noch vieles mehr, mitten unter die Narreteien, die sich belustigt um das Schauspiel reihten. Buntfische bewachten den versenkten Goldschatz, um ihn vor den Piraten zu schützen, die in Heerscharen auf leichte Beute unterm Schloss lauerten.

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Während die Altenbeurer Meerschixn den etlichen Eminenzen zu See zutanzten, um sich in Szene zu setzen, stahlen ihnen die freizügig flirtenden „Queen of Drags“ die medienstarke Show. Geschlechtlich aktiv ruderten auch die Pfarrgemeindefrauen mit ihrem Balkenmäher an Bord gegen den Strom. Fest darauf installiert war Gemeindepfarrer Rudolph, der sein Schatzkästchen hütete bis die Piratinnen sein Kirchenschiff enterten und er gefesselt als bargeldlose Mastfigur endete. Belächelt wurde er von den Passagieren des Kreuzfahrtschiffes Aida, das in Neubeuern CO2-neutral zu Wasser gelassen wurde und keinen Hehl daraus machte, dass Bio-Gas genauso umweltschädlich ist wie der durch den Schornstein gejagte Diesel.

AKK inspiziert beim Neubeurer Fasching die Gorch-Schrott

Zum Thema Klima wurde auch Greta am „black friday“ zu „worst-day-Zeiten“ geantwortet: „Greta sei dank, fahren wir ohne Diesel im Tank“. Die Politikverdrossenheit teilte sorgenumwoben das Inntal mit dem anvisierten Reise-Schnellzug, der über den Badesee durch Neubeuern pretscht, alle bayerischen Alpentouristen versprengt und die Immobilienkauflust schier kentern lässt. Denn definitiv bewahrheitet sich „Aus ist‘s mit der Badelust, es droht der Bahnfrust“.

Und während es drunter und drüber geht mit den Meuterern inspeziert AKK den Gorch-Schrott, denkt über ihre Verteidigung nach und stellt fest „Alles marode, nix geht mehr bei der Bundeswehr“, „Unser Heer macht nix mehr her“, „We want you for german army!“.

Während sich alle den Sorgen hingeben „wo wird das hinführen?“ wird das gesellschaftliche Miteinander nach wie vor in Neubeuern gepflegt. Da grillt am überdimensionalen Spieß der Kannibalen ein Pirat, der dem System zum Opfer gefallen ist. Und Fritz und Bärbel Vornberger schauen zuversichtlich dem Jahr 2030 entgegen, in dem ihre Dorfwirtschaft alle Turbulenzen traditionsgemäß überstanden hat, einen chineschen Namen trägt bis zur Umwandlung in die JVA Altenbeuern.

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