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PRIENER PFARRER FOLGT GOTTES RUF

Pfarrer Klaus Hofstetter verlässt die Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf

Pfarrer Klaus Hofstetter bei dem diesjährigen Kommuniongottesdienst in Bad Endorf
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Pfarrer Klaus Hofstetter bei dem diesjährigen Kommuniongottesdienst in Bad Endorf

Bad Endorf, Prien– Es ist kein leichter Abschied für Pfarrer Klaus Hofstetter – dennoch freut er sich auf seine neue Aufgabe im Erzbistum München und Freising. Das ist seine neue Herausforderung.

Pfarrer Klaus Hofstetter kann bereits die Monate herunterzählen. Ab September wird er für die Berufungspastoral im Erzbistum München und Freising verantwortlich sein. Damit verlässt Hofstetter nach sieben Jahren die Katholische Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ in Prien und die Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf. In einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen blickt Hofstetter auf seine Amtszeit zurück.

Herr Hofstetter, sieben Jahre lang waren Sie hier in der Region Pfarrer. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf ihre neue Tätigkeit in München?

Klaus Hofstetter: Ich hatte von einer Kollegin Besuch und habe ihr die schönsten Flecken im Chiemgau gezeigt. Dabei sind mir die Tränen gekommen. Ich dachte, Mensch Klaus, das war’s jetzt dann bald. Sei es die Landschaft und vor allem die Menschen, die mir echt ans Herz gewachsen sind. Mir wird jeden Tag mehr bewusst, was ich hier zurücklasse.

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Was gewinnen Sie, wenn Sie nach München gehen?

Hofstetter: Ich gewinne eine schöne neue Herausforderung. Ich habe weiterhin mit Menschen zu tun. Auch wenn ich in der Zentrale der Erzdiözese in München mein Büro habe, bin ich kein Schreibtischtäter. Ich werde junge Menschen und Erwachsene unterstützen, die in die Seelsorge oder in eine Ordensgemeinschaft gehen wollen. Meine Zuständigkeit ist es sie zu begleiten und zu unterstützen – sei es einzeln oder mit Angeboten in der Gruppe. Mir gefällt das Bild einer Hebamme: Ich unterstütze in der Berufungspastoral Menschen auf ihrem Lebensweg, bei ihrer Berufs- und Berufungsfindung. Ich konnte gar nicht Nein sagen, weil ich mich auf die Tätigkeit echt freue.

Wie war Ihre Arbeit in den beiden Pfarrverbänden?

Hofstetter: Es waren zwei Pfarrverbände, neun Kirchengemeinden, fünf politische Gemeinde und drei evangelische Gemeinden… da gibt es immer Herausforderungen. Salopp gesagt: Eine Gemeinde spinnt immer und dann hat man noch acht weitere. Die Größe merke ich auch in der Firmvorbereitung. Statt 20 Firmlinge haben wir hier 120. Da geht dann die Post ab. Ich denke auch gerne an die Gaufeste zurück, die ich mit den Trachtlern begangen habe.

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Was hat Sie vor allem geprägt?

Hofstetter: Die Menschen – und das sage ich jetzt nicht nur so. Es ist schon bewegend, wenn eine Frau auf einen zukommt und nach 40 Jahren beichten möchte. Oder jemand wieder in die Kirche eintritt. Das sind schon Begegnungen, die ich nicht vergessen werde.

Neben all dem Schönen gab es bestimmt auch schwere Momente?

Hofstetter: Im vergangenen Januar hatte ich eine Krise. In meiner morgendlichen Meditationszeit kam es in mir hoch: Ich kann nicht mehr. Ich habe dann mein Team, meinen Arbeitgeber und meine Gemeinden informiert und mir eine neunwöchige Auszeit nehmen können. Es war wichtig, transparent zu sein und zu zeigen: Auch ein Pfarrer, der eigentlich immer für andere da ist, muss sich auch um sich selbst kümmern. Ich habe gemerkt, es hat mich letztlich tiefere Wurzeln schlagen lassen. Nach meiner Rückkehr kamen Menschen auf mich zu und haben mit mir ihre Sorgen und Gefühle geteilt, weil sie ähnliches erlebt hatten. Da wird einem Vertrauen geschenkt und Lebenskompetenz zugesprochen.

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Ich muss Sie fragen: Haben Sie einen Lieblingspfarrverband?

Hofstetter: Nein, wirklich nicht. Jeder Pfarrverband hat seine Herausforderungen und seine schönen Seiten.

Wie planen Sie Ihren Abschied?

Hofstetter: Wir planen zuversichtlich und schauen, wie es aufgrund der Corona-Pandemie umsetzbar ist. Auch Pater Joshy geht zum 1. September. Wir planen einen Gottesdienst am 1. August am geografischen Mittelpunkt der beiden Pfarrverbände, und zwar am Maurer Sitzbankerl in Rimsting – ein Open Air Gottesdienst. Falls keine Verpflegung möglich sein kann, könnte ja jede Familie ihre Picknickdecke und ihre Brotzeit mitnehmen und dann sitzen wir nach dem Gottesdienst noch beisammen, mit dem Blick auf die Berge und den Chiemsee…

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