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Umgestaltung des Sitzungssaales

Oval oder offen? Warum in Stephanskirchen über die Sitzordnung im Gemeinderat diskutiert wird

Der Bürgermeister allein mit CO2-Ampel im leeren Sitzungssaal – so weit, wie zu Corona-Hochzeiten kommt es hoffentlich nicht wieder. Sonst muss der Stephanskirchner Gemeinderat nochmal aus seinem Saal in die benachbarte Turnhalle ziehen. Am erneuerten ovalen Sitzungstisch ist Abstand nicht möglich.
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Der Bürgermeister allein mit CO2-Ampel im leeren Sitzungssaal – so weit, wie zu Corona-Hochzeiten kommt es hoffentlich nicht wieder. Sonst muss der Stephanskirchner Gemeinderat nochmal aus seinem Saal in die benachbarte Turnhalle ziehen. Am erneuerten ovalen Sitzungstisch ist Abstand nicht möglich.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Wie will man künftig miteinander arbeiten? Räte plus Verwaltung plus Experten im großen Kreis beziehungsweise Oval. Oder Verwaltung und Experten gegenüber den Räten in zwei Reihen.

Stephanskirchen – Die letzte Gemeinderatssitzung in der alten Formation war Anfang 2020. Dann kam erst Corona, dann ein neuer und größerer Gemeinderat. Nach einigen Sitzungen in der benachbarten Turnhalle der Grundschule Schloßberg kehrten die nun 24 Gemeinderäte zurück in den Sitzungssaal.

Vom Klassenzimmer zum Parlament

Der war mit Einzeltischen aus der Otfried-Preußler-Schule ausgestattet und wie ein Klassenzimmer bestuhlt worden. Letzteres wurde Mitte 2021 geändert, die Tische um 90 Grad gedreht und in parlamentarischer Anordnung aufgebaut. Und so blieb es.

Da nun aber das Rathaus auf LED-Beleuchtung umgestellt wird, tauchte die Frage nach der Sitzordnung wieder auf. Denn danach richtet sich die künftige Beleuchtung des Sitzungssaales.

Im Mai 2021 hatten die Ratsmitglieder eindeutig zur offenen Sitzordnung tendiert, sie wollten durch eine Erweiterung des ovalen Tischs von 27 auf 31 Sitzplätze nicht gut 20 Quadratmeter des etwa 100 Quadratmeter großen Sitzungssaales „verschwenden“.

Elektrotechniker stellt Varianten vor

Elektrotechniker Wolfgang Weingart hatte sich zu beiden Varianten Gedanken gemacht, stellte diese den Räten in der letzten Sitzung vor der Sommerpause vor. Die Erweiterung des ovalen Tischs wäre technisch einfach zu bewältigen, weil die Kabel durch die vorhandenen Anschlüsse – im Fachjargon „Bodentanks“ – und im Rund unter dem gestreckten Tisch hindurch geführt werden könnten. Die neun LED-Leuchten könnten in die vorhandenen Ausschnitte eingebaut werden. Das Licht wäre sehr auf den Ratstisch fokussiert, „setzt auch ein Zeichen, dass Sie sich zu Entscheidungen zusammenrotten.“

Schlechte Sicht durch Monitore auffangen

Der größte Nachteil: Etwa die Hälfte der Ratsmitglieder – und etwa die Hälfte der Besucher – hat sehr schlechte Sicht auf die Leinwand, an die Bebauungspläne, Fotos, etc. geworfen werden. Das könne und müsse man mit Monitoren an der „Schamschürze“ oder der Decke verhindern. Schamschürze? Ist die Abdeckung, die Damen davor schützt, dass gegenübersitzende Herren ihnen unter den Rock gucken können.

Bei offener Sitzordnung auch andere Nutzung möglich

Die offene Sitzordnung, auch „parlamentarisch“ genannt, hat den Vorteil, dass alle Ratsmitglieder auf Verwaltung, Experten und Leinwand schauen. Außerdem könnten die Tische für Veranstaltungen abgebaut werden und es würden keine Zusatzmonitore für Politiker oder Besucher gebraucht. Allerdings müsste neues Mobiliar angeschafft, die Beleuchtung sowie die Verkabelung erweitert werden.

Hybridsitzungen, bei denen einige Gemeinderäte sich von zuhause aus in die Sitzung einklinken, weil sie Grippe, gebrochenes Bein oder keinen Babysitter haben, sind in beiden Varianten möglich. Da wollte sich Weingart aber nicht auf genaue Kosten festlegen, „die ändern sich zu schnell.“

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„Ich sitze in der ersten Reihe, bekomme von meinen Kollegen nichts mit“, beklagte sich Stephan Mayer, Fraktionsvorsitzender der Parteifreien Bürger. Florian Beck erklärte, die Bayernpartei sei gegen das Oval. „Das ist sehr eng und in der offenen Anordnung kann man besser arbeiten.“ Fand Steffi Panhans, die 3. Bürgermeisterin auch. Und: „So können wir den Saal auf für andere Veranstaltungen nutzen. Mit dem ovalen Tisch gehen nur Gemeinderatssitzungen.“

Letztlich dachte aber die Mehrheit wie Hubert Lechner (Parteifreie Bürger): „Ich vermisse das Zusammenrotten im Oval. Da sind tolle Ideen entstanden.“

Sitzen wie ums Lagerfeuer

14 der 20 anwesenden Stimmberechtigten sprachen sich für das Oval aus, wollen künftig wie ums Lagerfeuer sitzen. Die Koten für diese Variante hat Weingart mit rund 75.000 Euro geschätzt.

Die LED-Leuchten, die der Bauausschuss noch ohne Sitzungssaal fürs Rathaus befürwortet hatte, können nun gleich mit Sitzungssaal beschafft und eingebaut werden.

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