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„Kleines Osterwunder“

Stute verstößt Fohlen Bella, die Haflinger-Stute einer Familie aus Nußdorf wird Ersatz-Mama

Das Kaltblut-Fohlen Bella wurde kurz vor Ostern von seiner Mutter verstoßen und von einer Haflinger Stute angenommen. Zusätzlich wird das junge Fohlen noch mit der Flasche gefüttert. Die elfjährige Kathi ist darin mittlerweile Expertin.
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Das Kaltblut-Fohlen Bella wurde kurz vor Ostern von seiner Mutter verstoßen und von einer Haflinger Stute angenommen. Zusätzlich wird das junge Fohlen noch mit der Flasche gefüttert. Die elfjährige Kathi ist darin mittlerweile Expertin.
  • VonVolkhard Steffenhagen
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Die eigene Mutter wollte das kleine Fohlen nicht. Deshalb war ein Schwangauer Züchter auf der verzweifelten Suche nach einer Ersatz-Mama für „Bella“. Bei Familie Grandauer in Nußdorf wurde man schließlich fündig: Die Haflinger Stute „Gräfin“ nahm sich dem Fohlen an. Obwohl sie nicht einmal trächtig ist.

Nußdorf – Von einem „kleinen Osterwunder“ spricht Haflinger-Züchter Sebastian Grandauer aus Nußdorf, wenn er die rührende Geschichte von Bella erzählt. Das verstoßene Kaltblut-Fohlen brauchte dringend eine Ersatz-Mama. Alle trächtigen Stuten lehnten das Sorgenkind ab. Doch dann sah die Haflinger Stute „Gräfin“ das Fohlen und sei schier durchgedreht. „Als wären die Muttergefühle mit ihr durchgegangen“, schildert Grandauer. Und zudem sei ihr auch noch, obwohl sie nicht trächtig ist und kein Junges hat, die Muttermilch eingeschossen. Seither seien Bella und Gräfin ein „Herz und eine Seele“.

Von der leiblichen Mutter verstoßen

Eine regelrechte Odyssee hat das kleine Fohlen schon hinter sich: Kurz vor den Feiertagen wurde es in Schwangau geboren und von seiner leiblichen Mutter gleich darauf verstoßen. Alle Versuche des Schwangauer Züchters, eine Ersatzmutter zu finden, scheiterten.

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Über Facebook erfuhr Sebastian Grandauer schließlich von dem verzweifelten Hilferuf des Züchters – und holte das Fohlen kurzerhand auf seinen Hof. Er hatte die Hoffnung, dass sich einer seiner Stuten dem Fohlen annehmen würde. Doch daraus wurde nichts: Die Stute, die kürzlich erst ihr eigenes Fohlen verloren hatte, wollte sich nicht um Bella sorgen. „Das ist ganz selten, dass das klappt“, sagt der Pferdezüchter. Sobald die Fohlen schon einige Tage alt wären und anders riechen, würden sie von fremden Stuten meist nicht mehr angenommen werden. Währenddessen sei Bella, wie Grandauers Kinder das Fohlen getauft hatten, schon arg geschwächt gewesen. Auch mit der Flasche habe sich das Fohlen zunächst nicht füttern lassen.

Doch dann geschah ein kleines Wunder, schildert der Haflinger-Züchter: In der Pferdebox nebenan stand die Haflinger Stute „Gräfin“. Sie wieherte und trabte bei Bellas Anblick: „Sie war total aufgeregt“, erinnert sich Grandauer. Also öffnete er die Box und ließ das Fohlen zu ihr. „Wir dachten: Mei, vielleicht kümmert sie sich ein bisschen um das junge Fohlen.“ Es dauerte nicht lange, bis sich Bella zärtlich an die Stute kuschelte. Schnell sei eine innige Beziehung zwischen den beiden entstanden. Ein Glück für Bella, die seither zufrieden die Muttermilch annehmen würde.

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Auch Grandauers Töchter Kathi und Magdalena haben das kleine Fohlen bereits ins Herz geschlossen und füttern es zusätzlich mit der Flasche. Alle vier Stunden wechseln sich die Mädchen ab und versorgen das Fohlen – auch in den frühen Morgenstunden: „Jetzt haben sie eine Beschäftigung in den Osterferien“, schildert der Nußdorfer lachend.

Biss- und Trittspuren am Körper verheilen

Am Ostersonntag hieß es dann im Stall der Familie Grandauer: Mutter und Kind wohlauf. „Wir sind glücklich, weil das schon fast an ein Wunder grenzt. Eine Haflinger Stute nimmt ein süddeutsches Kaltblut-Fohlen an, bekommt dann noch Milch und behandelt das Fohlen wie ihr eigenes“, fasst Sebastian Grandauer das Geschehen zusammen.

Nun verheilen auch langsam die Biss- und Trittwunden bei Bella, die ihr von ihrer leiblichen Mutter zugefügt wurden.

Wie es dann weitergeht, wisse Sebastian Grandauer allerdings auch noch nicht: „Vielleicht bringen wir Bella wieder zurück in den Schwangau. Hierzu werden wir uns unter Züchterfreunden noch verständigen. Das wird aber noch etwas dauern.“ Bis zum Sommer soll Bella erst mal hierbleiben.

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