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Ortstermin zwischen Lkws an der Staatsstraße bei Aign und Niedernburg

Diskussion mit den Anliegern: Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, Straßenbauamtschef Stefan Leitner und sein Mitarbeiter Florian Deininger, Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner (CSU) und der Sprecher der Anliegergemeinschaft, Georg Plankl (von links) am Straßenrand in Aign.  Hampel
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Diskussion mit den Anliegern: Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, Straßenbauamtschef Stefan Leitner und sein Mitarbeiter Florian Deininger, Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner (CSU) und der Sprecher der Anliegergemeinschaft, Georg Plankl (von links) am Straßenrand in Aign. Hampel

Am Ende blieb nur der elektronische Zeigefinger. Für die Anlieger der Staatsstraße von Stephanskirchen nach Vogtareuth, die täglich 10000 Fahrzeuge, darunter 1230 Lkws, ertragen müssen, war der Ortstermin mit Behörden, Bürgermeister und Abgeordnetem eher unbefriedigend. von Sylvia Hampel

Vogtareuth/Prutting – Gewichtsbeschränkung, Querungshilfen, Gehweg, Fahrverbot – die von knapp 10 000 Fahrzeugen inklusive 1230 Lkws in zwölf Stunden heimgesuchten Anlieger der Staatsstraße 2359 in Aign, Niedernburg, Locken, Lack und Ziellechen können sich einige Maßnahmen vorstellen, die ihnen das Leben erleichtern. Die verhindern, dass der Schwerlastverkehr über die Küchenbank fährt, die ein sicheres Queren der Straße ermöglichen.

Übergeblieben ist nach einem gut einstündigen Ortstermin am Rande der Staatsstraße nicht viel. Die Begrenzung auf 7,5 Tonnen, von vielen Anliegern favorisiert, ist Sache des Landratsamtes. Das war beim Ortstermin nicht vertreten, erklärte auf Nachfrage, dass eine Gewichtsbeschränkung nur aus technischen Gründen möglich sei und dann ohne Ausnahme gelte – auch für Busse und Milchlaster. Für eine Regelung, die die Lkws auf die B 15 auf der anderen Innseite zwingt, fehlen nach Ansicht der Vertreter des Straßenbauamtes und nach Ansicht des Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner (CSU) die rechtlichen Voraussetzungen.

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Querungshilfen können sich Stefan Leitner und Florian Deininger vom Straßenbauamt vorstellen, allerdings muss dafür genug Platz sein. Und das ist an der Straße, die oft nur einen Meter an den Häusern vorbei führt, ein Problem. Ebenso wie ein Gehweg mit Hochbord, der Fußgängern eine gewisse Sicherheit gäbe und – so die Hoffnung der Anlieger – schon durch seine einschränkende Optik den Schwerlastverkehr abbremst.

Solidarität hat ihre Grenzen

Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) kann sich einen Gehweg ohnehin nur als Hochbord, das heißt mit zehn bis 15 Zentimetern Höhe, vorstellen, „das ist das einzig Sinnvolle“. Zu Grundstücksverhandlungen ist er gerne bereit. Der Gehweg wäre Gemeindesache. Zwar gibt es laut Stöttner bis zu 60 Prozent Zuschuss vom Freistaat, den Rest müssten aber die Gemeinden und damit die Anlieger zahlen. Genau da beginnt das Problem: „I gabat mein Grund her, aber zahlen dua I gwiss nix“, er selber brauche den Weg schließlich nicht, so ein Anlieger.

Lesen Sie auch: Kann ein Gehweg Laster bremsen?

Und ohne Vorplanung und geschätzte Kosten sei wohl keiner seiner Nachbarn bereit, Grund für einen Gehweg oder eine Fußgängerinsel her zu geben, vermutet der Sprecher der Anlieger, Georg Plankl. Nun sind weder Vogtareuth noch Prutting finanziell auf Rosen gebettet, weswegen Leitmannstetter auch etwas zögert angesichts der vorzustreckenden Planungskosten.

Stöttner kennt die Situation in Aign, Niedernburg und den anderen Weilern und Ortsteilen gut. Er hat selber dort gelebt. Genau an der Staatsstraße 2359. Und er weiß noch, dass vor rund einem Dutzend Jahren eine neue Fahrbahndecke aufgebracht wurde. Die in der Zwischenzeit bricht und bröselt. „An anderen Stellen unseres 1200 Kilometer langen Straßennetzes sieht es deutlich schlimmer aus“, gesteht Stefan Leitner, der Chef des Straßenbauamtes, der selber täglich diese Staatsstraße entlang fährt. Er sagt aber zu, die schlimmsten Stellen – an denen leere Lkws besonders laut scheppern – abzufräsen, werde tatsächlich ein Gehweg gebaut. Es sei natürlich sinnvoll, das in einem Aufwasch zu erledigen.

Grünes Smiley und rotes Wutgesicht

Soforthilfe bieten nur die elektronischen Zeigefinger, die stationären Geschwindigkeitsanzeigen, die mitfröhlichen Smiley oder rotblinkendem Wutgesicht die gefahrene Geschwindigkeit unterstreichen. „Die machen einen schon sehr aufmerksam auf das eigene Tempo und bremsen ab“, sind sich Stöttner und Plankl einig. Drei solcher Anzeigen – zwei auf der Spur Richtung Süden, eine auf der Spur Richtung Norden – sollen es sein. Angesichts von Preisen rund um die 2000 Euro war Leitmannstetter nicht euphorisch.

Eine ganz langfristige Lösung, die eine echte Ortsentwicklung ermöglichte, brachte Stöttner ins Spiel: Die Anlieger sollten sich doch mal überlegen, ob nicht eine Verlegung der Straße möglich wäre. Und wenn ja, wo die Straße verlaufen könnte. Stöttner ist sich sicher: „Eine finanzielle Unterstützung durch den Freistaat gibt es bestimmt.“

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