Blick in die Vorgärten

Ökumenischer Advent auf 29 Stationen in Brannenburg und Flintsbach

Mehr Gerechtigkeit und Schutz in der Welt – dafür sollen die Engel, die die Weltkugel bei Familie Gottwald in Brannenburg bewachen, sorgen.
+
Mehr Gerechtigkeit und Schutz in der Welt – dafür sollen die Engel, die die Weltkugel bei Familie Gottwald in Brannenburg bewachen, sorgen.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
    schließen

Corona sorgt für viele Einschränkungen. Aber der Fantasie und der Kreativität sind nach wie vor keine Grenzen gesetzt: Für die Adventszeit hat sich eine ökumenische Vorbereitungsgruppe ein neues Format ausgedacht: 29 Stationen in Brannenburg und Flintsbach mit adventlichen Gestaltungen in Vorgärten.

Brannenburg/Flintsbach – Anstatt eines „Lebendigen Adventskalenders“, der in den vergangenen Jahren stattgefunden hatte, stellen Familien und Einzelpersonen aus Brannenburg und Flintsbach heuer an insgesamt 29 Stationen adventliche Gestaltungen aus. Die Aktion läuft in den Gemeinden noch bis Weihnachten.

Aktion tue den Menschen gut

Gerade in dieser schwierigen Zeit „brauchen die Leute etwas“, um in Adventsstimmung zu kommen, sagt Barbara Weidenthaler, katholische Gemeindereferentin im Pfarrverband Brannenburg-Flintsbach. Schon im Oktober hatten katholische und evangelische Christen überlegt, wie der Advent heuer gestaltet werden kann. „Wir wollten den Advent einfach nicht ausfallen lassen“, so Weidenthaler, die die Vorbereitungen koordiniert hat. Nach einem „Brainstorming“ im Oktober habe sich dann „ganz langsam“ die Idee entwickelt, an mehreren Vorgärten einen „adventlichen Gedanken“ auszustellen. Alle Ideen stehen unter dem Motto: „Fürchtet euch nicht – Gott ist bei euch!“. Bei jeder Station liege ein laminiertes Din-A4-Batt mit diesem Spruch aus.

-

+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

„Das tut den Menschen heuer besonders gut“, ist die Gemeindereferentin überzeugt. Entstanden sei eine bunte Mischung: von Symbolen, Bildern, bis hin zu Gestecken aus Naturmaterialien. „Wir haben es den Beteiligten sehr freigestellt, was sie herrichten wollen. Alle, die wir angefragt haben, haben zugesagt, mitzumachen“, sagte Helmut Enzinger, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Degerndorf. Die Gestaltungen seien zusätzlich mit Versen, Geschichten oder Gedankensprüche versehen: „Der Betrachter wird so völlig kontaktfrei auf Advent und Weihnachten eingestimmt.“

„Mariä Verkündung“ kann man im Garten von Helmut Enzinger in Degerndorf bewundern.

Auch Enzinger nahm an der Aktion teil: „Ich wollte die Mariä Verkündung nachstellen.“ Dazu habe er einen selbstgebundenen Weidenengel beleuchtet und im Garten platziert.

Lesen Sie auch:

Welchen Sinn erfüllt noch der Adventskalender?

Gedanken hat sich auch Irmgard Weiner aus Flintsbach gemacht: Sie hat sich für eine biblische Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja entschieden: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“, zitiert sie ihren Lieblings-Leitspruch.

Irmgard Weiner aus Flintsbach arrangiert eine Bibelstelle: Aus einem alten Baumstamm wächst neues Leben.

Um diesen bildlich darzustellen, hat sie einen alten Baumstumpf dekoriert und einen jungen Fichtentrieb darauf drapiert. „Gerade in der Zeit, in der Angst und Unsicherheit herrschen, sollen sich die Menschen erinnern, dass Gott das Leben weitergehen lässt. Auch, wenn wir jetzt gerade ein bisschen zu kämpfen haben“, erklärt die 65-Jährige. Sie habe den Eindruck, dass die Stationen bei den Leuten gut ankommen: „Ich bin mit meinem Mann spazieren gegangen, und ich habe ganz viele Leute gesehen, die sich schon auf den Weg gemacht haben.“

Vom 1. bis 24.12. jeden Tag ein neues Türchen: Der singende OVB-Adventskalender

Auch Pfarrer Thomas Löffler von der evangelischen Kirchengemeinde Brannenburg zeigt sich sehr angetan: „Ich findet es großartig, dass sich so viele Leute an der Aktion beteiligt haben“. Er lobt das Engagement der katholischen und evangelischen Christen, die sich dafür einsetzten, die adventliche Einstimmung in den Ort zu tragen.

Bewusst habe man sich dagegen entschieden, nur 24 Stationen zu gestalten, erklärt Barbara Weidenthaler. „Das wäre bei den Spaziergängern schon wieder mit dem Druck verbunden gewesen, alle Stationen schaffen zu müssen.“ So habe man das Ganze etwas offener gelassen – bis sich zufällig 29 Stationen ergeben haben.

18 Geschäfte stellen Krippen aus

Neben den privaten Häusern sorgen auch 18 Geschäfte für Adventsstimmung und haben in ihren Schaufenstern Krippen ausgestellt – garniert mit adventlichen Texten. Dabei gehe es nicht um das Ausstellen handwerklicher Kunst, sondern um die Vielfalt an Darstellungen der Geburt Christi. Auch hier werden kleine Zettelchen mit adventlichen Impulsen ausgelegt: „Die christliche Botschaft ist in unseren Dörfern sichtbar, nicht nur in den Kirchen“, freut sich Barbara Weidenthaler.

Kommentare