Gartenbauverein Nußdorf: Neue Ideen im Fokus

Obstbörse: selber pflücken

Nußdorf - "Eine Schlange, die nicht beißt", ist in Nußdorf mittlerweile ein geflügeltes Wort geworden, das auf eine Aktion des Nußdorfer Obst- und Gartenbauvereins im vergangenen Jahr zurückgeht. Damals wurde auf dem Vereinsgelände am Schulgarten ein Barfußparcours mit verschiedensten Materialien angelegt (wir berichteten), der mittlerweile nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei vielen Nußdorfer Einwohnern und Gästen sehr beliebt ist.

"Hier können sich die geplagten Füße einmal so richtig wohlfühlen und erfühlt werden", resümiert Schriftführerin Ursula Lagler in ihrem Jahresbericht.

Die Nußdorfer Gartenfreunde blickten in ihrer Jahreshauptversammlung beim Schneiderwirt auf ein aktives Jahr zurück. Da gab es einen Obstbaumschnittkurs mit Markus Eppenich in Theorie und Praxis, das Osterbasteln für Erwachsene und den Gartenwichtel, die Aktion "Saubere Landschaft", einen Rosenschnittkurs und das Ferienprogramm. Als Ausgleich für die viele Gartenarbeit im Laufe des Jahres ging es für zwei Tage in den Bayerischen Wald. Schließlich wurde im Oktober auf dem Bauernmarkt neben Obst, Gemüse, Honig, Marmeladen und Eier auch herbstliche Handwerkskunst angeboten. So endet das Gärtnerjahr im Dezember mit einem Christkindlmarkt.

"Auch das kommende Jahr wird interessant", sagte Maria Liegl, Erste Vorsitzende des Vereins. Im März begeben sich Nußdorfs Gärtner auf eine Schlemmertour zum Viktualienmarkt. Im April wird ein Obstbaum-Veredelungskurs angeboten. Außerdem sind noch Ausflüge in die Wildschönau und in die Wachau geplant.

Auf dem Vereinsgelände soll im Sommer ein Duftgarten mit Minzarten entstehen. Insbesondere soll dabei den Kindern vermittelt werden, dass man mit wenig Aufwand leckere Limonade selbst herstellen kann. Am Kindergarten wird eine bereits bestehende Sitzgruppe mit heimischen Sträuchern verschönert. Die Kosten und das Einbringen der Sträucher übernimmt der Verein. Jedes Nußdorfer Schulkind wird wieder eine Jungpflanze erhalten. Damit sollen die Kinder sehen, wie aus einem Pflänzchen bei guter Pflege eine große Blume wird.

Die Beete am Dorfanger sowie am Rathausvorplatz, der Schulgarten der Grundschule und die Wiesen am Kirchwald werden von Vereinsmitgliedern weiterhin gestaltet und gepflegt. Die Kosten für Nachpflanzungen übernimmt ebenfalls der Obst- und Gartenbauverein. Die Pflege der gemeindeeigenen Obstbäume wird von Mitglied Rudi Hennerfeind übernommen. Am 28. September finden wieder ein Apfelkuchenfest sowie ein Bauernmarkt am Pfarrheim statt. Das Jahr wird wieder mit dem nun schon traditionellen Christkindlmarkt enden.

"Sie lieben richtig gute Äpfel von einheimischen Bäumen, haben aber leider keine Obstwiese?", fragte die Zweite Vereinsvorsitzende Evi Oberauer die Mitglieder. "Oder umgekehrt: Sie sind Besitzer von alten Obstbäumen, können das Obst aber gar nicht nutzen, sodass es im Herbst unter den Bäumen verfault?" Die Antwort auf diese Fragen: "Dann machen Sie mit bei unserer Obstbörse!" Dabei wird das Obst anderen Bürgern des Ortes zum unentgeltlichen Pflücken angeboten. Obstanbieter melden ihre Angebote einige Tage vor der Obstreife beim Verein. Als Organisator konnte Franz Schweinsteiger gewonnen werden. stv

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