Gemeinderat sammelte Ideen

Oberaudorf: Welche Art der Wohnbebauung soll „Am Heimfeld“ entstehen?

Im Baugebiet „Am Heimfeld“ (ehemaligen Hallenbadgebäude) soll neuer Wohnraum geschaffen werden. Im Moment befindet sich der Gemeinderat Oberaudorf in der Vorplanungsphase.
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Im Baugebiet „Am Heimfeld“ (ehemaligen Hallenbadgebäude) soll neuer Wohnraum geschaffen werden. Im Moment befindet sich der Gemeinderat Oberaudorf in der Vorplanungsphase.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Wie soll das Gebiet „Am Heimfeld“ bebaut werden? Diese Frage war Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Heute haben wir die Chance, ganz offen zu diskutieren, was wir haben wollen“, sagte Bürgermeister Matthias Bernhardt (FWO) zu Beginn.

Oberaudorf– Ziel war es, Ideen zu sammeln, mit denen die Gemeinde in die Ausschreibung gehen kann. Die formulierten Ziele sollen an mehrere Planer versendet werden. Derjenige mit der besten Ideenskizze wird dann für eine Detailplanung beauftragt. Nach einer langen Diskussion einigte sich das Gremium darauf, an der Bad-Trißl-Straße ein baulich abgestuftes Modell mit größeren Baukörpern, die sich mit dem Abstand zur Straße verkleinern sollen, anzustreben.

Als Option sozialer Wohnungsbau

In einer früheren Sitzung wurde das Gebiet „Am Heimfeld“ durch die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans in ein „Allgemeines Wohngebiet“ (WA) umgewandelt (wir berichteten). „Jetzt geht es darum, festzulegen, was wir dem Planer an die Hand geben“, sagte Bernhardt. Sein Vorschlag lautete, direkt an der Bad-Trißl-Straße Mehrfamilienhäuser zu errichten. Darunter könne er sich auch Mehrgenerationenmodelle vorstellen sowie ein Mehrfamilienhaus, in dem zu kostengünstigen Preisen Wohnraum angeboten werden soll. Letzteres falle unter das Kommunale Wohnförderungsprogramm (KommWFP). In zweiter Reihe könnten dann Doppelhäuser und Dreispänner errichtet werden und im Anschluss an das Feld Einfamilienhäuser.

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Katharina Kern (CSU) fragte, ob man dann nicht Gefahr laufe, Bauträger an Land zu ziehen, die eine „maximale Bebauung“ anstreben und die Häuser teuer weiter verkaufen würden. Dies sei ein „berechtigter Einwand“, so Bernhardt. Genau aus diesem Grund solle man auch eine genaue Bebauung festlegen.

Da die Gemeinde dringend Geld benötige, beschäftigten sich die Gemeinderäte in der ersten Diskussionsrunde vorwiegend mit dem potentiellen Verkauf der Grundstücke – sehr zum Leidwesen des Bürgermeisters, der mehrmals betonte, dass diese Thematik erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen werden soll.

Regina Götze (Die Grünen) begrüßte den Vorschlag, „Am Heimfeld“ eine soziale Komponente einfließen zu lassen. Auch sollten die „wunderschönen Bäume“, auf dem Grundstück erhalten bleiben. Zweiter Bürgermeister Alois Holzmaier (CSU) merkte an, dass man in diesem Jahr etwa 72 Baugenehmigungen erteilt habe. Wenn jetzt Mehrfamilienhäuer erbaut werden, werde man „irgendwann an die Grenzen der Infrastruktur stoßen“. Deshalb plädierte er für mehr Einfamilienhäuser.

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Bernhardt entgegnete, dass er sich „ungern“ gegen Mehrfamilienhäuser entscheiden würde. In der Planung hätte er außerdem gerne zwei Häuser, bei denen man „flexibel sozial denken“ könne.

Nicole Herm (Die Grünen) schlug vor, die Grundstücke nicht allzu groß zu machen, sodass auch junge Familien die Chance hätten, sich dort anzusiedeln. Aber, wie aus dem Gremium hervorging, sollte man auch die ältere Generation im Blick haben.

Ein Aufenthaltsort ist auch geplant

Susanne März (FWO) wollte wissen, ob auch ein Bereich vorgesehen sei, wo sich die Leute treffen können. „Ein Plätzchen, wo man sich hinsetzen kann“, fände sie wichtig. Genau solche Ideen seien gefragt, ermutigte der Rathauschef. März‘ und Bernhardts Vorschläge stießen auf Resonanz.

Uneinig waren sich die Räte allerdings, was den sozialen Wohnungsbau anbelangt. Die Frage war: Verträgt sich preisvergünstigter Wohnraum mit dem Bau von Einfamilienhäusern? Weil man sich darüber bis zuletzt nicht einigen konnte, wurde diese Entscheidung vertagt. Das Gremium beschloss einstimmig, dass die Verwaltung die Ergebnisse in die Ausschreibung einarbeiten soll.

Das Wohngebiet solle eine Spiegelung zum gegenüberliegenden Baugebiet „Kleinfuchsenfeld“ darstellen, sagte Geschäftsleiter Florian Seebacher auf Nachfrage unserer Zeitung. „Man möchte das Wohngebiet nicht mit zu vielen Wohneinheiten überfrachten.“ Deshalb werde eine „lockere Bauweise“ anvisiert.

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