Nachruf

Unternehmer Paul Astl aus Oberaudorf im Alter von 81 Jahren verstorben

Paul Astl.
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Paul Astl.

Im Alter von 81 Jahren starb Paul Astl. Der erfolgreiche Unternehmer hatte als Einmann-Betrieb begonnen, baute ein florierendes Busunternehmen auf und errichtete und betrieb das Hotel „Wilder Kaiser“. 2010 übergab er die Geschäfte an seine drei Kinder.

Oberaudorf – Seine ersten Jahre verbrachte Paul Astl in Ried am Großen Audorfer Berg. Er besuchte die Bergschule Wall und hatte schon als Bub in Ried einen kleinen Lebensmittelhandel eingerichtet. Im Alter von 18 Jahren kaufte einen alten Lastwagen und begann, für Forstamt und Sägerwerk Langholz zu fahren. Mit 23 Jahren machte der reiselustige Astl den Bus-Führerschein, kaufte einen Omnibus und bot Feriengästen sowie Einheimischen Ausflugsfahrten an.

Als 1967 in Niederaudorf eine neue Schule gebaut wurde, war das Ende der Bergschule Wall beschlossen. Zur Beförderung der Schüler von Mühlau, Regau, Bichlersee und Buchau waren Busse erforderlich. Die Firma Paul Astl erhielt aufgrund der Ausschreibungen der Gemeinde den Auftrag. Schnell waren fünf Schulbusse und sechs Berufsverkehre zu bedienen.

1972, während der Olympischen Spiele, fuhren Astl-Busse Gäste aus dem damaligen Ostdeutschland, die in Oberaudorf und Kiefersfelden untergebracht waren, zu Veranstaltungsorten in München. 1973 übernahm Astl schließlich die Busunternehmen Hell-Reisen und Gschwendtner-Reisen sowie auch das Reisegeschäft von Knott-Stadler übernehmen.

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Nachdem alle Busse beim Astl-Haus im Niederaudorfer Ortsteil Auerbach keinen Platz mehr fanden, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerk Binder in Reisach eine neue Halle und eine Werkstätte gebaut. In Auerbach nutzte Astl die nun leere Halle zur Vergrößerung des Lebensmittelgeschäftes.

1981 kaufte Astl am Oberaudorfer Ortsrand ein Grundstück, auf dem er das Sport-Hotel „Wilder Kaiser“ baute. 1984 war die Eröffnung. Schon 1986 wurde eine benachbarte Schreinerei erworben, deren Gelände man für ein Hallenbad mit Fitness-Abteilung nutzte. Weitere 35 Hotelzimmer kamen hinzu.

Das aus Altersgründen verkaufte Sägewerk Anker nutzte Paul Astl nun als Hallen und Werkstatt für die Busse. Auch das Hotel baute Astl weiter aus. Schließlich erwarb er das hinter dem Sporthotel gelegene Gelände der Spedition Gschwendtner und verlegte Firmenzentrale, Buchhaltung, Reisebüro und Wohnungen für Mitarbeiter dorthin. Auch als Gemeinderat wirkte Astl für Oberaudorf.

Im Jahre 1968 heiratete Paul Astl Elisabeth Waller von der Rosengasse. Aus der Ehe gingen zwei Mädchen und ein Bub hervor. Hinzu kamen sechs Enkelkinder und schon ein Urenkel.

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