NACHRUF

Oberaudorf: Nachruf auf Hans Seebacher

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Hans Seebacher, der sich für Belange der Oberaudorfer Ortsvereinen vielfach einsetzte, ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Nun wurde er im Pfarrfriedhof Oberaudorf unter großer Anteilnahme zu Grabe gebettet.

Von Alfons Lotter

Oberaudorf – Pfarrer Dr. Hans Huber zelebrierte in der Pfarrkirche das Requiem und erinnerte in seinem Rückblick auf Eckdaten des Verstorbenen. Hans Seebacher wurde in Langkampfen in Tirol geboren, wuchs mit sieben Geschwistern in Wildgrub auf dem Weg zum Brünnstein auf. In der Volksschule Oberaudorf war auch Edmund Stoiber, der spätere Bayerische Ministerpräsi-dent, sein Klassenkamerad. Hans Seebacher erlernte in Niederaudorf das Bäcker-Handwerk und legte die Gesellenprüfung ab. Aufgrund seines Berufes wurde er von seinen Freunden immer nur „Bäcker-Hans“ genannt. 1964 heiratete er seine Christl und übernahm 1968 mit ihr die Bewirtschaftung des Brünnsteinhauses der Alpenvereins-Sektion Rosenheim. So wurde er dann „Brünnstoaner“ gerufen.

Nicht unerwähnt sollen seine Einsätze bei der Lawinen-Kommission, bei der Hagelabwehr oder als Jäger und Heger bleiben.

Ludwig Brunschmid, Ehrenhauptmann der Audorfer Gebirgsschützen, beschrieb im Nachruf das Wirken von Hans Seebacher bei den Ortsvereinen und Organisationen. So wurde er schon im Alter von 17 Jahren Mitglied der Bergwacht Oberaudorf, wurde drei Jahre später stellvertretender Bereitschaftsleiter. Er engagierte sich neben dem Vorsorge- und Rettungsdienst auch im Naturschutz.

Auch als er Brünnsteinwirt war, kam er oft als erster Ansprechpartner bei Bergunfällen als Ersthelfer und Organisator zum Einsatz.

Schon 1961 kam der Verstorbene zum Trachtenverein „D’Brünnstoana“ Niederaudorf. Sofort war er ein schneidiger Schuhplattler und zeigte dies gerne bei Heimatabenden oder auch im Brünnsteinhaus sowie bei nationalen und internationalen Tourneen.

1971 trat Hans Seebacher dem Trachtenverein „D’Luegstoana“ Oberaudorf und bald auch dem Trachtenverein „Grenzlandler“ Kiefersfelden bei.

Bei der Liedertafel Oberaudorf war der Hans in den Reihen der Tenöre zu finden. Aber auch solistisch als Jodler, in Gruppen gleichgesinnter sowie vor allem im „Liedertafel Viergesang“ konnte er sein Stimmpotential entfalten. Er kannte viele, fast vergessene, Lieder.

Bei den Audorfer Gebirgsschützen fand der Verstorbene ein weiteres Betätigungsfeld. Im Jahr 1962 trat er dem Verein bei. Später wurde er zum Leutnant und zum Oberleutnant gewählt. Im Jahre 2007 erfolgte die Ernennung zum Ehrenleutnant.

Die Audorfer Gebirgsschützen, so Ludwig Brunschmid, verlieren mit Hans Seebacher einen „großartigen Kameraden, guten Menschen und Freund.“

Franz Knarr, Vorsitzende der Alpenvereinssektion Rosenheim, würdigte das Wirken von Hans Seebacher von 1968 bis 2001 als umsichtiger Wirt des Brünnsteinhauses, das er noch vor dem Umbau des Sektionshauses übernahm. „Der Hans“ so Knarr, sei aus einem „besonderen Holz“ geschnitzt gewesen: gesellschaftlich vorbildlich und als Handwerker vielfach aktiv.

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