Oberaudorf: Faserzementschindel werden entfernt

Nach der Auerbachbrücke nahe der Klinik Bad Trißl beginnen in Richtung Dorf die Bauarbeiten. lotter

Der neue Gemeinderat in Oberaudorf zeigte sich in der konstituierenden Sitzung beschlussfreudig: Für zwei größere Maßnahmen – Fassadensanierung der Kläranlage Oberaudorf sowie die Sanierung der Bad Trißl-Straße – wurde ein einstimmiger Vergabebeschluss gefällt.

Von Barbara Forster

Oberaudorf – Weil bei Untersuchungen festgestellt wurde, dass in den 70er-Jahren bei der Verkleidung von Faulturm und Tropfkörper der Kläranlage asbesthaltige Faserzementschindeln verwendet wurden, soll die Fassadenverkleidung erneuert werden. Wie Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte, wurden die Abbrucharbeiten beim Tropfkörper bereits mit den Baumeisterarbeiten vergeben. Offen seien noch die Arbeiten am Faulturm und dem Treppenturm. In der aktuellen Kostenfortschreibung seien dafür Mittel in Höhe von 200 000 Euro eingestellt. Laut Verwaltung lag das bepreiste Leistungsverzeichnis bei 236 500 Euro.

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Eine Ausschreibung für die Erneuerung der Fassadenverkleidung habe bereits stattgefunden. Von den drei eingegangenen Angeboten wurden zwei gewertet. Nach Prüfung durch das Ingenieur Büro liegt der günstigste Anbieter bei 234 700 Euro brutto. Einstimmig beschloss das Gremium daher, die Arbeiten für die Baumaßnahmen „Fassadenerneuerung Faulturm Kläranlage Oberaudorf“ an die Firma Kaefer Industrie GmbH zum Angebotspreis von 197 000 Euro netto zu vergeben.

Angebot günstiger als gedacht

Im Anschluss ging es um das Thema Straßensanierung des ersten Bauabschnitts der Bad-Trißl-Straße. In einer Sitzung des Bau-, Umwelt- und Straßenausschusses im Jahr 2017 stellte das Ingenieurbüro Ro-Plan erstmals Sanierungsvorschläge an derBad-Trißl-Straße vor. Einstimmig beschloss man damals, dass die Maßnahmen in die Wege geleitet werden sollen.

Die Leistungen für den ersten Bauabschnitt wurden öffentlich ausgeschrieben, berichtete Bernhardt. Das Ingenieurbüro Ro-Plan habe drei eingegangene Angebote zur Vergabe des ersten Bauabschnitts geprüft. Mit einem Angebot von 1024 342,46 Euro brutto sei die Firma Pfeiffer der günstigste Anbieter. Die Summe liege unter der Kostenberechnung, so Bernhardt.

Öl dient als Isolationsstoff

Zum Hintergrund: In der Bad-Trißl-Straße verlaufen zwei alte 20kV Kabel – Bleikabel, bei denen Öl als Isolationsstoff dient, – erklärte der Rathauschef. Diese Kabel würden in erster Linie der Versorgung der Klinik dienen. Das Öl müsse regelmäßig nachgefüllt werden, nur so könne eine hohe Störsicherheit gewährleistet werden.

2016 erneuerte man die Brücke über den Auerbach, erläuterte Bernhardt weiter. In Absprache mit der Gemeinde seien damals neue Kunststoffkabel eingezogen und gemufft worden. Dies geschah mit Blick auf den bereits geplanten Neubau. Dadurch sei jetzt keine Nachfüllbarkeit mehr gegeben.

Kurzschluss-Gefahr steigt

Das bedeutet: Die Isolationswirkung lasse mit der Zeit nach, wodurch wiederum die Kurzschluss-Gefahr steige. Aus diesem Grund sei eine zeitnahe Erneuerung anzuraten. Und diese Maßnahmen wolle man im Zuge der Straßenbausanierung umsetzen.

Klinik braucht nur Randstreifen

Ursprünglich wäre geplant gewesen, die Buchauer Straße „über einen größeren Abschnitt zurückzubauen“, erklärte Bernhardt in der Sitzung. Hintergrund sei, dass die Bad Trißl Klinik im Bereich dieser Straße ein unterirdisches Bauwerk zur Strahlentherapie errichten möchte. Deshalb sei eine „Komplettsanierung“ der Buchauerstraße zwischen Bad Trißl-Straße und dem Bereich der Abzweigung zur Bad Trißl Klinik anvisiert gewesen. Die Klinik informierte jetzt aber, dass lediglich ein Randstreifen der Buchauerstraße entfernt werden müsste. Das bedeutet, dass der dritte Bauabschnitt des ersten Abschnitts – der Neubau der Buchauerstraße – nicht mehr notwendig wäre. Laut Bürgermeister schlägt diese Investition mit 140 000 Euro zu Buche.

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Dass die Buchauer Straße ein paar Risse hätte, sei unbescholten, räumte Bernhardt ein. Er halte es aber für besser, diese Investition zurückzunehmen und für sinnvollere Projekte einzuplanen. Der erste Bauabschnitt würde insgesamt etwa eine Million Euro brutto kosten. „Wir gehen von einer Förderung von 500 000 Euro aus“, erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen.

Ausgaben bei 1,3 Millionen Euro

Im beschlossenen Haushaltsplan 2020 und im Finanzplan 2019-2023 seien Einnahmen von insgesamt 500 000 Euro (Fördergelder) für 2020 und 2021 vorgesehen. Die geschätzten Ausgaben seien auf zwei Haushalte aufgeteilt: Für 2020 seien 800 000 Euro eingeplant und für das Jahr 2021 500 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die geplanten Ausgaben auf 1 300 000 Euro.

Einstimmig beschloss das Gremium, die Firma Pfeiffer mit dem ersten Bauabschnitt (BA I) der Bad Trißl-Straße zu beauftragen sowie den dritten Bauabschnitt (Buchauer Straße) des BA I mit der Firma Pfeiffer nachzuverhandeln.

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