Neue Wegepaten halten Wanderwege bei Oberaufdorf in Form

Mit ehrenamtlichem Engagement sind in Oberaudorf erstmals acht Wegepaten unterwegs, um die Wanderwege zu optimieren, wie hier Carmen Loest und Josef Senfter.
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Mit ehrenamtlichem Engagement sind in Oberaudorf erstmals acht Wegepaten unterwegs, um die Wanderwege zu optimieren, wie hier Carmen Loest und Josef Senfter.
  • vonRoland Schmidt
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Das Wegenetz in Oberaudorf ist so weitläufig, dass eine ständige Aufsicht von der Gemeinde und dem Bauhof kaum zu gewährleisten ist. Deshalb setzt die Gemeinde Oberaudorf nun auf das Engagement ehrenamtlicher Wegepaten. Seit Beginn der Wandersaison sind sie im Einsatz und sorgen für Ordnung.

Oberaudorf –  Verschmutze Hinweisschilder, benutzte Papiertaschentücher an den Wegesrändern oder fehlende Geländerteile – wer kennt solche Ärgernisse auf Wanderwegen in der Heimat nicht? Die zuständigen Gemeinden mit ihren Bauhöfen sind bemüht, die Wegesicherheit zu garantieren. Aber das Wegenetz ist so weitläufig, dass eine ständige Aufsicht kaum zu gewährleisten ist. Die Gemeinde Oberaudorf setzt deshalb nun auf das Engagement ehrenamtlicher Wegepaten.

19 Strecken auf acht Wegepaten verteilt

Begonnen hat das Projekt im November mit einem Workshop „Wanderwegepaten“ und acht interessierten Bürgern. Unter fachlicher Leitung des Deutschen Wanderinstituts wurden 19 Wanderstrecken erfasst und auf die zukünftigen Wegepaten verteilt. Deren Aufgabe ist es nun, die Beschaffenheit und den Zustand der Wanderwege im Oberaudorfer Gemeindegebiet für Gäste und Einheimische zu optimieren und den Bauhof dadurch zu entlasten. Seit Beginn der diesjährigen Wandersaison sind die Wegepaten nun im Einsatz. So wie Carmen Loest (65) und Josef Senfter (72), beide aus Kiefersfelden.

Mindestens zweimal im Jahr unternehmen sie als Wegepaten eine Begehung des Weges und übernehmen Aufgaben wie Reinigungen von Schildern, Müllbeseitigung, das Freischneiden von Wegabschnitten oder Beschilderungen.

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Zu Beginn konnten die Paten von den 19 Wegstrecken in Absprache mit der Tourist-Information in Oberaudorf zwei Bereiche auswählen. Senfter übernahm den Langweilsteg zur Buchau mit einer Gesamtlänge von 4,4 Kilometern und Loest den Rundweg „Grauer Stein“ mit 3,7 Kilometern. Beide Strecken sind die Paten bereits abgegangen. Und wie sie finden: Die Wege seien in einem wirklich guten Zustand.

Bislang gab es wenig zu bemängeln. Nur an einer Stelle des Rundweges „Grauer Stein“ machte Loest eine Feststellung: „Der weitere Wegverlauf war nicht ganz klar.“ Abhilfe leistet nun ein Hinweisschild, das sie sich über die Tourist-Info besorgt hat. Ausgestattet hat die Gemeinde ihre Wegepaten zu Beginn mit einem Starter-Set. Dieses beinhaltet unter anderem eine Gartenschere, einen Müllzwicker sowie ein Erste-Hilfe-Set. Gebraucht hat Senfter schon die Müllzwicke, mit der achtlos weggeworfene Papiertaschentücher oder Bananenschalen aufgesammelt werden. „In den ersten Monaten der Wandersaison fand sich kaum Abfall an den Wegerändern. Jetzt, in der Hochsaison, nimmt es zu.“ In Loests Augen ein besonderes Ärgernis: „Den Menschen ist häufig nicht klar, dass achtlos weggeworfene Zigarettenkippen nicht nur brandgefährlich sind, sondern die Natur jahrelang belasten. Auch Papiertaschentücher verrotten kaum.“

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Ihre Idee ist nun, die Gemeinde zu animieren, die Wanderer darüber aufzuklären, wie lange „Wegwerfartikel“ bis zur restlosen Verrottung benötigen. „Da wäre so mancher sehr überrascht“, ist Loest überzeugt. Einige unbedachte Wanderer haben Loest und Senfter schon auf dieses Thema angesprochen. Die Meisten hätten sich einsichtig gezeigt. Einige wiederum seien skeptisch gewesen. „Daher wäre es nützlich, als Wegepaten erkennbar zu sein, um die Akzeptanz zu erhöhen“, findet Loest

Bürgermeister ist vom Einsatz begeistert

Die Mängel werden in einer Liste protokolliert und der Tourist-Info gemeldet. Bei größeren Beschädigungen wie zum Beispiel umgestürzte Bäume wird der Bauhof verständigt. Loests und Senfters Engagement geht über das geforderte hinaus: „Wir sind häufiger unterwegs und melden auch auf anderen Wegen gerne Mängel an die Gemeinde.“ Ihr Wunsch an die Wanderer: „Ob Wegepate oder nicht, festgestellte Sicherheitsmängel sollten umgehend an die zuständige Gemeinde gemeldet werden.“

Das kann Bürgermeister Professor Dr. Matthias Bernhardt nur unterstreichen und ist von dem Engagement seiner Wegepaten begeistert: „Die Gemeinde Oberaudorf ist dankbar für das ehrenamtliche Bemühen um einen hohen Standard unserer Wanderwege.“

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