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100 Tage im Amt

Nußdorfs neue Bürgermeisterin Susanne Grandauer: „Besonders schön ist die Kooperation“

Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG).
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Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG).
  • VonKatharina Koppetsch
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Nußdorf – Sie war stellvertretende Bürgermeisterin und übernahm die Geschäfte, als Bürgermeister Sepp Oberauer erkrankte. Im Dezember wurde Susanne Grandauer zu seiner Nachfolgerin gewählt. Im Interview spricht sie über anstehende Projekte, das Gutachten zu, Schwerlastverkehr und darüber, warum die Gemeinde eine Erweiterung des Steinbruchs am Heuberg nicht hinnehmen will.

Wie haben Sie die ersten 100 Tage im Amt erlebt?

Susanne Grandauer: Die ersten 100 Tage waren eigentlich nicht die klassischen 100 Tage. Ich habe die Amtsgeschäfte ab August nach dem Tod von Sepp Oberauer weitergeführt. Es war seitdem eine intensive Arbeitszeit. Als Bürgermeisterin bin ich die erste Ansprechpartnerin und Anlaufstelle für alle Belange in der Kommune und trage die volle Verantwortung.

Was hatSie an Ihrer neuen Aufgabe überrascht?

Grandauer: Was ich als besonders schön empfunden habe und was immer noch sehr erfreulich ist, ist die große Kooperationsbereitschaft – das Miteinander von Verwaltung, Bauhof, Gemeinderat, Pfarrer, Kirchenverwaltung und Vertretern der Vereine. Das zeigt den Zusammenhalt und das große Engagement aller für die Gemeinde.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Grandauer: Den aktuell größten Handlungsbedarf sehe ich bei den verschiedenen Baumaßnahmen. Wir müssen im Mühltal die Sapplbrücke erneuern. Gleichzeitig müssen wir in dem derzeit gesperrten Tal Hangsicherungen durchführen. Außerdem wird die Wasserleitung im Seilenauweg erneuert werden. Die Aussegnungshalle sowie die Toiletten am Friedhof werden barrierefrei. Neben dem, was momentan umgesetzt wird, laufen bereits die Planungen für das kommende Jahr. Die Sanierung der Staatsstraße inklusive Gehweg steht an. Ein anderer wichtiger Punkt ist die engmaschige Begleitung der Bohrmaßnahmen zum Brennernordzulauf. Wir setzen uns nach wie vor für eine Verknüpfungsstelle im Wildbarren ein. In Sachen Digitalisierung schreitet die Verwaltung zukunftsweisend voran und wir haben mittlerweile auch eine Kita-App eingeführt.

Sie haben gemeinsam mit Neubeuern ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Belastung der beiden Gemeinden an Tagen der Blockabfertigung zeigen soll. Was erhoffen Sie sich davon?

Grandauer: Das Gutachten umfasst die Strecke von Rohrdorf nach Brannenburg beziehungsweise nach Windshausen. In dem Gutachten geht es um die Untersuchung der Engstellen, des Straßenuntergrunds und der Stabilität der betroffenen Brücken. Auch das Verkehrsaufkommen und das Gefahrenpotenzial für Kinder auf ihrem Schulweg soll analysiert werden. Das Gutachten wird die Belastung von Neubeuern und Nußdorf durch die Schwerlasttransporte, vor allem an Tagen der Blockabfertigung, zeigen. Mit den Zahlen wollen wir uns dann ans Landratsamt wenden. Uns wäre wichtig, dass während der Blockabfertigung die Lkw von der Autobahn nicht abfahren und über die Staatsstraße ausweichen. Nach dem Tiroler Vorbild wollen auch wir eine Tonnagebeschränkung.

Die Erörterungstermine zum Steinbruch am Heuberg werden heuer weitergeführt. Inwieweit glauben Sie, dass Sie hier einen gemeinsamen Nenner mit dem Rohrdorfer Zementwerk finden?

Grandauer: Es geht nicht darum, einen „faulen Kompromiss“ zu finden, sondern die Sachlage und das Anliegen der Nußdorfer Bevölkerung mit geologischen, hydrologischen, biologischen und rechtlichen Gutachten zu untermauern. Wir wollen nicht, dass der Steinbruch erweitert wird. Es handelt sich beim Heuberg um unseren Hausberg. Eine Erweiterung wäre auch vor dem Hintergrund des Naturschutzes sehr bedenklich. Dort gibt es so vieles, was schützenswert ist. Wir werden keine Erweiterung des Steinbruchs akzeptieren, egal wie das Landratsamt entscheidet. Sollte es dennoch zustimmen, werden wir vor Gericht gehen.

Im Wahlkampf haben Sie für die Sicherung des Wohlstands durch die Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe geworben. Konnten Sie bereits Projekte anstoßen?

Grandauer: Ich bin permanent in Gesprächen mit ortsansässigen Betrieben, die bei mir immer ein offenes Ohr finden. Mir ist es wichtig, den Standort Nußdorf zu sichern. Das hängt unter anderem von Fragen des Emissionsschutzes und der Nachverdichtung der Gewerbeflächen ab.

Wie sieht es in Sachen Ganztagesbetreuung und behindertengerechter Ausbau des Kindergartens aus?

Grandauer: Derzeit führen wir eine Bedarfsanalyse durch. Danach kann konkret für die Betreuung in Kindergarten und Schule geplant werden. In Sachen barrierefreier Kindergarten beantrage ich gerade die Fördergelder, dann erfolgt die Ausschreibung und im Sommer geht es an die konkrete Umsetzung der Baumaßnahmen.

Hilft Ihnen ihre ehemalige Tätigkeit als Lehrerin und Wirtin in ihrer Arbeit als Bürgermeisterin?

Grandauer: Bei allen Tätigkeiten stand der Kontakt mit dem Menschen im Vordergrund. Als Lehrerin habe ich gemerkt, wie wichtig es ist auf die Belange der Schüler einzugehen: offen zu sein und Empathie zu zeigen. Als ehemalige Wirtin verfüge ich über gewisse Kompetenz in der Personal- und Betriebsführung und arbeite lösungsorientiert.

Der Konflikt in der Ukraine beschäftigt Sie derzeit ebenfalls...

Grandauer: Nußdorf zeigt große Solidarität und engagiert sich im Flüchtlingsbereich. Wir haben bereits Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen und Freistände für weitere Geflüchtete beim Landratsamt gemeldet. Im Rahmen der Hilfsgüteraktion der Gemeinde Neubeuern haben auch wir Spenden an die Ukraine gesendet. Mit dieser Aktion soll es allerdings nicht getan sein. Wie viele andere bin ich ganz persönlich fassungslos darüber, dass im Europa des 21. Jahrhunderts ein Krieg stattfindet, der brutal durchgeführt wird und nicht abgewendet werden konnte.

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