Nußdorfer Trinkwasserpreis sprudelt in die Höhe

Rund 140000 Kubikmeter Trinkwasser in Tafelwasserqualität fließen im Jahresdurchschnitt durch das 37 Kilometer lange Leitungsnetz. So gelangt das Wasser zu den etwa 715 Hausanschlüssen oder an einen der zahlreichen Brunnen, wie hier vor dem Nußdorfer Rathaus.
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Rund 140000 Kubikmeter Trinkwasser in Tafelwasserqualität fließen im Jahresdurchschnitt durch das 37 Kilometer lange Leitungsnetz. So gelangt das Wasser zu den etwa 715 Hausanschlüssen oder an einen der zahlreichen Brunnen, wie hier vor dem Nußdorfer Rathaus.

1,60 Euro statt einen Euro für den Kubikmeter Trinkwasser zahlen die Nußdorfer ab Jahreswechsel. Die 60 Cent mehr pro 1000 Liter sind nötig, um das Defizit von etwa 117000 Euro aus den letzten vier Jahren auszugleichen. Die Grundgebühr bleibt bei 60 Euro.

Von Volhard Steffenhagen

Nußdorf – Der Wasserpreis in Nußdorf erhöht sich ab Januar von einem Euro netto auf 1,60 Euro netto pro Kubikmeter. Die jährliche Grundgebühr von 60 Euro (netto) bleibt unberührt. Ebenso bleiben die Gebühren der Abwasserbeseitigung auf Vorjahresniveau. Die neuen Sätze gelten für die kommenden vier Jahre. Das beschloss der Nussdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.

Alle vier Jahre sind die Gemeinden gemäß Kommunalabgabengesetz verpflichtet, die Gebühren für die Wasserversorgung und die Entwässerung auf den Prüfstand zu stellen und neu zu kalkulieren. Damit wurde in Nußdorf die Firma Profund beauftragt. Deren Berechnung ergab eine 60-prozentige Erhöhung der Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter. Grund dafür sind die aufgelaufenen Unterdeckungen von circa 117 000 Euro der letzten vier Jahre, die sich aus den laufenden Unterhaltskosten im Wasserleitungsnetz sowie aus verschiedenen Investitionen ergeben haben.

Ausgleich muss innerhalb von vier Jahren sein

Fehlbeträge oder Überschüsse aus dem jeweiligen Kalkulationszeitraum sind dabei zwingend im nächsten Kalkulationszeitraum vorzutragen. Dies schreibt das Gesetz vor, denn die Gemeinden dürfen mit diesen Gebühren keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust machen. „Somit war eine Gebührenerhöhung unumgänglich“, erklärte Nussdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer (CSU/FWG). Umliegende Gemeinden erheben Gebührensätze in annähernd gleicher Höhe. Im bayernweiten Vergleich liege der Preis immer noch unter Durchschnitt.

Abwassergebühr bleibt stabil

Bei der Abwasserbeseitigung kann der Satz von zwei Euro pro Kubikmeter Abwasser bei einer Grundgebühr von 60 Euro beibehalten werden, wenn gleichzeitig eine Sonderrücklage für Investitionen gebildet wird. So ergab die Berechnung, dass in den vergangenen vier Jahren eine Überdeckung von circa 98 000 Euro entstanden ist.

Sonderrücklage für Investitionen

Für diesen Betrag sowie für die kalkulierte Überdeckung der nächsten Jahre muss eine Sonderrücklage von jährlich 75 500 Euro gebildet werden, wenn der Preis für einen Kubikmeter Entwässerung bei zwei Euro bleibt. Diese Sonderrücklage kann für Investitionen jederzeit aufgelöst werden. Dies ist bereits für 2021 geplant, um das Kanalnetz zu sanieren.

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