Am Nußdorfer Kunstkanal: Nachdenken über die Bedeutung des Wassers

Das eisige Symbol der Ausstellung „kunstkanal“ des Nußdorfer Künstlers Christian Staber

Noch bis Ende Oktober läuft die Ausstellung „kunstkanal“ entlang des Mühlbachs.So besonders wie der Bach, so besonders sind auch die gezeigten Objekte: Eines davon ist sogar aus Eis.

Von Volkhard Steffenhagen

Nußdorf – Seit nunmehr 20 Jahren schreibt die Ausstellung „kunstkanal“ entlang des Mühlbachs in Nußdorf am Inn eine Erfolgsgeschichte, die der Nußdorfer Bürgermeister Sepp Oberauer (CSU) in seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung der Ausstellung so zusammenfasste: „Es ist in Nußdorf eine lieb gewonnene Tradition geworden, dass einheimische Künstlerinnen und Künstler mit ihren Kollegen aus der Region ihre Werke der Öffentlichkeit nicht nur präsentieren, sondern auch immer wieder, so wie heute, eine ganz besondere Ausstellungsform wählen“. Die gezeigten Kunstwerke sollen zum Nachdenken über die Bedeutung des Wassers anregen.

16 Künstler, wie der Nußdorfer Glaskünstler Florian Lechner, die Neubeuerer Bildhauerin Regina Marmaglio und der Unterwössener Bildhauer Andreas Kuhnlein, stellen noch bis Samstag, 24. Oktober, ihre Werke zum Thema „Wasser“ entlang dem Mühlbach aus.

So konnten rund 150 Kunstinteressierte aus Nußdorf und Umgebung von den beiden Initiatorinnen, Michaela Firmkäs und Marion Kuffner, zur Eröffnungsausstellung unter der alten Dorflinde begrüßt werden. „Kunst und Kultur sind eine Bereicherung des Lebens, unseres Zusammenlebens. Beides sollten wir uns erhalten,“ sagte Michael Firmkäs in ihrer Eröffnungsrede.

Viele Baudenkmäler erinnern an Mühlen

Wie es schließlich zu dieser Freiluftausstellung kam, erläuterte der Bürgermeister. Wie viele Orte in Bayern, so hat auch Nußdorf einen Mühlbach. „Eigentlich nicht Besonderes“, wie er feststellte. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden sei dieser Wasserlauf immer ein offenes Gerinne geblieben. So erinnern auch heute noch viele Baudenkmäler entlang des Mühlbachs an längst vergessene Zeiten.

An Zeiten, in denen noch Handelsgüter in den verschiedenen Mühlen und Schmieden produziert wurden. So kam die Ortsheimatpflegerin Michaela Firmkäs auf die Idee, den Mühlenweg als Themen- und Geschichtspfad aufzubereiten. Er wurde im Jahr 2000 eröffnet. Als besondere Attraktion kam schließlich die Ausstellung „kunstkanal“ hinzu, an der sich örtliche und regionale Künstler beteiligen, um alle zehn Jahre den Mühlenweg mit zeitgenössischer Kunst zu bereichern. “

„Alles zu anderen Dingen gemacht“

Laudator der Eröffnungsfeier war der Präsident desPassauer Kunstvereins, Dr. Martin Ortmeier. „Wir nutzen die Lebenswelt, die Stoffe und Räume, die Kultur und Natur zum Leben. Wir nutzen sie im Alltag, ohne uns wirklich Gedanken zu machen. Alles das, was uns wie selbstverständlich täglich umgibt, haben wir uns angeeignet, haben es überformt und zu anderen Dingen gemacht“, so der Laudator.

Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Bläserensemble Esbrassivo begleitet. Nach der offiziellen Eröffnung nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum Gespräch mit den Künstlern und zur gemeinsamen Besichtigung derer Objekte.

Führungen und Katalog

Reguläre Führungen am Mühlenweg sind bis Oktober jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 13.30 Uhr ab dem Gemeindeamt Nußdorf. Weitere Informationen unter www.nussdorf.de oder www.steinhauer-inntal.de.

Der Ausstellungskatalog ist im Verkehrsamt der Gemeinde während der Öffnungszeiten zu erwerben.

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