Was nun, Herr Auer? Stephanskirchens Ex-Bürgermeister über seine Pläne

Anschieben war immer mehr Rainer Auers Ding als repräsentieren. Meist politisch, aber manchmal nahm er‘s auch wörtlich, wie hier bei einem Energiespartag vor dem Rathaus. Schlecker

In ein paar Stunden ist Gemeinderatssitzung. Rainer Auer ist ganz entspannt. Geht ihn nichts mehr an. Wie geht es ihm damit? Ein spitzbübisches Grinsen, gefolgt von einem „guuut“. Denn: „Ich weiß, dass es in vernünftigen Bahnen weitergeht.“

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Zwölf Jahre, von 2008 bis 2020, war Rainer Auer Bürgermeister von Stephanskirchen. Was nun, Herr Auer?

„Noch ist das Blatt Papier vor mir weiß. Ich habe es in den letzten Wochen sorgsam vermieden, dass andere draufschreiben. Ich genieße es, dass ich entscheide, was auf diesem Blatt Papier stehen wird – und wann. Eines ist sicher: Es wird mit Politik zu tun haben. Ich bin einfach ein politischer Mensch.“

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Als Kreisrat bleibt Auer der Politik ohnehin treu. Und hat sich eines fest vorgenommen: Nachzuhaken, falls sich die Stärkung desÖffentlichen Personennahverkehrs als Wahlversprechen entpuppt und nicht wirklich etwas vorwärtsgeht. Was genau er machen wird ist noch nicht spruchreif, aber er könne ganz gut mit größeren Gruppen umgehen und will das nutzen. Fürs Pensionärsdasein sei er zu jung, sagt der Mittfünfziger.

Die Freuden eines Bürgermeisters

Im Rückblick auf seine Amtszeit sei er besonders froh, dass 2015/16 in der Gemeinde kein Flüchtlingsghetto entstand. „Da hat der Gemeinderat richtig gut mitgezogen und über Wochen dichtgehalten, bis auch baurechtlich alles in trockenen Tüchern war.“ Auch die Ersteigerung eines Grundstücks in Haidholzen zur Erweiterung des Kindergartens verbucht er unter „Erfolg“, ebenso wie den stetigen Schuldenabbau – die Gemeinde ist jetzt seit Jahren schuldenfrei.

Der Ärger eines Bürgermeisters

Natürlich gebe es auch Dinge, die ihn ärgern. Kleine wie große. Der Brenner-Nordzulauf gehört dazu, „da wird es viele Leidtragende geben“. Für seine Begriffe müsse sich der Landkreis mehr vor seine Bürger stellen. „Es ist schon Jahre her, aber ich ärgere mich heute noch darüber, dass wir bei der Mensa an der Otfried-Preußler-Schule auf jemanden hereingefallen sind, der uns in Sachen regional und bio das Blaue vom Himmel versprach – und dann nicht lieferte“.

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Für den begeisterten Fahrradfahrer Auer besonders entnervend: „Dass der Radverkehr um und in Rosenheim noch nicht besser, der Radschnellweg noch nicht weiter ist. Das scheiterte immer wieder am geringen Engagement der Stadt Rosenheim.“

Den Söhnen eine Reifenbreite voraus

Früher fuhr Rainer Auer Radrennen, heute misst er sich mit den erwachsenen Söhnen. Bevorzugt auf der Strecke von zuhause auf den Heuberg und zurück. Familiäre Bestzeit: Eine Stunde und 49 Minuten. Gehalten vom Vater. Noch, denn an der Zeit wird weiter gefeilt.

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