AUS DEM GEMEINDERAT IN RIEDERING

Neuer Standort für Mobilfunk-Mast

Hoch her ging es in der jüngsten Riederinger Gemeinderatssitzung bei der Debatte um einen Mobilfunkstandort. Schon seit über zwei Jahren beschäftigt sich das Gremium mit der Standortsuche. Trotz prinzipieller Zustimmung zur Errichtung einer Mobilfunk-Mastanlage konnte sich das Gremium bisher nicht auf einen Standort einigen.

Riedering – Nachdem zwei mögliche Standorte schon abgelehnt worden waren, wurde dem Abel Mobilfunk GmbH als Akquisiteur im März des vergangenen Jahres ein gemeindliches Waldgrundstück westlich von Riedering vorgeschlagen. Daneben stand auch das Angebot eines benachbarten privaten Grundbesitzers im Raum. Die Gemeinderäte beschlossen daraufhin mehrheitlich, den „Wald-Standort“ vorzuschlagen, auf dem der Betreiber einen 35 Meter hohen Mast errichten wollte (wir berichteten).

Die Gemeinde Riedering beauftragte im Herbst vergangenen Jahres das Umweltinstitut München e.V., die Immissionen bei drei Standorten - der bestehende Standort der Telekom nördlich der Gemeinde, ein möglicher Standort mitten im Ortskern (die Telekom hatte 2005 diesen Standort verfolgt) und der von Vodafone geplante Standort westlich von Riedering - vergleichend zu untersuchen.

Ingenieur Hans Ulrich, Referent Elektromagnetische Felder beim Umweltinstitut München e.V., ging auf die zu erwartenden Immissionen an diesen drei Standorten in Abhängigkeit von unterschiedlichen Masthöhen ein. Anhand von Karten erklärte er die jeweiligen Flächen- und Kapazitätsversorgungen. Seiner Meinung nach weise der von der Gemeinde angebotene Standort die geringste Strahlenbelastung auf. Auch wenn Masten immer Strahlung aussenden, so sei doch dieser Standort im Vergleich zu all den anderen Standorten am wenigsten schädlich.

Die sich anschließende Diskussion entzündete sich an der Forderung Sebastian Niedermaiers, dass der Mast 400 Meter weg von der Bebauung aufgestellt werden müsse. Ulrich erklärte, dass 350 oder 400 Meter immissionsmäßig „nicht die Welt“ seien.

Bürgermeister Häusler entgegnete, dass der Rat entscheiden müsse, ob dieses gemeindliche Grundstück überhaupt zur Verfügung gestellt werden soll. Erst dann könne man weiterberaten.

Rupert Lindner verlangte noch weitere Klärung der „vielen offenen Fragen“, die er aber nicht konkret benannte.

Ulrich verwies auf zwei andere Gemeinden, die das Verhinderungsprinzip angewandt hatten und nun nicht mehr mitreden dürften.

Thomas Grüber wandte ein, dass es doch darum gehe, das Risiko für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Sebastian Niedermaier wiederholte seine Forderung nach einer 400-Meter-Abstandsgrenze zur nächsten Bebauung, andernfalls werde er nicht mitstimmen.

„Psychologisch eine Katastrophe“

Josef Loferer meinte, dass ein „Riesen-Mast psychologisch eine gefühlte Katastrophe“ ist. Marianne Loferer hingegen appellierte: „Wenn wir heute ablehnen, dann wird morgen jemand anderes unterschreiben.“

Mit 13:5 Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten die Gemeinderäte schließlich für den „neuen“ Standort. Das gleiche Ergebnis erzielte auch die Abstimmung bezüglich der Entfernung zum Wohngebiet.

Bürgermeister Häusler hatte vorgeschlagen, dass man als Auflage „möglichst weit weg von der Bebauung“ in den Vertrag aufnehmen solle. Bei der Frage nach den Anbietern kam erneute Diskussion auf. Aktuell gebe es nur eine Betreiberanfrage von Vodafon, so Häusler. Ulrich erklärte, dass die Höhe des Mastens nicht entscheidend sei, vielmehr immissionsentscheidend sei, wie viele Anbieter auf der Anlage sind. Er gehe davon aus, dass Vodafon den hohen Masten untervermieten werde, denn ein hoher Mast verlange eine Baugenehmigung. „Der Freistaat will eine Verspargelung vermeiden“, so der Fachmann weiter. Bürgermeister Häusler beschied, dass - sollte es dazu kommen - dann mehr Informationen nötig seien.

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