Himmlische Klänge für Mariä Himmelfahrt

Neue Orgel für Halfinger Kirche: Baumeister Alois Linder aus Nußdorf erhält den Auftrag

Virtueller Vorgeschmack: Die Fotomontage von Orgelbaumeister Alois Linder aus Nußdorf zeigt, wie die neue Orgel in der Halfinger Kirche Mariä Himmelfahrt aussehen wird.
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Virtueller Vorgeschmack: Die Fotomontage von Orgelbaumeister Alois Linder aus Nußdorf zeigt, wie die neue Orgel in der Halfinger Kirche Mariä Himmelfahrt aussehen wird.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Schon vor über 30 Jahren stellte ein Gutachter der Diözese München fest, dass die Halfinger Kirche eine neue Orgel braucht, weiß Pater Paul, Pfarrer in Halfing. Auch als er 2016 nach Halfing kam, war das Thema allgegenwärtig. Jetzt ist es soweit: Die Kirche Mariä Himmelfahrt bekommt eine neue Orgel.

Halfing – Gebaut wird sie von Orgelbaumeister Alois Linder aus Nußdorf. „Die alte Orgel wurde 1955 von Ludwig Wastlhuber aus Töging gebaut“, erklärt Pater Paul. Damals, so kurz nach dem Krieg, sei das Material nicht von bester Qualität gewesen. So musste das Instrument 1994 für 25 000 Mark repariert werden.

Seit 1997 wird auf Orgelkonto gespart

Da schon zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sei, dass weitere Arbeiten fällig würden, habe die Kirchenverwaltung im Jahr 1997 ein Orgelkonto eröffnet. „Inzwischen sind 150 000 Euro zusammengekommen. Jetzt werden wir Nägel mit Köpfen machen“, berichtet Pater Paul.

Die Rücklagen, die sich aus Erspartem und Spenden zusammensetzen, sind zweckgebunden und sollen nun in eine neue Orgel fließen. Fast die Hälfte der Kosten hat die Kirchenverwaltung damit zusammen. Denn die neue Orgel schlägt mit 325000 Euro zu Buche.

Kosten für Generalsanierung liegen bei mindestens 80 000 Euro

Eine Generalsanierung der alten Orgel hätte sich laut eines Gutachtens durch einen Münchner Orgelsachverständigen, das die Kirchenverwaltung nach den Neuwahlen im vergangenen Jahr erneut erstellen ließ, nicht gelohnt. Die Kosten lägen dafür bei rund 80 000 Euro. „Das wäre nicht zielführend, weil auch mit der Zeit ein neuer Motor fällig wäre und zahlreiche andere Reparaturen hinzukommen könnten“, so Pater Paul.

Bekanntgabe wegen Corona verzögert

Anfang des Jahres hatte die Kirchenverwaltung drei Orgelbauer kontaktiert und Angebote eingeholt. Eigentlich sollte das Vorhaben am 19. März im Rahmen einer Pfarrversammlung vorgestellt werden, „um die Kirchengemeinde abzuholen“, erklärt der Pfarrer. Dann kam Corona und legte alles lahm.

Fast alles. Denn die Planung ging weiter. Inzwischen hat sich die Halfinger Kirchenverwaltung für das Angebot von Orgelbaumeister Alois Linder entschieden. Es folgten Gespräche mit dem Erzbistum und dem Baukunstreferat bezüglich Optik und Klang und die ersten Pläne wurden erstellt.

Eine rein mechanische Orgel soll es werden

Die neue Orgel soll eine rein mechanische Ton- und Registertraktur (Verbindung zwischen Tasten und Ventilen) haben, erklärt Orgelbaumeister Alois Linder. Etwa seit den 1930er-Jahren werden wieder oft Orgeln mit barockem Klang gebaut. „Die mechanische Traktur ist in sofern vorteilhaft, weil der Organist die Töne besser artikulieren kann und sie nicht so wartungsanfällig ist“, erklärt der Orgelbauer.

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Auch architektonisch füge sich das neue Orgelprospekt, also das äußere Erscheinungsbild, laut Pater Paul besser in die Halfinger Kirche ein.

Pläne vom Erzbistum genehmigt

Die Pläne über die innere und äußere Gestaltung sowie die Finanzierung hat die Kirchenverwaltung dem Bistum im Oktober zur Genehmigung vorgelegt. „Vor drei Wochen haben wir die Genehmigung für das Projekt erhalten“, freut sich der Pfarrer. Auch ein Zuschuss von bis zu 35 000 Euro – rund zehn Prozent der Baukosten – hat das Bistum zugesagt.

Fertigstellung im Herbst 2023 erwartet

Anfang des Jahres will die Halfinger Kirchenverwaltung zudem eine große Spendenaktion zugunsten der neuen Orgel starten. Fertig wird die Orgel voraussichtlich im Herbst 2023. Denn in Alois Linders Werkstatt werden alle Teile der neuen Orgel einzeln gebaut, bevor sie den Klangtest in der Kirche bestehen müssen.

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