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Die Männer leben Tradition

Bayerisch hautnah – Trachtenverein Edelweiß Neubeuern lädt zur Plattlerprobe

Willi Weber (li.) und Wolfgang Fritsch (re.) üben hoch motiviert mit Andreas Weigl (Mitte) den Schlagplattler.
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Willi Weber (li.) und Wolfgang Fritsch (re.) üben hoch motiviert mit Andreas Weigl (Mitte) den Schlagplattler.

Rhythmus, Ausdauer und Lust was Neues zu lerrnen, brauchen derzeit die Männer aus Neubeuern. Der Trachtenverein Edelweiß Neubeuern lädt zu kostenlosen Plattlerkursen ein. Dem Verein ist nämlich wichtig, Tradition zu leben.

Neubeuern – Eine unkonventionelle Plattlerprobe für Anfänger – ohne Anmeldung – kündigte der Trachtenverein Edelweiß im Vorfeld seiner Jubiläumsfeier am 26. Mai im Vereinsheim Neubeuern an, um bayerisches Brauchtum aktiv zu erfahren. „Wer teilnimmt erlebt bayerische Kultur hautnah“, versprach Vorsitzender Manfred Karl.

Ganz unterschiedliche Variationen

Dabei stand den Pionieren Andreas Weigl zur Seite, der als 6-Jähriger im Jahr 1995 mit dem Platteln begann und bei dem jeder Schenkelschlag und Stampfer sitzt. 10 Jahre lang stand er als Vorplattler auf der Bühne, seit zwei Jahren ist er Fähnrich im Verein und beherrscht rund 40 Plattlervariationen.

Denn in jedem Gau gibt es kleine Unterschiede in der Abfolge der Schläge und Schritte.

„Vorgemacht, zerlegt in Einzelteile und wiederholt“, so erklärt er seine Anleitung am ersten 2,5-stündigen Übungstag, der viel Konzentration, Kondition und Körperbeherrschung abverlangt mit dem Ziel, den Marschplattler, die Ambosspolka und den Langschottischen im Zeitraffer zu erlernen.

Begleitung mit der Ziach

„Das sind die Plattlerstückl, die beim Erntedankfest, auf der Rosenheimer Wiesn im Bierzelt oder beim Kesselfleischessen aufgespielt werden und alle Burschen auf die Bühne holen, die die Haxn in die Höhe bringen“, so sein Fazit. Eigentlich hört es sich aus dem Munde des Profis ganz simpel an. „Rhythmischer Einmarsch mit dem Schlag der flachen Hand auf die geballte Hand, dann ein Stampfer mit erhobenen Händen, anschließend fünf Schläge abwechselnd auf Schenkel und Schuhsohle und in der nächsten Abfolge vier davon. Das ganze wiederholt sich im Wechsel bis zum Ende des Ziachspiels des musikalischen Begleiters, Alois Pichler“.

Dass das Schlagplatteln schnell Rötungen an den Handflächen und auf den Oberschenkeln hinterlässt, bestätigte der Vereinsplattler und -beisitzer Sebastian Artmann und berichtet, „schmerzhaft und oft blutig wird es bei genagelten Haferlschuhen und so manch roter Tupfer landet dann beim Eindrehen mit dem Madl auf deren weißer Dirndlbluse“. Üblich ist heute bei den Auftritten das Tragen der schonenderen Haferlschuhe mit Ledersohle.

Der Düsseldorfer und jetzt in Neubeuern lebende Teilnehmer des Lehrgangs, Wolfgang Fritsch, stellte fest „man muss wohl das bayerische Gen intus haben, um das Platteln so zackig zu erlernen“, und meint weiter. „Ich bin heute hier, weil ich gerne aufs Rosenheimer Herbstfest gehe und wissen will, welcher Besucher es richtig macht oder nur so tut, als ob er es könne.“

Die Motivation von Vereinsmitglied Willi Weber ist eine andere „seit einem Jahr bin ich erster Kassier und war davor acht Jahre zweiter Kassier und sollte das Platteln auch praktisch können. Der nicht verpflichtende Plattlerkurs ist die beste Gelegenheit dazu“.

Neues probieren und mitmachen

„Der Verein will mit diesem unverbindlichen und kostenfreien Projekt allen Interessierten die Hemmschwelle nehmen und sie inspirieren, Neues auszuprobieren und mitzumachen anstatt zuzuschauen. Wir wollen verdeutlichen, dass Tradition gelebt werden muss, um nicht ausgelöscht zu werden“, betont Vorsitzender Manfred Karl und hofft insgeheim, dass durch die Freude am Platteln der eine oder andere die Aktivengruppe verstärken wird.

Der nächste unverbindliche Plattmerkurs mit bayerischer Brotzeit findet am 21. Mai um 9:30 Uhr im Vereinsheim neben dem Rathaus statt.

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