62 Stimmen machen den Unterschied

Abstimmung zu 5G in Neubeuern: Bürgerinitiative fordert Nachzählung der Stimmen

Die Wahlhelfer zählten gemäß den Hygienevorschriften die Wahlzettel im Sitzungssaal aus.
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Die Wahlhelfer zählten gemäß den Hygienevorschriften die Wahlzettel im Sitzungssaal aus.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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62 Stimmen machten bei der Stichfrage des Bürgerentscheids am Sonntag, 10. Januar, den entscheidenden Unterschied: 983 Bürger votierten für das Ratsbegehren, 921 für das Begehren der Bürgerinitiative. 53 Stimmen waren ungültig. Manfred Jung von der Bürgerinitiative fordert jetzt eine Nachzählung der Stimmen.

Neubeuern – Beim Bürgerentscheid in Neubeuern zum Thema Kommunales Konzept contra 5G-Verbot war die Stichfrage am Sonntag entscheidend: 983 Bürger votierten für das Ratsbegehren und 921 für das Begehren der Bürgerinitiative. 53 Stimmen wurden dabei als ungültig erklärt. Letzten Endes gab es mit einem Vorsprung von 62 Stimmen eine Mehrheit für ein kommunales Mobilfunkkonzept, welches die Gemeinde nun anstrebt.

Manfred Jungbedauert Ausgang

Nicht glücklich über den Ausgang des Bürgerentscheids ist Manfred Jung, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative: „Dies ist sehr bedauerlich. Jetzt werden die Gemeindevertreter weiterhin große Funkmasten befürworten.“

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Weil in Jungs Augen der Bürgerinitiative im Stichentscheid nur „wenige Stimmen“ gefehlt haben, will diese eine Nachzählung beantragen. Die Gemeindeverwaltung solle nochmals überprüfen, ob die „Auszählung korrekt erfolgt“ sei. „Wären die 53 ungültigen Stimmen zugunsten der Bürgerinitiative zurechenbar, würden nur noch neun Stimmen fehlen“, erklärt Jung. Einen Antrag habe die Bürgerinitiative bei der Gemeinde bislang noch nicht eingereicht. „Dieser soll aber demnächst rausgehen“, betont Jung auf Nachfrage.

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An den 53 ungültigen Stimmen allerdings gibt es laut Wahlleiter Dieter Hartl, „nichts zu rütteln“. 48 waren nicht gekennzeichnet, sprich, es wurde kein Kästchen angekreuzt. Bei den anderen fünf Zetteln seien „unzulässige Zusätze“, also Kritzeleien, angebracht worden.

Nichtsdestotrotz sei eine geforderte Nachzählung ein „begründeter Einwand“, sagt Hartl. Dazu müsste ihm allerdings zunächst einmal ein Antrag vorliegen, den er wiederum an das Landratsamt Rosenheim weiterleiten würde.

Gemeinde zeigt sich aufgeschlossen

Eine Nachzählung wäre „eine aufwendige Geschichte“, erklärt Bürgermeister Christoph Schneider auf Nachfrage. Alle Wahlzettel müssten nochmals durchgezählt werden, dazu wären wiederum mehrere Wahlhelfer nötig. „Wenn aber eine Nachzählung gewünscht wird, dann machen wir die natürlich.“

An dem Ergebnis würde sich allerdings „nichts ändern“, macht Schneider deutlich.

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