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Umweltausschuss Stephanskirchen

Woher kommen die Nährstoffe im Simssee? Jedenfalls nicht aus Stephanskirchen

Der flache Simssee reagiert sensibel auf den Eintrag von Nährstoffen. Deswegen ließ Stephanskirchen sein Gemeindegebiet nach möglichen Eintragspfaden untersuchen und macht aus einem Absetzbecken eine Schilfkläranlage.
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Der flache Simssee reagiert sensibel auf den Eintrag von Nährstoffen. Deswegen ließ Stephanskirchen sein Gemeindegebiet nach möglichen Eintragspfaden untersuchen und macht aus einem Absetzbecken eine Schilfkläranlage.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Woher kommen die Nährstoffe im Simssee? Nicht aus Stephanskirchen. Das hat die Gemeinde jetzt schriftlich.

Stephanskirchen – Irene Jäger vom Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer III. Ordnung mit Sitz in Schechen stellte jetzt im Umwelt- und Verkehrsausschuss das Ergebnis ihrer Untersuchung vor.

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) war schon vorher ganz zuversichtlich, denn „unsere Bäche und Gräben laufen fast alle in den Inn, nicht in den See.“ Auch der größte Wasserlauf in der Gemeinde, die Sims, kommt zwar aus dem See, fließt aber in den Inn. Dennoch sei die Untersuchung für den flachen und sehr sensiblen Simssee wichtig, so Mair.

Sechs große und viele kleine Gräben im Visier

Als mögliche Eintragspfade für Nährstoffe wurden untersucht: Huberwiesbachgraben, Graben bei Kieling, Neubaugraben, Graben am Litzelsee, Parkgraben, Badgraben und eine Vielzahl an kleinen Gräben im direkten Umfeld des Simssees südöstlich der Bahnlinie.

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Als Arbeitsunterlagen hatte Irene Jäger topographische Karten, Geländerelief, Höhenlinien aus dem Bayernatlas, Gewässerentwicklungsplan, Auszug aus dem kommunalen Kanalnetz, und die Gewässergütekarte. Selbstverständlich war sie selber im Gelände unterwegs.

Die meisten Gräben haben, so Irene Jäger, kaum kontakt zu intensiv bewirtschafteten Flächen. Sie kommen aus Wald und Moor. Einige Gräben führen gar kein Wasser, sind nur als Mulden im Gelände zu erkennen. „Aus den Gräben kommen eher wenig Nährstoffe im See an“, so Irene Jägers Fazit.

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Der einzige Graben, bei dem sie eine Abschwemmung von Feinsedimenten oder Nährstoffen nicht ganz ausschließen konnte, ist der Huberwiesbachgraben. Wenn die Gemeinde sicher gehen wolle, dass auf diesem Weg keine überflüssigen Nährstoffe in den Simssee gelangen, könne sie das bestehende Becken (nahe des Baierbacher Wanderparkplatzes) mittels Schilf in eine Pflanzenkläranlage verwandeln, schlug Irene Jäger vor. Das ginge schnell und sei nicht teuer.

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Dazu müsse nur die bestehende Insel aus dem Becken entnommen werden, damit sich der Schilfbestand vergrößert. Im Herbst sollte das Schilf gemäht werden, aber erst im Frühjahr, bevor es austreibt, entfernt werden.

Eine Schilfkläranlage für 7500 Euro

Irene Jäger bezifferte die Kosten für die Umwandlung mit 7500 Euro, den jährlichen Unterhalt mit etwa 2000 Euro. Sie erachtete es für sinnvoll, am umgestalteten Becken eine Infotafel aufzustellen, auf der die neue Funktion erklärt wird. Kosten: etwa 2000 Euro.

Die Umwandlung des Huberwiesbachgrabenbeckens in eine Schilfkläranlage stieß bei den Ausschussmitgliedern auf einmütige Zustimmung. Günther Juraschek (CSU) war dankbar für die Untersuchung und den Lösungsvorschlag. Eines wollte er aber noch wissen: „Sind wir mal wieder Vorreiter?“ Ja, sind sie.

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