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Der nächste Akt in Kiefersfelden: Wann kommen die neuen Aufzüge wirklich?

Die Aufzugsschächte am Kiefersfeldener Bahnhof sind leer. Aufgrund Lieferengpässe verschiebt sich der Einbautermin, hieß es von Seiten der Deutschen Bahn. offmann

Im ersten Halbjahr 2020, im zweiten Halbjahr 2020 oder gar schon im April – wann werden denn nun die Aufzüge zu Gleis 2 und 3 am Kieferer Bahnhof erneuert? Ein Aushang sorgte jetzt für Verunsicherung und Ärger. „Ein Setzfehler“ beschwichtigt die Bahn. Ausgebaut sind die alten Aufzüge schon.

von Franz Hoffmann

Kiefersfelden – Die Bahnsteige Zwei und Drei, auf denen in Kiefersfelden die Züge in Richtung Rosenheim und München abfahren, sind seit November letzten Jahres für Menschen mit Handicap, Mütter mit Kinderwagen oder ältere und gebrechliche Menschen mit Rollator nicht mehr zu erreichen. Die Deutsche Bahn hat aufgrund vermehrter Störungen beide Aufzüge, die zu den Gleisen führen, stillgelegt.

Ein „Setzfehler“ sorgt für Ärger

In den vergangenen Tagen haben große Hinweisschilder am Bahnhof für Verwirrung und Aufregung gesorgt: Entgegen erster Versprechen der Bahn, dass die Aufzüge noch im ersten Halbjahr 2020 erneuert werden, war dort zu lesen, dass ein Einbau erst zum Ende des zweiten Halbjahres 2020 vorgesehen sei.

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Letztlich hätte das bedeutet, dass Rollifahrer, Rollator- und Kinderwagenschieber wohl zumindest ein Jahr lang nicht mehr mit der Bahn in Richtung Norden fahren können. Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen stellte sich heraus, dass die Verunsicherung jedoch hausgemacht war: Es handele sich um einen „Setzfehler“ auf den Hinweisschildern, so die Bahn. Per Hand wurden diese jetzt korrigiert: Ende des ersten Halbjahres 2020 sollen die neuen Aufzüge kommen, hieß es.

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Auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hatte Ende letzten Jahres in einem Schreiben an die Deutsche Bahn explizit auf den herrschenden Missstand am Bahnhof Kiefersfelden hingewiesen. Laut E-Mail der Deutschen Bahn vom 11. Dezember 2019 „werden die Aufzüge voraussichtlich bis spätestens Ende des ersten Halbjahres 2020 in Betrieb gehen können“.

Teil der Freiheit genommen

Nach Paragraf 59 des Schwerbehindertengesetzes besteht für Unternehmen, die öffentlichen Personenverkehr betreiben, die Pflicht, gegen Vorzeigen eines entsprechend gekennzeichneten Ausweises Schwerbehinderte, die infolge ihrer Behinderung in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt oder hilflos oder gehörlos sind, unentgeltlich zu befördern. Nicht so jedoch in der Kiefer, wo die Bahn mit der Aufzugstilllegung diesen Menschen einen Teil ihrer Freiheit genommen hat und ihnen keinerlei Ausgleich anbietet.

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Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber, der selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, konnte nach einem Gespräch mit Michael-Ernst Schmidt von der zuständigen Bahn-Pressestelle in München ganz aktuell berichten: „Seitens der Deutschen Bahn beabsichtigt man nun, die Aufzüge schon im April dieses Jahres zu erneuern“.

Aufzughersteller bestimmt Termin

Wie ein Bahnsprecher betonte, sei das Unternehmen für den Einbau der neuen Aufzugsanlagen leider auf die Liefertermine des Aufzugherstellers angewiesen. Man gehe weiterhin davon aus, dass die neuen Aufzüge im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 in Betrieb gehen können. Der Bahnsprecher: „Den missverständlichen Aushang an den Aufzügen tauschen wir aus.“

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Und in einem weiteren Satz erwähnte Schmidt laut Bürgermeister Hajo Gruber noch, dass geplant sei, auch den Bahnsteig eins, auf dem die Züge in Richtung Österreich abfahren und der nicht barrierefrei ist, in nächster Zeit zu erhöhen. Denn die Höhendifferenz vom Bahnsteig zur Zugeinstiegskante dort beträgt knapp 60 Zentimeter.

Zugfahrt anmelden, damit Personal hilft

Da es auf dieser Strecke keinen sogenannten mobilen Dienst gibt, sieht das bisherige Prozedere für Menschen mit Behinderung so aus: Sie müssen rechtzeitig beim Betreiber ihre Zugfahrt anmelden. Im Zug selbst helfen Zugbegleiter oder Fahrdienstleiter beim Aus- oder Einstieg. Ist der hilfebedürftige Fahrgast jedoch nicht angemeldet, kann es passieren, dass kein Zugpersonal zur Hilfeleistung zur Verfügung steht und die Betroffenen auf die Hilfe von Mitreisenden angewiesen sind.

Nach Kufstein – und dann zurück

Der Bahnsprecher weiter: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, die von dem Ausfall der Aufzüge betroffen sind. Wir empfehlen, bis zur Inbetriebnahme der neuen Aufzüge die barrierefreien Bahnhöfe in Kufstein (fünf Kilometer entfernt; Anm. d. Red.) oder Brannenburg (20 Kilometer) zu benutzen. Alternativ können Fahrgäste mit Start oder Ziel Kiefersfelden direkt am dortigen Bahnhof den barrierefrei erreichbaren Außenbahnsteig an Gleis Eins nutzen. Dieses Gleis erreicht man, wenn man aus München kommend in Kufstein aussteigt und in der Gegenrichtung eine Station nach Kiefersfelden zurückfährt.“ Und hat am Ende 60 Zentimeter Höhenunterschied zu überwinden.

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