Nachruf: Werner Rohowsky aus Flintsbach

Werner Rohowsky

Flintsbach – Werner Rohowsky, Hauptlehrer, Schulleiter, Kirchenchorleiter und Organist in Flintsbach, ist im Alter von 96 Jahren verstorben.

Mit ihm verliert die Gemeinde und die Pfarrei St. Martin eine hochengagierte Persönlichkeit, die das schulische und pfarrliche Leben über zwei Jahrzehnte mit prägte.

Werner Rohowsky wurde 1924 in Schweidnitz, Schlesien (heutiges Polen) geboren und besuchte dort Volksschule und Gymnasium. 1942 zur Wehrmacht einberufen, geriet er 1944 in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft und war bis 1946 in Atlanta/Nebraska (USA) im Arbeitslager.

Entlassen über das Kriegsgefangenenlager Bad Aibling nahm er bald danach ein Lehramtsstudium in Freising auf. Seine erste Anstellung als Junglehrer fand er in Frauenneuharting (Kreis Ebersberg), wo er seine spätere Frau Hanni kennenlernte und 1951 heiratete. 1956 trat er die Stelle als Oberlehrer in Paunzhausen (Kreis Freising) an.

1962 kam Werner Rohowsky als Hauptlehrer nach Flintsbach und übernahm dazu die Stelle als Organist und Kirchenchorleiter. Mit der Einweihung des neuen Schulhauses im Jahr 1965 wurde er Schulleiter. Er zeichnete sich als umsichtiger, gewissenhafter, pflichtbewusster aber auch hilfsbereiter, kollegialer Rektor mit hoher Fachkompetenz und Strukturvermögen aus.

Großen Wert legte er auf die gute Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Ortspfarrer, für den er bei dessen Abwesenheit den Religionsunterricht übernahm.

Im Jahr 1971 bezog er mit seiner Familie das von ihm gebaute Haus am Oberfeldweg, das er bis zuletzt trotz starker körperlicher Gesundheitseinschränkungen, bewohnte.

In den 22 Jahren seines Wirkens als Kirchenchorleiter zeigte sich Werner Rohowsky als großer Liturgiekenner mit hohem musikalischem Sachverstand. Dies übertrug er auch auf „seinen“ Kirchenchor und hielt diesen auf hohem Niveau.

Das Amt des Schulleiters hatte der Verstorbene bis zur Pensionierung im Jahr 1984 inne. Im gleichen Jahr übergab er die Leitung des Kirchenchors an Johannes Brucker.

Zeitlebens spielte bei Werner Rohowsky die Musik immer eine große Rolle. Angefangen mit Klavierspiel in Jugendjahren und dem Erlernen der Bassgeige in Kriegsgefangenschaft. Seit Ausübung des Lehrerberufs hat er immer den Organistendienst und die Leitung des jeweiligen Kirchenchores übernommen. In der Flintsbacher Pfarrkirche St. Martin spielte er bis zum Jahr 2009 auf der Orgel.

Wegen stark nachlassender Sehkraft musste er sein Engagement beenden. Insgesamt brachte er sich 60 Jahre als Kirchenmusiker ein. Mit der Bassgeige musizierte er bei der Flintsbacher Stubnmusi. Den eigenen Musikunterricht lockerte er mit seiner Querflöte auf.

Eine seiner großen Leidenschaften war Italien mit seinen Kulturdenkmälern.

Auch als Pensionist war Werner Rohowsky sehr am öffentlichen Leben interessiert – kulturell, politisch und musikalisch. Er besuchte beispielsweise jedes Konzert der Flintsbacher Kirchenmusik.

Einer der größten Schicksalsschläge war der Tod seiner über alles geliebten Ehefrau Johanna im Jahr 2015 nach 64 Ehejahren.

Trotz des hohen Alters und der körperlichen Gebrechen nahm er, geistig außerordentlich rüstig, bis zuletzt an den Seniorennachmittagen teil. Fünf Kinder, zehn Enkel, vier Urenkel sowie der Bruder und weitere Angehörige trauern um den Verstorbenen.

Die Beerdigung fand Corona-bedingt im engsten Familienkreis statt. Das Requiem und die Trauerfeier unter Mitwirkung des Kirchenchors werden noch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

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