Aus dem Bauausschuss

Gremium in Schechen genehmigt mannshohe Holzwand - wegen Nachbarschaftsstreit

1,80 Meter hoch ist der Gartenzaun zwischen den Nachbarn in diesem Haus in der Schechener Ortsmitte. Der Bauausschuss ließ die Ausnahme zu.
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1,80 Meter hoch ist der Gartenzaun zwischen den Nachbarn in diesem Haus in der Schechener Ortsmitte. Der Bauausschuss ließ die Ausnahme zu.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Mitten im Ort, in Spuckweite vom Rathaus, trennt eine 1,80 Meter hohe Holzwand die Erdgeschosswohnungen eines Mehrfamilienhauses. Geht eigentlich gar nicht. Geht doch, sagt der Bauausschuss – auch wenn das an der Situation zwischen den Nachbarn vermutlich nichts ändert.

Schechen – Der in der Ortsmitte gültige Bebauungsplan mit der Nummer 1, „Schechen West“, lässt Zäune zum Nachbarn nur mit maximal 1,10 Metern zu. Der Bauausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema.

Mehrheit der Nachbarn ist einverstanden

Ivonne Probst, die zuständige Mitarbeiterin im Bauamt, hatte darauf hingewiesen, dass für die Holzwand eine isolierte Befreiung vom Bebauungsplan nötig und aus Sicht der Verwaltung auch möglich sei. Die Unterschriften der Nachbarn lägen zwar nicht vor, so Ivonne Probst, die Gemeinde habe aber alle Eigentümer der Wohnungen um schriftliche Stellungnahme gebeten. Vier von sieben hatten keine Einwände gegen den Sichtschutz, zwei – darunter der direkte Nachbar – äußerten sich nicht schriftlich.

Verfahren zwischen Nachbarn läuft

Im Vorlauf der Sitzung habe man von den Anliegern gehört, dass ein zivilrechtliches Verfahren zwischen den beiden Parteien im Erdgeschoss laufe, hieß es aus dem Rathaus. Was sichtlich keines der Ausschussmitglieder überraschte. Josef Weber (CSU) meinte dann auch, der Ausschuss solle die Befreiung erteilen, denn die Mehrheit der Eigentümergemeinschaft sei dafür und „ich kann mir die Stimmung da vorstellen“.

Noch mehr Ärger befürchtet

Weswegen Stephan Dialler (Parteifreie) die ins Spiel gebrachte Idee mit einer Hecke statt der Holzwand rundweg verwarf: „Das gibt dann noch mehr Ärger über den Rückschnitt.“ Markus Grabmeyer (SPD/ÜW) konstatierte, dass es vermutlich egal sei, ob der Sichtschutz genehmigt werde oder nicht, an der Situation zwischen den Nachbarn werde sich wohl nichts ändern.

Klage gegen Gemeinde erwartet

„Nur ärgerlich, dass die Verwaltung dann vermutlich einen halben Tag am Verwaltungsgericht vertun muss“, so Grabmeyer. Denn davon, dass der Nachbar klagt, ging offensichtlich nicht nur er aus. Ivonne Probst schätzte aber die Chancen einer solchen Klage als „eher mäßig“ ein.

Bauausschuss genehmigt 1,80 Meter Höhe

Peter Lechner (CSU) hatte das Schlusswort: „Er hatte Gelegenheit, sich schriftlich zu äußern. Er hat‘s nicht getan. Also...“ Also stimmte der Bauausschuss einmütig für die Befreiung, der Sichtschutz zwischen den zerstrittenen Nachbarn darf 1,80 Meter hoch sein.

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