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Internationaler Museumstag am 15. Mai

Nach Sanierung: Mehr Platz im Museum im „Kulturhaus im Markt“ in Neubeuern

Bürgermeister Christoph Schneider (Zweiter von rechts) eröffnete das erweiterte Museum am Marktplatz. „Der auf der Innenseite ausgeschmückte rote Schirm, soll die Verbindung zwischen dem Sammler Eduard Schwirtlich und dem Trachtenverein Edelweiß Neubeuern symbolisieren“, erläutert Vorstand Manfred Karl (rechts) .Reischl-Zehentbauer
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Bürgermeister Christoph Schneider (Zweiter von rechts) eröffnete das erweiterte Museum am Marktplatz. „Der auf der Innenseite ausgeschmückte rote Schirm, soll die Verbindung zwischen dem Sammler Eduard Schwirtlich und dem Trachtenverein Edelweiß Neubeuern symbolisieren“, erläutert Vorstand Manfred Karl (rechts) .Reischl-Zehentbauer

Das Museum im „Kulturhaus im Markt“ am Marktplatz 4 in Neubeuern, das seit vielen Jahren das Innschifffahrtsmuseum und eine Fossilienausstellung beherbergt, wurde in den vergangenen Jahren aufwendig umgebaut und zusätzliche Räume für die Chorgemeinschaft Neubeuern, den Trachtenverein Edelweiß sowie Schule Schloss Neubeuern geschaffen.

Neubeuern – „Das Schwirtlichhaus beherbergt nun ein authentisches Heimatmuseum, das die örtliche Geschichte vermittelt, aber eben auch die Werte repräsentiert, die unsere Gemeinde über Jahrhunderte geprägt haben“, resümiert Erster Bürgermeister Christoph Schneider und ergänzt „der Raum der Schiffleutbruderschaft steht für mich für den Wert der ‚Sozialität‘, aber auch der Tüchtigkeit und des Fleißes, die Ausstellung des Trachtenvereins Neubeuern für den Wert der Tradition, der Geselligkeit und der Identität.“

Jeder Aspekt bereichert

„Die Präsentation der Chorgemeinschaft Neubeuern offenbart für mich für den Wert der Aufgeschlossenheit und der Offenheit auch dem Fremden und Neuen gegenüber und die Exponate des Schloss Neubeuern stehen für mich für kulturelles Interesse, aber auch für das Streben nach Bildung und der Wissbegierde.

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Nicht zu vergessen natürlich auch die Vitrine mit der Betrachtung der Geologie, die Hans Jürgen Berndt gestaltet hat und uns einen naturwissenschaftlichen Ansatz in das Museum bringt und aufzeigt, dass wir unsere Umwelt nicht vergessen dürfen.“

In der Fossilien-Ausstellung kommt der Sandstein Neubeuerns zur Geltung, der um 1750 zur Gewinnung von Mühlsteinen per Hand abgebaut wurde. „Bekannt ist Neubeuern auch für seine Eozän-Fossilien, dem Neubeurer Haberkörndlstein, der reich an Gehäusen von Münztierchen schon viele Hobbygeologen anlockte.

Künstler und Poeten in Neubeuern

An den Ausstellungsstücken wird deutlich, was Neubeuern aus paläontologischer Sicht zu bieten hat“, erklärt Hans Jürgen Berndt.

Geologisch und strategisch wertvoll sahen auch unsere Vorfahren den aufragenden Bergfried am Innufer und errichteten hier im 12. Jahrhundert die größte Festung im Inntal, die sich im 20. Jahrhundert zur international angesehenen Internatsschule entwickelte.

Viele namhafte Künstler, Poeten und Schriftsteller trafen sich zum Austausch mit den Schlosseignern Jan und Julie von Wendelstadt und hinterließen in den historischen Gästebüchern ihre persönlichen Widmungen und kunstvollen Werke.

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Diese Zeitzeugnisse der intellektuellen Begegnungen und viele andere bedeutende Nachlässe finden im erweiterten Heimatmuseum ihre Präsentation als „Teil der Identität von Neubeuern“, betont Stiftungsvorstand Jörg Schönfeld, der unter Federführung des Chronisten Reinhard Käsinger das Gedenken im Museum veranschaulichte.

1622 gegründet und noch heute, nach 400 Jahren, ist die Schiffleutbruderschaft als Verein aktiv, denn „die Geschichte soll in Bewegung bleiben wie der Inn“, bestärkt Vorsitzende Juliane Tiefenmooser. So ist der original nachgestellte Schiffszug im Miniaturformat zu besichtigen, bemalte Truhen, Votivtafeln und vielerlei bewahrte Fundstücke aus einer rauen aber ertragreichen Zeit im Inntal.

Kostbarkeiten und heimische Tracht

In den neu gestalteten Räumen widmet sich der Trachtenverein Edelweiß seiner Tradition. „In unseren Zimmern sind viele aus Neubeuern stammende Leihgaben aber auch vereinseigene Kostbarkeiten, rund um unsere schöne Gebirgstracht und das Beurer Gwand zu sehen“, weiß der Vorsitzende des Trachtenvereins Edelweiß, Manfred Karl.

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Neben der adeligen Schlossherrschaft nahm Baron Enoch zu Guttenberg Einfluss auf das kulturelle Gedeihen der Marktgemeinde. Seine Geschichte begann 1967 in Neubeuern mit einer „ganz großen Lebensliebe“ als Ausdruck des Zusammentreffens von Neubeuern und der Musik. Er bezeichnete diese Leidenschaft als „Wunder von Neubeuern“.

Aus dem 1798 gegründeten Kirchenorchester unter Stabführung des jungen Dirigenten entstand 1969 die Chorgemeinschaft Neubeuern. „Als charismatische Persönlichkeit und Visionär hinterließ er seine einprägsamen Spuren in der Ortsgemeinschaft. Dem Thema Musik einen festen Platz im Kulturhaus zu geben ist Notwendigkeit, um Neubeuern in seiner ganzen Vielfalt zu zeigen“, so beschreibt Gertaud Dürbeck den nachhaltigen Einfluss des Mäzens, der in Neubeuern Musikgeschichte schrieb.

Haus ist lebendiger und wertvoller

Seit nunmehr 18 Jahren hat die Galerie im Obergeschoss ihre Pforten geöffnet. Über 180 Ausstellungen mit 150 Künstlern aus dem Ort und der Region tragen seither den Namen Neubeuerns nach außen. „Durch die Erweiterung des Museums wird das historische Haus lebendiger und wertvoller“, freut sich Sieglinde Berndt, Sprecherin des Künstlerkreises Neubeuern. Denn hier wurden Möglichkeiten, Perspektiven und Rahmenbedingungen geschaffen, um Werte für die nächsten Jahrzehnte ein Stück weit wahrnehmbar zu machen.

Dazu gratulierte die Landratsstrellvertreterin, Andrea Rosner, und wünschte, dass das Neubeurer Schmuckkästchen ein Ort der Begegnung sein wird.

Am Sonntag, 15. Mai, zum Internationalen Museumstag lädt das Kulturhaus im Markt zum Verweilen ein, zum Einfühlen in historische Episoden des authentischen Zusammenseins.

Monika Heibl und Michael Pertl informieren sich über das musikalische Vermächtnis Enoch zu Guttenberg in Neubeuern. Reischl-Zehentbauer
Barbara Lebeth und Sepp Englberger bei der Besichtigung des Innschifffahrtsmuseums. Reischl-Zehentbauer

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