Nach einem Arbeitstag im Gemeinderat wohlfühlen

In diesem Stuhlnehmen die Besucher Platz.

Großkarolinenfeld. – Wenn ein Gemeinderatsmitglied zu einer Sitzung kommt, hat er oft schon einen langen Arbeitstag hinter sich.

Trotzdem soll er sich dann noch über mehrere Stunden auf die Tagesordnung und die Diskussion rund um das aktuelle Gemeindegeschehen konzentrieren. Gemeinderat zu sein ist ein anstrengendes Ehrenamt – da sollen die Bürgervertreter zumindest gut sitzen. Das findet man auch in Großkarolinenfeld, wo sich das Gremium in seiner Sitzung mit der Bestuhlung des neuen Rathauses beschäftigt hat. Dabei wurde deutlich: Stuhl ist nicht gleich Stuhl.

Wohlfühlen nacheinem Arbeitstag

„Wenn sich die Gemeinderäte nach einem Arbeitstag noch den Schmarrn vom Bürgermeister anhören müssen, sollen sie wenigstens was Gscheites zum Sitzen haben“, meinte Gemeindeoberhaupt Bernd Fessler (parteilos) mit einem Augenzwinkern. Er hatte im Vorfeld mit seinen Stellvertretern und Verwaltungsmitgliedern einige Möbelhersteller in München besucht und eine Vorauswahl getroffen. Allerdings machte er auch klar: Es könnten keine Modelle konkret ausgeschrieben, in der Ausschreibung könne das gewünschte Modell lediglich beschrieben werden.

Nach einem Probesitzen der Gemeinderäte auf den Stuhlmodellen ging es in die Diskussion. Die fand im provisorischen Sitzungssaal, der Max-Joseph-Turnhalle, mit Corona-gebührendem Abstand statt.

Bürgermeister Fessler sprach sich für Beispiel Nummer A aus, das Modell „Ray Soft“ der Firma Brunner. Es handelt sich dabei um einen vollgepolsterten Schalenstuhl mit Stoffbezug in einem Grünton und mittelhoher Rückenlehne, Kostenpunkt rund 640 Euro. Statt den Fußauslegern könnte er mit Rollenfüßen für Holzböden ausgestattet werden. „Er ist vorne schön weit“, so die Begründung. Bei den anderen Modellen müssten sich größere Menschen „reinzwängen“. Klaus Boos (CSU) sah das anders. Er hätte sich aus Kostengründen für Modell C entschieden: Das Modell Plaza vom Hersteller Brunner für rund 410 Euro. Dieses ließe sich zudem stapeln. Auch Margarete Knorek (GBV) fand Modell C geeigneter. „Der unterstützt mich besser im Rücken“, meinte sie. Gemeinderatsmitglied Johann Kosek (PLW) fand die A schlicht unbequem. Da wiederum hatte Lieselotte Wallner (CSU) eine ganz gegensätzliche Meinung. „Man sitz superbequem“, sagte sie. Außerdem mache das Modell optisch was her und sei repräsentativer. Entsprechend knapp fiel schließlich die Entscheidung aus. Mit elf zu neun Stimmen entschied sich das Gremium für das Modell A.

Superellipsefür Besucher

Bei den anderen Möbeln war man sich eher einig. Als Besucherstühle im Sitzungs- und Trausaal werden vollgepolsterte Stühle mit Armlehne aus verchromtem Stahlrohr in Grün- und Gelbtönen angeschafft. Der Besprechungstisch im Obergeschoss soll in einer Superellipse-Form ausgeschrieben werden. Eine Sitzgruppe im Wartebereich des Bürgerbüros soll nicht ausgeschrieben, sondern von einem örtlichen Schreiner gefertigt werden.

Eine weitere Diskussion entbrannte dann doch noch: Die Tischanlage im Sitzungssaal wurde mit abnehmbaren Rückenwänden als Sichtblende von der Verwaltung vorgeschlagen. Als Sichtschutz für die Damenbeine, so die Begründung. „Über was ihr euch Gedanken macht“, meinte Gemeinderat Kosek.

Das brauche man nun wirklich nicht. Kollege Lausch (FW) meinte, dass man dahinter auch Kabel verbergen könnte und das dann ordentlicher aussehe. Doch mit 15 zu fünf Stimmen entschied sich der Rat gegen die Sichtblende.

Die Detailplanung soll die Verwaltung zusammen mit dem Architekturbüro Behnisch vornehmen. Die Kostenschätzung für die Möbel liegt bei 160 000 Euro.

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