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Schadenhöhe ermittelt

Nach Bauernhof-Brand in Hundham am Samerberg: „Die Nachbarschaft hilft zusammen“

Der Brand ist gelöscht, der Rauch hat sich verzogen: So sieht der Bauernhof in Hundham wenige Tage nach dem Brand aus.
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Der Brand ist gelöscht, der Rauch hat sich verzogen: So sieht der Bauernhof in Hundham wenige Tage nach dem Brand aus.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Insgesamt acht Feuerwehren haben am vergangenen Freitagmorgen um einen Bauernhof im Samerberger Ortsteil Hundham gekämpft. Verletzt wurde niemand, doch das Unglück ist groß. Mittlerweile sind nähere Details zur Schadenssumme bekannt.

Samerberg – Andreas Huber, Kommandant der Feuerwehr Roßholzen, war schon einmal in Hundham im Einsatz. Vor rund zehn Jahren war das. Damals stand ebenfalls ein Bauernhof lichterloh in Flammen, nur ein paar Meter vom jetzigen Unglücksort entfernt. „Der Ablauf damals war ähnlich“, sagt Huber drei Tage nach dem Einsatz am Telefon. „Das war auch ein großer Brand.“

Dach von Wohnhaus abgedeckt

Die Aufräumarbeiten in Hundham laufen schon. Bereits am Wochenende habe er gemeinsam mit der betroffenen Familie das Dach des Wohnhauses mit einer Folie abgedeckt, erzählt ein Nachbar. „Bei uns hilft die Nachbarschaft gut zusammen, gerade die alteingesessenen Familien“, sagt er. Das bestätigt auch Kommandant Huber. „Wenn was ist, egal was, dann hilft man sich. Da ist eine Gemeinschaft da.“

Er war zusammen mit 179 anderen Kollegen der Feuerwehren Roßholzen, Törwang, Grainbach, Raubling, Nußdorf, Degerndorf, Neubeuern und Schloßberg frühmorgens in Hundham im Einsatz. 180 Feuerwehrler hört sich nach viel an, doch der Einsatz erforderte diese Anzahl an Einsatzkräften durchaus.

Rund 800 Meter lange Schlauchstrecke gelegt

Laut Huber stehen im Ortsteil Hundham die Häuser eng beinander. Um die übrigen Gebäude vor den Flammen besser abschirmen zu können, habe die Einsatzleitung Verstärkung angefordert. Auch um Löschwasser herbeizuschaffen, seien mehr Feuerwehrleute notwendig gewesen. Da im näheren Umkreis keine Gewässer sind, musste Huber zufolge eine 700 bis 800 Meter lange Schlauchstrecke zu einem Freischwimmbad gelegt werden. Von dort wurde das Löschwasser abgezapft.

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Damit konnten die Einsatzkräfte das Feuer innerhalb einer Stunde unter Kontrolle bringen. „Der Einsatz ist relativ reibungslos gelaufen“, sagt er. Nach einer „kurzen Chaosphase“ zu Beginn seien die 180 Feuerwehrler in verschiedene Abschnitte mit unterschiedlichen Aufgaben eingeteilt worden. Einige kümmerten sich um die Wasserversorgung, andere löschten Brandherde.

Schaden beläuft sich vermutlich auf 1,5 Millionen Euro

Das Sturmtief „Ylenia“ hat die Arbeiten nicht beeinträchtigt. „Gott sei Dank ging zu diesem Zeitpunkt kein Wind“, sagt Huber. „Sonst hätten die Flammen unter Umständen auf andere Gebäude übergreifen können.“

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Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 1,5 Millionen Euro, wie Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt. Die Brandursache steht noch nicht fest. „Bei so einem Brand kann man nicht innerhalb von Stunden oder Tagen die Brandursache feststellen“, sagt Emig. Zunächst müsse ein Gutachter angefordert werden. Außerdem ermitteln speziell geschulte Beamte der Rosenheimer Kriminalpolizei.

Tiere konnten gerettet werden

Laut Feuerwehrkommandant Huber ist das Wirtschaftsgebäude des Hofes, zu dem Stallungen und Heulager gehörten, komplett abgebrannt. Die Familie betrieb Landwirtschaft als Hobby, heißt es aus deren Umfeld. Sie hat demnach ein paar Pferde, ein Schwein und mehrere Hühner, aber keine Kühe. Die Tiere konnten gerettet werden.

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Das Wohnhaus sei zum Teil vom Feuer betroffen, sagt Huber. Aktuell ist es nicht bewohnbar. Auch auf eine Werkstatt und auf ein Brennholzlager griffen die Flammen über. Die Werkstatt sei größtenteils in Ordnung, hier habe der Dachstuhl gebrannt.

Bei der Feuerwehr aktiv

Die Familie – ein Ehepaar, deren zwei Kinder und der Vater des Mannes – ist laut Huber bei Verwandten, die auch am Samerberg leben, „gut untergekommen“. Junior und Senior sind einem Nachbar zufolge beide bei der Feuerwehr aktiv. Ein Familienmitglied war in der Brandnacht mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung kurzzeitig im Krankenhaus. Die Betroffenen hätten zum Zeitpunkt des Brandes relativ gefasst gewirkt. Aktuell will sich die Familie noch nicht äußern. Nach eigenen Angaben muss sie sich erst einmal sortieren.

180 Feuerwehrleute waren am Einsatz am frühen Freitagmorgen beteiligt.

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