Mund-Nasen-Masken statt Dirndl – Vroni Herwegh aus Wasserburg stellt Produktion um

Schneiderin und Modedesignerin Vroni Herwegh aus Wasserburg hat ihre Produktion in Zeiten von Corona umgestellt: Statt handgefertigter Dirndl produziert sie in ihrem Schneider-Atelier momentan vor allem Mund-Nasen-Masken. Die ersten hat sie gespendet – für den stark betroffenen Betreuungshof Rottmoos.

Wasserburg – „Etwa 15 Stück schaffe ich am Tag – es fehlen mir nämlich derzeit die notwendigen Schrägbänder. Die muss ich jetzt erst mühsam in Handarbeit selbst zusammennähen“, erklärt die engagierte Schneiderin. Ihre Großhändler bringen die Schrägbänder zur Zeit nicht her. Herwegh lässt sich davon aber nicht abhalten, ihre kleine Produktion fortzusetzen.

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Sie ist eine Kämpferin – will trotz der verordneten Zwangspause für ihr reguläres Geschäft „Feschn“ nicht untätig sein. Und die großen Modekonzerne machen es auch: Aus Italien heißt es, die Ärzte tragen bald Prada, und auch Trigema, der Großkonzern aus dem schwäbischen Burladingen, produziert zur Zeit tausende von Masken – das  Stück für zwölf Euro, wie im Internet zu lesen ist. Vroni Herwegh verlangt als Selfmade-Unternehmerin für ihre handgefertigten Einzelstücke zehn Euro. „Das deckt gerade mal meinen Arbeitsaufwand und die Stromkosten“, verrät Herwegh. Reich will sie ja nicht werden mit ihren hübschen Masken, „aber auch nicht drauf zahlen“. Im Internet sei ihr Tun schon „zweifelhaft kritisiert“ worden, weil sie überhaupt etwas für ihre Masken verlangt. Das tut ihr weh, denn ihr Ziel sei, „zu helfen, wo und wie ich kann, mit meinen besonderen Fähigkeiten.“

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Außerdem hat Vroni Herwegh heute ein Päckchen mit 20 Stück, die bei 95 Grad waschbar sind, an den von Corona-Erkrankungen stark betroffenen Betreuungshof Rottmoos gespendet. Gern würde sie auch mit weiteren Schneiderinnen zusammenarbeiten. Interessierte dürfen sich bei ihr melden über info@feschn.at. Petra Maier/Fotos: privat

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